sy starship

nothing's gonna stop us now


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29.08: Nazaré – „Doppelgänger?“

Schon wieder sind wir auf Herbergssuche – dieses Mal in Nazaré.

Im engen Gemeindehafen liegen alle schon im Pakerl – auch HeckoGecko und Enterprise.
Wir versuchen unser Glück in der privaten Marina, werden freundlichst aufgenommen und kommen bald ins Gespräch mit einer jungen, belgischen Familie, die uns beim Anlegen hilft.

Auf unsere Starship deutend fragt Jo nach kurzer Zeit, ob Beneteau diese Ausstattung der Oceanis 46 als Option anbietet. Im ersten Moment verstehen wir seine Frage nicht ganz. Daher ergänzt er: sie kennen eine belgische Familie, die Stellamans, deren Boot – eben eine Oceanis 46 – genau so aussähe wie unseres. Gibt es so etwas?

Lachend klären wir ihn nun auf: “ That IS or better said that WAS the boat of the Stellamans. We’ve bought her from them.“

Die Seglerwelt ist klein.

IMG_0287

Hanne, Jo, Aron und Nina von der SY sMILES

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28.08: Figueiro da Foz – „Jennes Fest“

Ein Marinatag wie üblich – mit traumhaftem Wetter.

Traude hat sich schon zeitig in der Früh aufgemacht, nach Coimbra zu fahren.

Wir kümmern uns um Bordschule (Multiplikationen und Divisionen mit Dezimalzahlen), Deckputz und schieben dann noch einen kurzen Spaziergang durch Figueiro da Foz (die gebräuchliche Abkürzung hier lautet „Fig. Foz“) ein.

Fig Foz 3

FigFoz 2

FigFoz1

Und – como siempre – ein Eis zur Stärkung.

Icecream

FloFigFoz

Am späteren Nachmittag startet dann das Geburtstagsfest von Jenne von der HeckoGecko. 9 Kinder (das Geburtstagskind Jenne, sein Bruder Leif, Karl, Ludwig, Georg und Richard von der Enterprise und unsere Drei) tummeln sich im Cockpit, bemalen Jennes neues Handtuch, haben jede Menge Spaß mit den typischen „Hüttenspielen“ wie Mehlschneiden, den schwimmenden Apfel essen, etc. , gehen zwischendurch schwimmen, sehen sich zu neunt einen Film auf der Enterprise an und futtern zuletzt Torte und Pizza.

Super Fest.

JennesFest1 JennesFest2 JennesFest3

Die Eltern der Berliner Buben, Olaf und Christine, und wir sitzen einstweilen bei uns im Cockpit und plaudern über die bisherigen Erlebnisse, die vielen Erfahrungen und die nächsten Pläne.

Die Gemeinschaft der „Atlantikrunde-SeglerInnen 2013/2014“ wird immer größer.

 


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27.08: STARWARS – und das Müsli fliegt tief (auf dem Weg von Porto nach Figueiro da Foz)

Wie befürchtet ist der Schlag von Porto nach Figueiro da Foz ein Geschaukel der Sonderklasse. Hohe Wellen (2,5 m) von achtern und wenig Wind.

Das Müsli in der einen Hand und nur mit der rechten Hand abgesichert, versuche ich mich aus dem  Niedergang kommend neben Traude im Cockpit hinzusetzen. Eine riesengroße Welle schaukelt die Starship einmal mehr und erwischt mich so ungünstig, dass ich aus der Drehung heraus auf Traude stürze. Mein Müsli verselbständigt sich und landet auf der Großschot. Traude lässt vor Schreck alles fallen, ihr Marmeladebrot klebt auf der Backskiste, die „fliegende“ Untertasse landet unweit davon. Dafür sitze ich auf ihrem Schoß. Zum Glück ohne Schaden. Die Kinder biegen sich vor Lachen.

12 Stunden dauert es bis wir endlich die Marina in Figueiro da Foz erreichen.

HeckoGecko und das junge schweizer Paar sind schon da. Und als wir gerade zum Anlegebier zu ihnen aufbrechen, legt neben uns die deutsche „SY ENTERPRISE“ mit 4 Buben im Alter von 9 und 11 an.

Super, jetzt ist STARWARS komplett.

Schließlich sitzen wir wenige Minuten später zu achtzehnt im Cockpit der Heckogecko und plaudern in der untergehenden Sonne über unsere bisherigen Erlebnisse.


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26.08: „Marinaleben“

Wir haben einen ausgiebigen Marinatag gebraucht, um etwas mehr Bordschule zu machen, Reparaturen zu erledigen und weil die Kinder endlich wieder einmal einen Tag ohne Sightseeing wollten.

Nach Einkauf, Bordschule, Putzen, Bananenkuchen backen und Kochen (Albondigas in Tomatensauce mit Zucchini und portugiesischen Erdäpfel) können Dietmar und ich uns den notwendigen Reparaturen widmen:

  • Der Cockpittisch ist an einer Seite ausgebrochen,
  • im Bimini fehlt eine Schraube,
  • der Ankerkasten muss ordentlich geputzt werden,
  • Wasser müssen wir nachtanken,
  • die neuen Deckbeschläge sind undicht und müssen abgedichtet werden und
  • der Parasailor ist zu schlichten, damit er morgen zum Einsatz kommen kann.

Also genug für einen langen Nachmittag.

Die Kinder nutzen den Tag, um neue Freundschaften zu schließen. Eine französische Ovny 43 mit drei Kindern (Zachary, Eve und Kim) ist angekommen und obwohl sie sich kaum verständigen können, verbringen Florian, Lukas und Katharina den ganzen Nachmittag mit ihnen. Auf der Starship ist einiges los. Die sechs Kinder essen Bananenkuchen, spielen fangen, fischen Müll aus dem Wasser und „unterhalten“ sich über den Google-Translator. Großartig, so haben wir uns das auch ausgemalt.

So nach und nach lernen wir immer mehr Crews mit Kindern kennen, die 2013/2014 die Atlantikrunde bewältigen wollen. Ich bin sicher, wir sehen uns alle spätestens in der Karibik wieder.

 

 

 

 

 


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24.08: Porto

Unser RCC Pilot „Atlantic Spain and Portugal“ schreibt in der Einleitung über die portugiesische Küste: „ Until recently many yachtsmen have viewed the west coast of Portugal as best avoided,…“. Das deckte sich auch mit den Beiträgen und Artikeln, die wir in Yachtzeitschriften und Handbüchern gelesen hatten. Die Mischung aus Gezeiten, Atlantikwellen, starken Winden und Gegenströmungen der großen Flüsse wie Rio Douro in Porto oder Rio Tejo in Lissabon kann sehr unangenehme Bedingungen ergeben. Erst letztes Jahr waren mehrere SeglerInnen einer deutschen Yacht und auch zu Hilfe eilende Retter in einer Hafeneinfahrt ums Leben gekommen.

Mit entsprechend großem Respekt nehmen wir daher den portugiesischen Teil unserer Reise in Angriff.

Denn noch mehr als bisher ist unsere Route und die Entscheidung, wo wir ankern oder in welchem Hafen wir bleiben können, nicht von uns, sondern von Wind, Wellenrichtung, Strömung, Gezeiten und Hafentiefe abhängig.

Porto ist daher keine erklärte Destination, der Rio Douro, keine Infos zur Marina und noch dazu „Spring“ – also Hochwasser.

Wenige Meilen vor der Alternative, nämlich Leixoes, meldet sich Sven von der HeckoGecko über Funk und berichtet uns von seinem Telefonat mit der neuen, erst kürzlich errichteten Marina Douro in Porto. Es sei trotz „Spring“ sicher, in den Hafen zu kommen, man würde uns bereits bei der Hafen-Entrance abholen und es gäbe genug Tiefgang auch für uns.

Was für ein Glück!

Wir hätten sonst ein Highlight unserer Reise versäumt.

Die Einfahrt in den Hafen gestaltet sich tatsächlich trotz der hohen Wellen erstaunlich einfach. Die Wellenbrecher liegen für den Wind einfach günstig. Spannend wird es noch einmal als wir mit Rückenwind in die Marina selbst fahren müssen. Vorwärtsfahrt im Retourgang, damit wir die 20 kn Wind von achtern abfedern.

Die Marina selbst ist das erste Highlight. Modern, großzügig angelegt, mit sehr freundlichen MitarbeiterInnen, die ausgezeichnet englisch sprechen, schnellem Internet, „Gratis-Brötchen-Service“ in der Früh und einem großartigen Blick auf die Ponte de Arrabida. Wir haben noch dazu die besten Liegeplätze bekommen. Sozusagen, erste Reihe fußfrei mit barrierefreiem Blick auf den Fluss und die Brücke.

Aber es kommt noch besser, denn Porto selbst erweist sich als wahres Juwel.

Alleine schon der Fußweg von der Marina zur Altstadt ist beeindruckend. Von der 8er-Gondel aus auf dem Weg zum Kloster genießen wir den großartigen Blick auf die Dachlandschaft der Portweinkeller, für die Porto so berühmt ist.

Porto 17

Mit etwas mulmigem Gefühl in den Beinen geht es dann über die große Ponte Luiz, die von Eiffel geplant worden war.

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Nach einer Eskimo-Eis-Stärkung (hierzulande „Ola“) wandern wir durch die Altstadt wieder zum Fluss hinunter.

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Porto 15

Enge, steile Gassen, alte, 4- stöckige Häuser, keines mehr als 2-3 m breit und jede Menge älterer Portugiesinnen, die sich mit viel Gestik den Tratsch der Woche erzählen.

Altstadt

Auch am nächsten Tag (nach anstrengenden 3 1/2 Stunden Bordschule „Rechnen mit Dezimalzahlen“) zieht es uns wieder in die Stadt. Dieses Mal gemeinsam mit HeckoGecko. Mit der kleinen Fähre setzen wir auf der Höhe der Marina über den Fluss. Die Tram bringt uns wieder zum Altstadtkai, von wo wir aus die 6-Brücken-Bootsfahrt machen.

Cable car 3

porto 7

Porto 12

Dann – wieder einmal gestärkt durch ein Eskimo-Ola-Eis – geht es mit dem Cable-Car hinauf zum Kloster und zum sehenswerten alten Bahnhof mit 100.000 Azulejos an den Wänden.

Porto 8

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In den engen Gassen findet gerade eine Prozession zu Ehren der Heiligen Vitoria statt.

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Zwischen den alten, bunten Häusern wandern wir wieder zum Fluss hinunter.

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Wir queren abermals die Ponte Luiz, dieses Mal die untere Ebene, spazieren an den Portweinkellereien vorbei und finden dann ein kleines, sehr untouristisches Lokal im Stadtteil Afurada. Endlich gegrillte Sardinen und Brigadeiro.

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In der traumhaften Abendstimmung klingt dieser Tag aus.

Porto 19

Und jetzt, nach drei Tagen in Porto, können wir nur bestätigen, was wir im Reiseführer über Porto gelesen haben:

Porto ist eine bezaubernde Stadt, die auf den Anhöhen an der Mündung des Flusses Douro gelegen ist. Sie gehört aufgrund ihrer historischen Gebäude und bemerkenswerten Denkmäler zum UNESCO-Welterbe. Zu den Highlights der zweitgrößten Stadt Portugals gehören die beeindruckende Kathedrale von Porto, der Torre dos Clérigos und die berühmten Portweinhäuser, die den Hang von Vila Nova de Gaia dominieren. Auch wenn sie weitgehend industrialisiert ist, bietet Porto eine unwiderstehliche Synthese aus historischen und modernen Sehenswürdigkeiten.


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23.08: Unglaubliche 9 Kn Speed over Ground

Bayona – Porto

Wie üblich, Tagwache um 3:40. Aber bis zum tatsächlichen „Anker hoch“ vergehen leider noch 1 1/2 Stunden, weil sich der Motor „kratzig“ anhört. Also nochmals Motoröl angesehen, weitere Kontrollen vorgenommen, endlich geht es los.

Mit 3 Knoten schaukeln wir uns dahin. Wenig Wind, viel Nebel. Schließlich motoren wir sogar, weil so gar nichts weiter geht.

Dann gegen Mittag kommt Wind auf. Von achtern. Zuerst probieren wir Butterfly mit der Genua auf Steuerbord, dann mit der Genua auf Backbord, aber dann – als auch noch die Sonne dazukommt und wir vom Schlagen der Segel schon leicht genervt sind -, heißt es „Parasailor raus“.

Das ist ja eine ziemliche Aktion.

  • Parasailor aus der Kabine von Dietmar und Uschi aufs Vordeck bringen (ein Parsailor von der Größe eines ordentlichen Sitzsackes)
  • Auspacken
  • Schothörner mit den endsprechenden Vor- und Achterleinen verbinden
  • Vor- und Achterleinen im Cockpit über die WInschen führen
  • Tasche sichern
  • Genuaschoten umlegen
  • Spifall am Parasailor fixieren
  • Bergeleine festmachen

Und dann – wenn der Parasailor gut zusammengelegt war – zieht man/frau den Parasailorschlauch samt Bergeschlauch über die Spifall hoch und setzt ihn über die Heiß/Bergeleine.

Jetzt muss die versammelte Mann/Frauschaft im Cockpit über die vier Vor- und Achterleinen den Parasailor gut austarieren und los geht es…..

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Zunächst sind es „nur“ 6 Kn Speed over Ground bei ca. 8 Kn Fahrt durch das Wasser. Aber als dann der Wind zunimmt, zeigt die Anzeige auf einmal 7,4, 7,5, 7,7 kn, sogar 8,1 Kn. Wir sind restlos begeistert. Und müssen natürlich für die Familienchronik gleich noch ein Beweisfoto machen.

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Aber es kommt noch besser.

Als der Wind schon auf die 20 kn zugeht (auf unserer Anzeige – der ich nicht recht glaube – in den Böen sogar 24 Kn), klettert die „Tachonadel“ für Speed over Ground sogar auf 9 Kn.

Tagesbestleistung. Wochenbestleistung. ALL TIME HIGH. (und alles in einem :-))

Das hätten wir nie erwartet. Und deswegen auch kein Foto mehr.

Aber damit ist es auch genug. Denn noch mehr Wind beim Parasailor – dafür fehlt uns eindeutig der Mut (auch besser so!).

Das Bergen bei so viel Wind gestaltet sich auch nicht gerade einfach. Traude und ich versuchen die Windfenster nach einer Böe zu nutzen, damit Dietmar den Bergeschlauch über die 140 m2 Segel ziehen kann. Mit seinem ganzen Gewicht hängt er an der Bergeleine, während Traude und ich langsam fieren. Auch Lukas und Katharina sind im Einsatz, um die Vorleinen zu bedienen. Endlich ist der Parasailor wieder im Sack. Und dann heißt es :

  • Bergeleine festmachen
  • Spifall am Mast fixieren und anholen
  • Genuaschoten umlegen
  • Vor- und Achterleinen von den Schothörnern nehmen, sichern, einholen und aufschießen
  • Parasailor einpacken
  • Tasche am Bug sichern

…und das alles bei 1,5 Meter hohen und sehr kurzen Wellen.

Aber was macht man nicht alles für das unglaubliche Erlebnis von „9 Kn Speed over Ground“.

Und als Draufgabe der super schnellen Fahrt: die Hafeneinfahrt nach Porto.

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21.08: Islas Cies

Obwohl wir uns schon am 15. Juli um eine Erlaubnis „para anclar cerca de la isla cies“ gekümmert und auch mehrmals urgiert haben, erhalten wir diese nicht. Darum laden uns die HeckoGeckos ein, mit ihnen zur Insel zu segeln. 2 Seemeilen vor Bayona. Ein wunderschöner, wenn auch windiger Tag.

Aber für uns auch ganz eigenartig; ohne eigenes Boot, nur mit der Badetasche und Proviant ausgerüstet. Wie ein Ausflug auf einem Badeschiff.

Flo und Jenne Isla Cies beim Anlanden Leif