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nothing's gonna stop us now


Ein Kommentar

2018 – ein neues Segeljahr beginnt

Die Liste der Arbeiten um unsere STARSHIP segelfertig zu machen ist lang – und zeitig starten wir mit den Arbeiten, nämlich schon Ende April. Denn wir werden heuer Port Ginesta verlassen und von Barcelona nach Sardinien segeln, wo wir im Süden der Insel eine neue STARSHIP-Heimat gefunden haben.

Der Rigg-Check fällt gut aus.

Der Motor erhält ein Komplett-Service samt Tausch von Schläuchen, Impeller, Dieselfilter, Ölfilter, Separ-Filter, Motoröl und Kühlflüssigkeit.

Die 110m Ankerkette – durchgerostet – wird ersetzt durch eine neue 60m Ankerkette. Um die beiden Kettenteile von je 30m gut zu verbinden, lassen wir das Verbindungsstück nochmals mit einer Hydraulikpresse verstärken. Was sich in zwei Sätzen beschreiben lässt, dauert in der Umsetzung einen halben Tag.

STARSHIP gedreht werden, um mit dem Bug zur Mole zu stehen. Dann wird der 45kg Anker auf die Mole gehoben, der Ankerwirbel vorsichtig mit der Flex von der Kette getrennt. Dann wird die Kette Meter für Meter von Hand aus dem Ankerkasten gehoben und auf die Mole gelegt. Die Ankerkette ist stellenweise so stark verrostet, dass zuerst die Glieder der Ankerkette mit einem Hammer voneinander gelöst werden müssen. Die Ankerkette wird dann mit der Flex in 3 Teile zu je 35m geschnitten (sind ja auch noch an die 70 kg je Packerl). Die Ankerleine wird gewaschen. Zum Schluss muss der Ankerkasten von den gefühlten 20 kg Rostblättchen gereinigt werden. Dann nochmals reinigen und dann das ganze wieder retour. Ankerwirbel auf den Anker und auf die neue Kette, Kette und Ankerleine verbinden, Meter für Meter in den Ankerkasten und zuletzt den Anker aufs Boot heben. Die rostige Kette wird von den Marineros entsorgt.

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Den kleinen Riss an der Seele der Genua nähen wir selbst und verstärken die Verbindung. Hält ausgezeichnet wie sich beim Anschlagen der Genua zeigt.

Die Vorhänge in den Heckkabinen sind neu. Marshmellow-Weiß passend zur Farbe der Innenverkleidung. Selbst genäht in den langen Winterabenden.

Der Großeinkauf bei LIDL in Castelldefels beschränkt sich dieses Jahr nur mehr auf Flüssiges und Frühstückszutaten.

Wir schlagen die Segel an und testen alles bei einer kleinen Ausfahrt.

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Das alles (inkl. 2 Tagen Arbeit an Bimini und Sprayhood) dauert bei zum Teil tiefen Temperaturen, starkem Wind und Regen 5 ganze Tage.

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Ein Kommentar

2018 – ein Winterprojekt

Sprayhood und Bimini sind ja schon in die Jahre gekommen. Ganz besonders der Sommer 2017 mit starkem Wind hat beiden sehr zugesetzt. Gut in Erinnerung sind das zerfetzte Bimini und die notwendigen Ausbesserungen nach der stürmischen Überfahrt von Barcelona nach Mallorca.

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Also fällt  der Entschluss, doch selbst beides neu zu nähen – animiert durch die umfangreichen Videos von http://www.sailrite.com auf youtube.

Der Beginn eines Winterprojektes mit einer langen Einkaufsliste und einem Import aus den USA.

Dann folgen viele, viele Wochenenden des Zuschneidens mit dem Hotknife, des Nähens, des Auftrennens, des wieder Zusammennähens, des zwischendurch leicht (bis schwer) Verzweifelns, des Mut Schöpfens, des weiter Nähens.

Wohnzimmer und Gästezimmer werden zur Segelmacher/Schneiderei umfunktioniert. Die über 35 Jahre alte, altantikerprobte  Nähmaschine (ein Geschenk meiner ungarischen Oma zum 16. Geburtstag) wird mit Verpackungen von Gesellschaftsspielen um eine Auflagefläche vergrößert. Die Zipps sind eine Sonderanfertigung von YKK.

Schließlich dann die Anprobe auf der STARSHIP.

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Wir sind zufrieden. Wir sind ja auch erst Lehrlinge, bis zur Meisterprüfung der Segelmacher dauert es aber noch.