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26.03: Nevis – Land der Affen, Kirchen und Plantagen

Wir haben wieder einmal Glück mit unserem Guide. Alfred, ein Pastor, ist überpünktlich um 9:30 beim vereinbarten Treffpunkt (Sunshine’s) und führt uns einen halben Tag lang über die Insel – 90 km2, 12.000 Einwohner und noch einmal so viele Affen (gleich gefolgt von den unzähligen Ziegen).

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Wir machen einen kurzen Halt beim (angeblich) ältesten Hotel der Karibik. The Bath Hotel mit angeschlossenen heißen, mineralstoffhaltigen Quellen – nunmehr ein Regierungsgebäude.

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Am Sitz des Premierministers nehmen wir ein Sitzbad – sozusagen.

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Dann geht es weiter zum Montpelier Estate – einst ein herrschaftliches Haus eines Plantagenbesitzers, jetzt ein Luxushotel. Prinzessin Diana hat hier kurz vor ihrem Tod einige Monate gelebt.

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Unweit davon hat Lord Nelson seine Gattin, Francis Herbert Nisbet geheiratet.

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Auch der Nisbet Planatge statten wir einen kurzen Besuch ab. Die Plantage wirkt etwas kleiner, aber der Strand dazu ist sehr einladend.

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Auf dem Weg zur nächsten ehemaligen Plantage passieren wir wieder unzählige kleine Kirchen. 34 sind es insgesamt auf der Insel. Im Schnitt also 350 Einwohner pro Kirche. Darunter auch die älteste Kirche der Karibik, die sehr malerisch auf einem Hügel vor der Westküste gebaut wurde.

Natürlich sparzieren wir kurz durch den kleinen Friedhof nebenan und stellen mit Erstaunen fest, dass die Nevisianer im Schnitt ein sehr hohes Alter erreichen (immer vorausgesetzt, die Daten auf den Geburtsurkunden sind auch richtig erfasst).

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Golden Rock ist die nächste ehemalige Plantage, die wir besichtigen. Das Highlight schlechthin. Das ansässige Künstlerehepaar hat bei der Renovation der alten Gebäude sehr viel Geschick bewiesen.

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Unser letztes Ziel ist die Nelson Quelle. Hier soll Nelson Wasser für seine Schiffe gebunkert haben. Während Antigua unter Wassermangel leidet, hat Nevis noch immer ausreichend viele Quellen.

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24.03: Antigua – Nevis

Tagwache 5:30. Wir legen um 5:45 ab.

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Unser Ziel ist Charlestown auf der Insel Nevis.

Wir segeln anfangs noch mit leichtem achterlichen Wind. Der Parasailor leistet gute Dienste und wir schaffen bisweilen 4 Knoten Speed over Ground obwohl wir nur knappe 5 Knoten scheinbaren Wind haben.

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Es ist so ruhig, dass wir einen Lesetag einlegen können.

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Die schnelle Aurora segelt an uns vorbei.

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Als dann aber der Wind auf nur mehr 3 Knoten fällt, bergen wir den Parasailor und setzen die Aralfock.

Trotzdem kommen wir erst am späten Nachmittag in Charlestown an.

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Charlestown, die Hauptstadt von Nevis, zählt ganze 1.700 Einwohner. Von der ehemaligen Hauptstadt weiter nördlich, St. James, ist nicht mehr übrig. Ein Erdbeben im 17. Jahrhundert.

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25.03: Sunshine’s Bar – Home of the famous Killer Bee

Mit der Crew der Aurora verabreden wir uns auf einen Sundowner am Strand.  Wir sind zeitig dran und wandern noch über den feinen Sandstrand.

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Unser erklärtes Ziel ist Sunshine’s, bekannt für den Rumpunch „Killer Bee“.

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Kaum sitzen wir auf der Terrasse, treffen auch noch die Capricorns ein – was für ein Zufall.

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Wir sitzen so gemütlich im Sonnenuntergang, dass wir schließlich auch noch Abendessen im Restaurant bestellen – ohnehin ein sehr seltenes Vergnügen – (und eine weitere Runde von diesen Killerbienen).

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Es ist ein ganz besonders netter Abend. Und zur Erinnerung gibt es für die beiden Katharinas ein Killerbienen-T-Shirt.

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22.03: Catch of the day

Abschiednehmen heißt es, nicht nur von Green Island, sondern auch von unseren Freunden. „So (jung) komma nimma zamm“. Unsere Wege trennen sich. Maris segelt nach St. Martin, HeckoGecko bleibt noch und alle anderen setzen sehr wahrscheinlich nach einen Zwischenstop in Jolly Harbour Kurs auf Barbuda, Montserrat, Nevis oder St. Kitts. Wohin wir nach Jolly Harbour segeln wollen, wissen wir – wie üblich – noch immer nicht.

Wir brechen schon zeitig auf, um den Tag in Jolly Harbour noch nützen zu können.

Mit raumen Wind machen wir anfangs gute Fahrt, aber dann im Süden kommt der Wind immer achterlicher, sodass wir die Genua wegnehmen und nur mit dem Großsegel segeln. Die Schleppangeln sind natürlich ausgebracht.

Kurz nach Falmouth Harbour macht es den bekannten Ratscher.

„Ein Fisch!!!!!“

Schnell richten wir alles her, was man so zum Fischherausziehen braucht. Aber die Eile ist nicht angebracht. Denn Lukas, der anfangs kurbelt, gibt schnell an Dietmar ab.

Der Fisch ist einfach zu groß.

Wir machen (dank weggereffter Genua) ohnehin nur 5,5 Knoten Speed over Ground, aber auch das ist noch zu viel. Dietmar kämpft geschlagene 30 Minuten, um den Fisch nahe genug an die Bordkante zu bringen, damit ich mit unserem Haken hineinstechen kann.

Da ist das Prachtexemplar: Eine Goldmakrele mit stattlichen 110 cm und 6,3 kg Gewicht.

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Aber nicht nur die Goldmakrele ist eine Pracht sondern auch die Einfahrt in Jolly Harbour. So viel Türkis haben wir noch nie gesehen.

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Und der Tag endet mit einem Festessen – gegrillte Goldmakrele mit Joachim (SY Charly), den wir im Hafen nach langer Zeit wieder treffen – und unseren Stegnachbarn Capricorn.


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21.03: LEI-KAS-iade

So ein Zufall. Ein Zufall?

Leif Hecker (LH) von der HeckoGecko (King Leif Hecker hier mit der Geburtstagskrone made auf STARSHIP)

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und Lukas (ebenfalls LH) haben am selben Tag Geburtstag. Obwohl wir seit der Atlantiküberquerung immer wieder viele Wochen getrennt waren, HeckoGecko zwischendurch sogar eine Woche lang in Deutschland, schaffenwir es justament jetzt wieder, an diesem Tag an einem gemeinsamen Ankerplatz zu sein. Dabei ist die Karibik wirklich groß genug.

Zu Ehren der beiden Geburtstagskinder halten wir am Strand die erste karibische LEI-KAS-IADE mit internationaler Beteiligung ab – mit dem karibisch-olympischen Gedanken: Spaßhaben ist alles!

Es ist einmal mehr ein traumhafter schöner Tag, beinahe windstill und richtig heiß.

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Um drei Uhr am Nachmittag starten wir mit Geburtstagslied, Glückwünschen und Geschenkübergabe.

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Richtig karibisch: die beiden Geburtstagskinder dürfen in der Fischnetz-Hängematte liegen und sich feiern lassen.

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Dann die Aufwärmrunde – wer kann mehr Geburtstagskuchen essen. Zur Auswahl stehen die bekannte karibische Regenwald-Kirsch-Torte, der Zitronenkuchen (ein Rezept, das uns seit Falmouth in Südengland begleitet) und eine Schokotorte mit Streusel. Zur Abrundung gibt es Krokant – selbstgemacht von Maris.

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Weiter geht es im Bewerb mit dem bewährten Becken-Ball-Spiel. Ziel ist es mit einem Ball den Stock umzuschießen, wobei der Ball nur durch einen anderen Tennisball bewegt werden kann, der an einem Schnürl am Rücken hängt. Karl begeistert mit seiner Dreh-Schwing-Technik, muss sich dann aber doch noch Katharina geschlagen geben, die zusätzlich die Ellbogentechnik anwendet.

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Darauf folgt Tauziehen – im Entscheidungsspiel ein klarer Sieg für das gemischte Team.

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Mit verbundenen Augen in Richtung Bottich zielen steht als nächstes am Programm.

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Lukas und Karl fangen im Telemarkstil.

Beim Paarlauf (hierbei muss ein Kübel Wasser heil ins Ziel gebracht werden), steht als unangefochtener Gewinner bald das ungleiche Paar Katharina und Anne-Mei fest.

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Der Sieg beim „Gummibärli aus dem Süßwasser fischen“ geht eindeutig an Feline, obwohl sie ihre Taucherbrille nur zur Zierde aufhat.

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Und zur Abkülung muss jeder einmal ins Wasser. Mindestens. Auch die Ballspiele werden ins Wasser verlegt.

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Zum Abschluss gibt es für alle AthletInnen – wohlverdientermaßen – gegrillte Hotdogs mit Gurkerl, Röstzwiebel und Ketchup.

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19.03: Ready for boarding

Am Ankerplatz von Green Island herrschen optimale Bedingungen für Kitesurfen, Wakeboarden und Windsurfen. Jenne und Karl versuchen sich im Kitesurfen und sind schon nach wenigen Stunden sehr erfolgreich.

Lukas, Kathi und Florian dürfen Wakeboarden ausprobieren. Arnd von der Maris nimmt sich jede Menge Zeit, alle Kinder mit dem Dinghi durch die Gegend zu ziehen.

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Und nach einigen Versuchen klappt es ja wirklich.

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Sogar der nicht einmal 4 Jahre alte Leifi von der HeckoGecko will – so wie die Großen – auf dem Brett stehen.

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Zwischendurch ist Pause angesagt. Thermalwasserähnliche Bedingungen.

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Dietmar – die Karibik ist ja ein Jungbrunnen – steht nach 30 Jahren wieder einmal auf einem Surfbrett und hat nichts verlernt.

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Da strahlt er.

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17.03: Konferenzschaltung

Channel 72 ist seit Spanien unser „working channel at anchorages“. Kanal 72 ist fast immer an. Funken – unsere „Dauer-Konferenzschaltung“ mit so ziemlich allen (im Umkreis von ein paar Seemeilen) gehört untrennbar zum „Leben am Ankerplatz“, insbesondere dann, wenn 12 Kinder auf 5 Booten im Dauerkontakt bleiben wollen.

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Das sind (von links) Jenne, Lukas, Kathi, Anne-Mei, Richard, Karl, Ludwig, Georg, Allan, Malte, Florian mit Leifi an der Hand.

Und so hört sich das dann an:

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HeckoGecko, this is Maris. Backen wir nun einen Kuchen bei euch?
Maris, this is HeckoGecko. Ja, habt ihr noch Mehl?
HeckoGecko, wir haben Dinkelmehl.
Maris, geht auch.
HeckoGecko, this is Starship. Wir bringen drei Eier mit und bunten Streusel.
HeckoGecko, this is Maris. Wir bringen auch noch Mandeln mit. Bis gleich. Over and Out.

 

Enterprise, kann mal einer von euch zum Strand fahren und Malte holen.
Capricorn, ja, machen wir gleich.

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Enterprise, this is Starship. Könnt ihr uns mitnehmen, wenn ihr zur Maris fährt.
Starship, this is Enterprise. Ja, machen wir doch gerne.
Enterprise, Capricorn hier. Könnt ihr Malte auch noch mitnehmen? Soll aber kein U-Boot werden.
Capricon, klar. Das geht schon.
Enterprise, this is HeckoGecko. Könnt ihr mich auch mitnehmen? Ich wiege auch nur 30 kg.
HeckoGecko, ja Jenne, aber das kostet 2,50.

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Aber auch wir Eltern haben so die Vorteile der einfachen Kommunikation erkannt:

This is Capricorn. Wir haben vom gestrigen BBQ einen Löffel zuviel.
Capricorn, this is Maris. Uns fehlt ein Löffel.
Maris, super. Ich hole ihn mir gleich.
All Ships, this is Starship. Wir haben eine Gabel gefunden.
Starship, Capricorn. Sehr gut. Das wollte ich nämlich gerade fragen. Uns fehlt nämlich eine.

Und wenn dann die Sonne untergeht, die Kinder längst ihre Verabredungen für den Abend erledigt haben und auf irgendeinem der 5 Boote einen unterhaltsamen Abend verbringen, dürfen wir auch noch einmal den Funk benutzen:

An alle Eltern der kinderlosen Boote. Wer mit der sturmfreien Bude nichts anzufangen weiß, ist herzlich auf einen vitaminreichen Cocktail eingeladen. Over and Out.