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24.08: Porto

2 Kommentare

Unser RCC Pilot „Atlantic Spain and Portugal“ schreibt in der Einleitung über die portugiesische Küste: „ Until recently many yachtsmen have viewed the west coast of Portugal as best avoided,…“. Das deckte sich auch mit den Beiträgen und Artikeln, die wir in Yachtzeitschriften und Handbüchern gelesen hatten. Die Mischung aus Gezeiten, Atlantikwellen, starken Winden und Gegenströmungen der großen Flüsse wie Rio Douro in Porto oder Rio Tejo in Lissabon kann sehr unangenehme Bedingungen ergeben. Erst letztes Jahr waren mehrere SeglerInnen einer deutschen Yacht und auch zu Hilfe eilende Retter in einer Hafeneinfahrt ums Leben gekommen.

Mit entsprechend großem Respekt nehmen wir daher den portugiesischen Teil unserer Reise in Angriff.

Denn noch mehr als bisher ist unsere Route und die Entscheidung, wo wir ankern oder in welchem Hafen wir bleiben können, nicht von uns, sondern von Wind, Wellenrichtung, Strömung, Gezeiten und Hafentiefe abhängig.

Porto ist daher keine erklärte Destination, der Rio Douro, keine Infos zur Marina und noch dazu „Spring“ – also Hochwasser.

Wenige Meilen vor der Alternative, nämlich Leixoes, meldet sich Sven von der HeckoGecko über Funk und berichtet uns von seinem Telefonat mit der neuen, erst kürzlich errichteten Marina Douro in Porto. Es sei trotz „Spring“ sicher, in den Hafen zu kommen, man würde uns bereits bei der Hafen-Entrance abholen und es gäbe genug Tiefgang auch für uns.

Was für ein Glück!

Wir hätten sonst ein Highlight unserer Reise versäumt.

Die Einfahrt in den Hafen gestaltet sich tatsächlich trotz der hohen Wellen erstaunlich einfach. Die Wellenbrecher liegen für den Wind einfach günstig. Spannend wird es noch einmal als wir mit Rückenwind in die Marina selbst fahren müssen. Vorwärtsfahrt im Retourgang, damit wir die 20 kn Wind von achtern abfedern.

Die Marina selbst ist das erste Highlight. Modern, großzügig angelegt, mit sehr freundlichen MitarbeiterInnen, die ausgezeichnet englisch sprechen, schnellem Internet, „Gratis-Brötchen-Service“ in der Früh und einem großartigen Blick auf die Ponte de Arrabida. Wir haben noch dazu die besten Liegeplätze bekommen. Sozusagen, erste Reihe fußfrei mit barrierefreiem Blick auf den Fluss und die Brücke.

Aber es kommt noch besser, denn Porto selbst erweist sich als wahres Juwel.

Alleine schon der Fußweg von der Marina zur Altstadt ist beeindruckend. Von der 8er-Gondel aus auf dem Weg zum Kloster genießen wir den großartigen Blick auf die Dachlandschaft der Portweinkeller, für die Porto so berühmt ist.

Porto 17

Mit etwas mulmigem Gefühl in den Beinen geht es dann über die große Ponte Luiz, die von Eiffel geplant worden war.

Porto 6

Nach einer Eskimo-Eis-Stärkung (hierzulande „Ola“) wandern wir durch die Altstadt wieder zum Fluss hinunter.

Porto 11

Porto 15

Enge, steile Gassen, alte, 4- stöckige Häuser, keines mehr als 2-3 m breit und jede Menge älterer Portugiesinnen, die sich mit viel Gestik den Tratsch der Woche erzählen.

Altstadt

Auch am nächsten Tag (nach anstrengenden 3 1/2 Stunden Bordschule „Rechnen mit Dezimalzahlen“) zieht es uns wieder in die Stadt. Dieses Mal gemeinsam mit HeckoGecko. Mit der kleinen Fähre setzen wir auf der Höhe der Marina über den Fluss. Die Tram bringt uns wieder zum Altstadtkai, von wo wir aus die 6-Brücken-Bootsfahrt machen.

Cable car 3

porto 7

Porto 12

Dann – wieder einmal gestärkt durch ein Eskimo-Ola-Eis – geht es mit dem Cable-Car hinauf zum Kloster und zum sehenswerten alten Bahnhof mit 100.000 Azulejos an den Wänden.

Porto 8

Porto 9

In den engen Gassen findet gerade eine Prozession zu Ehren der Heiligen Vitoria statt.

Porto 4

Zwischen den alten, bunten Häusern wandern wir wieder zum Fluss hinunter.

Porto 10

Wir queren abermals die Ponte Luiz, dieses Mal die untere Ebene, spazieren an den Portweinkellereien vorbei und finden dann ein kleines, sehr untouristisches Lokal im Stadtteil Afurada. Endlich gegrillte Sardinen und Brigadeiro.

Porto 18

In der traumhaften Abendstimmung klingt dieser Tag aus.

Porto 19

Und jetzt, nach drei Tagen in Porto, können wir nur bestätigen, was wir im Reiseführer über Porto gelesen haben:

Porto ist eine bezaubernde Stadt, die auf den Anhöhen an der Mündung des Flusses Douro gelegen ist. Sie gehört aufgrund ihrer historischen Gebäude und bemerkenswerten Denkmäler zum UNESCO-Welterbe. Zu den Highlights der zweitgrößten Stadt Portugals gehören die beeindruckende Kathedrale von Porto, der Torre dos Clérigos und die berühmten Portweinhäuser, die den Hang von Vila Nova de Gaia dominieren. Auch wenn sie weitgehend industrialisiert ist, bietet Porto eine unwiderstehliche Synthese aus historischen und modernen Sehenswürdigkeiten.

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2 Kommentare zu “24.08: Porto

  1. Das klingt ja mal richtig nach Urlaubsentspannung. Seufzt da wird man bei trüben, nassfeuchten 15°C in Wien richtig neidisch.

  2. Wir haben das Gefühl. daß jetzt erst der „Urlaub“ für euch beginnt. Ich war 1993 schon in Portugal, kenne Porto und bin auch mit der „electrico“ herumgezuckelt und mit der Linie „Infante“ am malerischen Douroufer entlang gefahren. Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Zeit und sind froh, daß ihr alle gesund seid.
    LG und Bussi an unsere Drei
    Traude und Willi

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