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23.06-04.07: Generalkurs Barcelona (Gibraltar-Malaga-Cartagena-Valencia)

Wir starten nach Gibraltar mit einem so komischen Gefühl im Bauch. Wir sind richtig traurig. Der Abschied von Morning Haze sitzt uns tief in den Knochen. Und – vom Gefühl her – es ist ja auch ein Abschied vom Jahr „Auszeit unter Segeln“.

Wir haben einen groben Plan wie es weitergehen soll. Die Küste von Spanien hinauf in Richtung Norden, in Richtung Barcelona. In den nächsten zwei Wochen. Herbergssuche. Wir suchen unseren Homeport „fürs Erste“, irgendwo in der Nähe von Barcelona.

Die ersten Seemeilen zur ersten Station gehen mühsam dahin. Zuerst wenig Wind, dann Motor (durch die Nacht hindurch), erst gegen Ende wird es wieder mehr und wir brausen dahin (mit der Strömung, die in die Meerenge von Gibraltar hineinzieht, geht es doppelt so schnell).

Wir liegen Seite an Seit mit Duck in der vollkommen charmlosen Marina in La Linea.

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Auch Bonnie Lass und Easy Rider lieger hier. Wenigstens ein paar Freunde sind uns nach dem Abschied von Morning Haze noch geblieben.

Vielleicht sind wir schon zu verwöhnt, denn weder Gibraltar noch unsere nächste Station in Malaga können uns begeistern.

Und so brechen wir bald zur dritten Station – Cartagena – auf dem Weg nach Barcelona auf.

Die Gribfiles verheißen angenehme 20 Knoten von raumschots. Aber schon nach einer Stunde reffen wir bis zum dritten Reff, denn die 20 Knoten sind mittlerweile konstante 30+ Knoten mit Böen, die am 40er kratzen, und die Wellen sind unangenehm kurz und hoch. Wie sehr vermissen wir doch in diesem Moment den Atlantik. Fast 8 Stunden rauschen wir mit 8,5-9 Knoten SOG dahin. Ein paar Mal auch über 10 Knoten. Kurz bevor es dunkel wird, ist der Wind dann urplötzlich einfach weg (leider die Wellen nicht zur Gänze) und so ist es eine unangenehme Schaukelei durch die Nacht. Zum Glück wird es noch einmal besser am Vormittag und die letzten Stunden bis 19 Uhr können wir sogar unter Segel an die 6-7- Knoten schaffen.

Cartagena ist aber jede Anstrengung wert. Endlich wieder eine Marina, die uns sofort gefällt, und eine Stadt, die sehr viel Flair hat. Vieles aus der Römerzeit ist noch erhalten. Man spaziert einfach durch. Zwischen Restaurants und Geschäften findet sich Relikte der Römerzeit. Richtig schön.

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Weil wir noch immer müde sind, starten wir erst einen Tag später als geplant die nächste Etappe nach Valencia. Wieder gute 190 sm, für die wir 29 Stunden brauchen. Die Etappen – und vor allem die Nachtfahrten – hier im Mittelmeer erscheinen uns deutlich anstrengender als am Atlantik. Das Wetter ist alles andere als stabil (und die Vorhersagen taugen wenig). Gribfiles – so unsere bisherige Erfahrung – geben einen Hinweis auf die Windrichtung, die Windstärke passt kaum. Und dazu die kurzen Wellen. Die letzten 10 Stunden kämpfen wir wirklich um jedes Grad Höhe. Der Wind dreht so unangenehm in die Bucht hinein und wird immer stärker, dass wir schließlich schon im zweiten Reff segeln, um eine „akzeptable“ Balance zwischen „Höhe Laufen“ und „Krängen“ haben. Dass die Bedingungen nicht einfach sind, zeigt der Funkspruch des MRCC Valencia, der stündlich hereinkommt. „MOB“ – Man over Board. Ein Mann ist auf der Höhe von Benidorm über Bord gefallen und kann nicht gerettet (ja nicht einmal gefunden) werden. Wir passieren die Stelle einige Stunden später, halten natürlich sehr aufmerksam Ausschau, aber ohne Erfolg. DIe Meldung bleibt 24 Stunden lang „aktiv“. Offensichtlich keine Rettung.

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Die Marina Real Juan Carlos I ist abermals eine Marina ohne Flair, aber Valencia hat es in sich. Wir leisten uns ein Ticket für Hop On/Hop Off, um so viel wie möglich von dieser großartigen Stadt zu sehen. Ein Tag reicht hier nicht, man müsste Wochen haben, um alles zu entdecken.

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22.06: … auch wenn ein Ozean dazwischen liegt

Der Abschied von Isabel, Dave, Rebecca und Demi von der canadischen SY Morning Haze fällt uns schwer.

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Die vergangenen 6 Wochen sind so intensiv: Drei Crossings, die wir – ohne je darüber zu reden – Seite an Seite bewältigten. Viele gemeinsame Ausflüge,

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launige Sundowners und lustige Partys.

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Und die Kinder haben zusammen wohl den Spaß ihres Lebens (und das alles nur auf englisch!). Die Tanzaufführungen vor dem World Heritage Center in St. Georges (Bermuda). Unsere Bettdecken werden dafür kurzfristig zur Vorhängen umfunktioniert.

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Florians Überraschungsgeburtstagsfest in Ponta Delgada mit einer selbstgebackenen und verzierten Torte. 8 Stunden Arbeit in der Pantry der Morning Haze für diese gigantische Schokotorte.

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Sogar zu Fans von rohem (Thun)-Fisch werden wir durch sie.

Die letzten Tage verbringen wir nahezu ununterbrochen zusammen. Wir kochen zwar getrennt auf unseren Booten, essen aber jeden Abend gemeinsam im Cockpit der Morning Haze. Gabriel und Michele, die Eltern von Isabell, sind ebenfalls da, und jeder Abend dauert wirklich lange.

Katharina ist überhaupt schon zur Morning Haze gezogen und kommt nur um frisches Gewand zu holen (wobei nicht immer, denn mittlerweile hat sie einige Sachen von Rebecca geschenkt bekommen und trägt diese mit Begeisterung). „Cathi“ hat bereits den Status „5th Familymember“. Kein Wunder – Demi und Katharina sind nahezu gleich alt, gleich groß, gleiche Frisur, gleiche Haarfarbe. Stundenlang können die drei Mädchen in den Restrooms verbringen, um sich schön zu machen.

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Und noch ein Teil unserer „Crew“ wandert zu ihnen. Für einige Monate sogar. Weil sie für den Weg zurück in die Karibik kein Downwind-Segel haben, borgen wir ihnen unseren knallroten Parasailor, der uns so großartige Dienste geleistet hat. Die Landesfarben passen und wir wollen gerne für die nächsten sm darauf verzichten.

Tag für Tag zögern wir also unsere Abfahrt hinaus. So weit, dass wir auch unseren Plan umwerfen (müssen), bis nach Kroatien zu segeln, weil wir weder Zeit noch Kraft haben, weitere 2.000 sm im Rekordtempo – nämlich in weniger als 3 Wochen – abzuspulen.

Aber dann ist der Tag des Abschieds gekommen. Sonntag, 10 Uhr legen wir ab. Unter Tränen. Und mit dem gegenseitigen Versprechen, uns wiederzusehen. Auch wenn ein Ozean dazwischen liegt.


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Last-Leg-2-Lagos: DEFYRS CROSSING BINGO (ein Nachtrag)

Beim Skippers-Briefing für (unsere siegreiche) Etappe Leg 3A teilt die CREW der finischen Defyr Zetteln aus und lädt uns alle ein, am Defyrs Crossing Bingo teilzunehmen. 16 verschiedene „Activities“ stehen zur Auswahl. 4 in einer Reihe horizontal/vertikal oder quer ergeben BINGO! Die ersten 5 BINGO’s gewinnen. Ganz klar, dass wir hoch motiviert starten.

Während der Überfahrt schaffen wir es, fast alle Aktionen zu setzen (resp. sie passieren uns einfach).

„Document your day“ zeigt wie ein „easy“ Tag auf See verläuft:

14:00 = Pizza zum Mittagessen. Und als Nachspeise ein Joghurt. Wir fahren seit einer halben Stunde unter Motor. kein Wind, keine Welle, da kann man leicht unter Deck zeichnen und spielen.

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15:00 = Noch immer kein Wind. Wir fahren noch unter Motor. Die Kinder sehen Filme an und lesen.

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16:00 = Die Nachwirkungen der anstrengenden Tage auf den Azoren. Katharina legt sich nieder. Ed passt auf.

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17:00 = Dietmar bereitet sich auf seine Nachtwache vor und legt sich zu Katharina ins Bett.

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18:00 = Alles unverändert. Dietmar und Katharina schlafen.

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19:00 = Zum Abendessen gibt es Veggie-Chili. Lukas erbarmt sich und erledigt den Abwasch.

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20:00 = Ich übernehme die erste Nachtwache bis ca. 23:00. Davor erfolgt die „Übergabe“. Wir besprechen noch einmal die Wegpunkte und die möglichen Szenarien. Der Wind ist nicht sehr stark. Wir nutzen den scheinbaren Wind und segeln in den Norden.

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21:00 = Von Müdigkeit keine Spur. Lukas und Katharina basteln Motorräder aus Weißweinkorken und Draht.

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22:00 = Die Kinder haben ja alle am Nachmittag geschlafen. Kein Wunder, dass sie jetzt noch immer auf sind.

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23:00 = Dietmar hat jetzt Nachtwache. Logbucheintrag, dann ein heißer Kakao und los geht es.

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00:00 = Wir sind nicht ganz alleine. Auf Steuerbord dürfte gerade die SPARTA III an uns vorbei ziehen.

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01:00 = Irgendwo in diesem Gewurschtel versteckt sich auch noch Lukas. Katharina schläft bei Überfahrten in unserem Bett.

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02:00 = Dietmar ist mit Windwinkel etwas höher gefahren als geplant. Sobald der Wind dreht und wir mehr gegen Osten segeln, werden wir wohl den Parasailor setzen (müssen).

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03:00 = Wieder Wachwechsel. Die Wache um 3:00 herum ist immer hart. Besonders die erste nach mehreren Tagen auf Land.

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04:00 = Keine Ahnung, was wir uns bei diesem Bild gedacht haben .-).

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05:00 Endlich. Jetzt wird es hell und die harte erste Nacht ist vorbei.

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06:00  Wir segeln gegen Osten, sind aber immer noch in der Zeitzone von den Azoren. Da dauert es „länger“, bis die Sonne da ist.

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07:00: Die Sonne ist da und in Kürze darf ich mich nochmals niederlegen. Wobei, wenn der Tag so schön beginnt, hält die Kraft noch einige Zeit an und der Einbruch kommt erst zu Mittag.

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08:00 = Der Wind dreht und kommt raumschots. Wir bergen das Großsegel. Und kurz danach auch die Genua. Jetzt kommt wieder der Parasailor dran.

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09:00 = Kaum zu glauben. Florian ist schon auf und schwingt den Besen. Ob er auch tatsächlich zusammen kehrt, weiß ich nicht mehr…

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10:00 = Jede Stunde ein Foto. Alles wird genau notiert.

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11:00 = Weil wir wegen des geringen Sonneneintrages jeden zweiten Tag für 2-3Stunden den Motor (im Leerlauf ohne Vorwärtsantrieb) laufen lassen, haben wir auch genug Batterie, um die Iphones der Kinder zu laden.

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12:00 = Eine Mischung aus spätem Frühstück und frühem Mittagessen. Auf See kommt der Tagesablauf der Kinder manchmal durch einander.

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13:00 = Die Kinder haben wieder etwas neues gefunden/erfunden. Der Schlafsack, den wir in der Nacht so dringend brauchen, ist ausgestopft mit allen verfügbaren Decken und dazwischen steckt LUKAS. So ein Unsinn.

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19.06: Does it ring a bell?

Mit Morning Haze und den Eltern von Isabel starten wir wieder einmal eine Tour. Nach einigen, sehr unterhaltsamen Tagen in Lagos wollen wir auch ein wenig die Umgebung erkunden.

Faro ist unser erstes Ziel. Vor 28 Jahren war ich zum ersten Mal hier. Als junge Backpackerin mit einem Interrailticket.

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Nach einer kurzen Mittagsrast besuchen wir die Sand City in Pera. Rebecca im ersten Auto ist ein tadelloser Guide.

Jedes Jahr mit einem anderen Thema/Motto werden Figuren aus Sand gebaut. Dieses Jahr ist das Thema „MUSICA“ und führt quer durch die Musikgeschichte.

 

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Isabel ist in Topform,…

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… während mir – nach den vielen Feiern – die Luft ausgeht.

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Lukas verdient sich mit einer sehr liebevollen Kopfmassage ein großes Eis (und ich schlafe fast ein :-)).

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Den Abschluss bildet ein Strandspaziergang in Portimao.

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Mehrmals fragt mich Dave, ob ich mich an irgendetwas erinnern kann. Nope, it does not ring any bell.


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15.06: And the winner is …

Der letzte Abend der ARC Europe.

Wir genießen ein großartiges letztes gemeinsames Abendessen im „Waypoint“-Restaurant am Tisch mit Marleen und der Hayes-Family. Am Tisch neben uns die super lustigen Crews von WEBSTER (Aka WEBSTAR) und DEFYR (Deaf Ears) und einen Tisch weiter unsere ungarischen Freunde von der DUCK, die Herren der SPARTA III und die übercoolen Skipper der TOSCA.

Um 22 Uhr steigt die Spannung. Das letzte Prizegiving für die Etappe Santa Maria (Azoren) bis Lagos (Portugal) steht an.

Wir sitzen alle eng zusammen gedrängt nahe der Videowall. Lyall vom ARC-Team führt uns durchs Programm. Jedes Boot wird noch einmal erwähnt und erntet Applaus. Es ist ein Applaus für die Leistung, aber eigentlich noch viel mehr dafür, dass jede Crew ganz großartig zur Stimmung in den vergangenen 6 Wochen beigetragen hat.

Und dann der erste Preis in der Kategorie Wallpainting. Und er geht an:

Die Kinder von Morning Haze und Starship für ihr gemeinsames Bild in Horta.

WALLPAINTING

Eine riesen Überraschung. Jeder von uns hat geglaubt, dass Defyr gewinnen wird mit dem großartigen Spiderbild. Lukas und Katharina sind genau so baff wie Demi und Rebecca.

Die Spannung steigt. Es ist wie in der Oscar-Nacht.. Die nächste Kategorie steht an. Die Photo Competition für die beiden Bilder, die am besten den Spirit der ARC Europe eingefangen haben.

And the Winners are:

Morning Haze und Starship

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Katharina hat mit ihrem Schnappschuss nach der lustigen Bowlingparty eine GILL-Segeljacke gewonnen. Das Geschenk für den Vatertag. Aber jetzt sind die Kinder nicht mehr zu halten. Wir haben zwei Preise gewonnen. Sie wollten so gerne einmal auch bei der ARC Europe einen Preis gewinnen und jetzt durften sie schon zwei Mal auf die „Bühne“.

Zwischen den einzelnen Kategorien bittet Lyall immer wieder Crews auf die Bühne für ihren „Abschiedsapplaus“. Eine so nette Geste. Ganz besonders groß ist der Applaus für die Aurora – unsere Freunde Marleen und Frans. Frans hat es schlimm erwischt. Er hat sich eine Entzündung des Bauchfells  zugezogen und musste nach der Überfahrt ins Krankenhaus.

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Der nächste Preis steht an. Defyrs Crossing Bingo. Wer als erster eine Linie im Bingo erreicht, gewinnt. Wir haben uns sehr bemüht und mehrere Linien fertig bekommen. Und wieder heißt es. Ein Preis geht an Morning Haze und Starship. Darf das wahr sein? Wir – die Familienboote – räumen so richtig ab.

Aber es geht noch weiter. Unsere Freunde von der Morning Haze – so wie wir ein double-handed Family boat – gewinnen den dritten Platz in der Class B. Super gemacht, Dave, Isabel, Rebecca und Demi.

MH II

Die vorletzte Kategorie steht an. Spirit of the ARC. Da gibt es keine großen Diskussionen. Jeder weiß, wer nun auf die Bühne gerufen werden wird. Die 4 Männer sind super Segler. Aber noch viel mehr sind sie der Garant für allerbeste Stimmung. Wo Webster ist, das geht die Party ab. Sie sind  immer zu einem Scherz bereit, immer dazu aufgelegt, sich über sich selbst lustig zu machen.

This is WEBSTER mit Charlie, David, Neal und dem einmaligen Igor aus Slovenien („Every boat should have an Igor. And every Igor should have a boat“).  Sie verdienen den Sieg und es ist ein allgemeines Dankeschön an die 4 Stimmungskanonen. HI HOOOOOOOOOOOOOOOOOO!

WEBSTER

Und dann das Finale.

Prizegiving für die schnellsten Boote der Klasse A in der letzten Etappe.

Der dritte Platz geht an unser ungarisches Schwesterboot – DUCK. Eine großartiges Leistung , wenn man bedenkt, dass sie weder AIS noch SAT-Kommunikation hatten und Wetter-Updates nur von uns per VHF erhalten haben. Wir freuen uns so sehr mit ihnen. Die Zeit mit ihnen war ganz besonders schön und wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen in Kroatien.

DUCK

Lyall macht es spannend. Der zweite Platz geht an den Seriensieger – die deutsche SPARTA III mit Hans, Bernd und Wolfgang. Die drei vollkommen entspannten älteren Herren sind eine Bereicherung für die ARC.

SParta

Aber wer hat dann gewonnen? Die Favoriten sind allesamt genannt.

Und Lyall setzt an: The winner of Leg 3A is a Family Boat, who has just completed the Altlantic Circuit.

It is STARSHIP.

Wir können es nicht glauben. Nach unserem Missgeschick mit der Parasailor-Leine dachten wir, dass wir sicher als letztes Boot durchs Ziel gehen und haben – um dem zu entgehen – die restliche Tage wirkliches alles an Trimmmöglichkeiten ausgenutzt. Alle 10 Minuten haben wir die Segeln kontrolliert, nachgebessert oder gar die Segel – wenn notwendig – gewechselt. Wir sind Butterfly mit ausgebäumter Genua gefahren (zum ersten Mal). Wir haben den Parasailor als Gennaker zusätzlich zum Großsegel gesetzt (zum ersten Mal). Wir haben die Genau zum Parasailor gesetzt. Wir haben alles getan – sogar die Nachtschichten bei schwererem Wetter aus 1,5 Stunden reduziert, um mehr Kraft zu haben. Und die Kinder haben uns mehr denn je unterstützt. Abwaschen, Spülen, Abtrocknen, Zusammenräumen, sogar das Kochen haben sie gelegentlich übernommen, um uns mehr Zeit an Deck zu geben. Immer wieder haben sie zwischendurch untertags Wache gehalten und uns auch bei den „Kommunikationsaufgaben“ – VHF, Sat-Phone unterstützt. Wir waren ein richtiges Team.

Dieser gemeinsame Einsatz und unser Missgeschick zu Beginn dürften das Erfolgsgeheimnis gewesen sein. Während alle anderen Boote viel weiter vorne und in die Flaute segelten, hatten wir mit 4 Stunden Abstand die ganze Zeit über guten Wind und mussten in Summe nur 5 Stunden lang den Motor verwenden.

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Die Kinder haben sich so sehr einen Sieg in irgendeiner Kategorie gewünscht und waren schon mit den drei Preisen davor mehr als zufrieden. Aber dass wir die Etappe gewinnen, das war fern von allen Erwartungen. Lukas, Kathi und Florian haben so wie wir Tränen in den Augen. So ein Erfolg.

Finally – nothing’s gonna stop us now.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Last-Leg-2-Lagos (FINISH)

SUN: Super Wetter, Wind und ….
RUN: … wir setzen den Parasailor in der untergehenden Sonne – als Gennaker – zusätzlich zum Großsegel. Wir wollen noch einmal so richtig Meter machen. Absoluter Wahnsinn. 184 sm gutgemachte Distanz in 24 Stunden.
FUN: Foto-Finish nach 5 Tagen 12 Stunden 43 Minuten und 43 Sekunden. Duck und Morning Haze sind nur wenige Meter hinter uns, dann kommen Bonnie Lass, Sea Eagle und Reberth. Unglaublich. Und wir sind einmal mehr super glücklich.


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Last-Leg-2-Lagos (day 05)

SUN: Oh, what a night. Tagelang hat sich die Sone nicht blicken lassen. Die Wolkendecke war zu dick. Aber jetzt, nach Einbruch der Dämmerung, reisst der Himmel auf, und der Vollmond bleibt die ganze Nacht über unser Begleiter. Das tut gut, denn …

RUN: … wir haben 22 Knoten Wind, 2 Meter Welle und Böen bis 25 Knoten. Wir rauschen mit bis zu 8,5 Knoten dahin, trotz 2. Reff im Groß und leicht gereffter Genua.

FUN: Der Plotter ist wie ein Gameboy. Und das Spiel heißt: geht es sich aus? Schaffen wir es vor dem Frachter zu queren oder nicht?


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Last-Leg-2-Lagos (day 04)

SUN: Die Front bringt WInd. Sonne fehlt. Und das merkt man/frau. Ohne Jacken ist es untertags nicht zu machen. Weil es so kalt ist, essen wir erstmals im Salon zu Mittag. Super nett und gemütlich.

RUN: Ein Durcheinander. Der Wind dreht im 10-Minuten-Abstand um 30-40 Grad. Gerade noch mit 6,5 Knoten und COG 75°, dann wieder nur 4,5 Knoten und südöstlich auf 115°. Das ist mühsam. Ganz besonders bei der Nachtwache.

FUN: Wieder hören wir Duck am Funk und besprechen – trotz der Entfernung – das Wetter. Duck hat wegen eines Wasserschadens kein Iridium und auch kein AIS. Also kein Wetter und keine anderen Boote/Schiffe am Plotter. Am späten Nachmittag backen wir noch einen Schokolade-Kuchen, der so sehr an Volumen beim Backen gewinnt, dass er übergeht und am Rand runter rinnt. Der Rest schmeckt aber großartig.


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Last-Leg-2-Lagos (day 03)

SUN: Wenig Sonne, jede Menge Wolken und immer wieder Nieselregen. Wir sind „angebertelt“. Minimum 3 Schichten, oftmals sogar 4.

RUN: Wir bergen den Parsailor bei über 22 Knoten Wind. Segeln wäre ja noch möglich, aber das Bergen wird mit jedem 10-tel Knoten Wind schwieriger, daher muss er runter. Wir setzen Großsegel und Genua. Anfangs bei gutem Wind segeln wir noch mit über 7 Knoten dahin, dann nimmt der Wind ab, und das ewige Schlagen der Segel wird immer nerviger. Schließlich bäumen wir die Genua aus und schleichen im Schmetterling dahin. Bis wir irgendwann bei 4 Knoten angelangt sind, der Wind wieder dreht, der Kurs zu südlich wird, und wir mitten in der Nacht bei Nieselregen wieder den Rückbau auf „raumen Wind“ vornehmen. So viel zu einem geordneten Wachsystem :-).

FUN: Wir haben schon seit 2 Tagen niemanden mehr gesehen. Es ist ein bloßer Versuch. „Duck, Duck, Duck, this is Starship“. Und wirklich: Zoltan meldet sich. Sie sind 15 sm entfernt von uns. Was für eine Freude.


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Last-Leg-2-Lagos (day 02)

SUN: Sonnig und windig.

RUN: Freitag, der 13-te findet am Dienstag, dem 10. statt. Beim Shiften des Parasailors verdreht sich das Segel total, wir müssen es bergen, dabei fällt meine neue Haube ins Wasser (kein HOB-Manöver), die grüne Achterleine verhängt sich im Propeller. Es dauert 4 Stunden bis Dietmar die Leine wieder aus dem Propeller entfernen kann und wir den Parasailor unter Deck neu einrollen können. 4 Stunden dahin schaukeln bei traumhaftem Wind.

Das ist mehr als hart.

FUN: BINGO-Time: Mit dem Tauchgang von Dietmar haben wir die zweite BINGO-Line erreicht. Wenigstens da sind wir gut in Fahrt.