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nothing's gonna stop us now


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20.02: …und schmeckt wie schnittfestes Sanostol

Mathe und Deutsch sind zur Zeit „on hold“. Für die Kinder gibt es nur Unterricht in Geografie, Biologie und Geschichte mit native Speaker und dazu Turnunterricht (Wandern und Schwimmen) und gelegentlich Musik.

Für unsere 6. und letzte Inseltour können wir mit Ren einen ausgezeichneten Taxifahrer und Guide finden.

Auch der starke Regen der vergangenen Nacht kann uns nicht davon abhalten, pünktlich um 9:00 Uhr zum ersten Site, den „kalten Schwefelquellen“ zu starten. Wir versinken förmlich im Sumpf auf dem Weg zu den stinkenden und noch dazu kalten Quellen in der Nähe von Portsmouth.

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Ren zeigt uns Sorrel, eine Pflanze mit roten Blättern, aus der man Saft und Tee herstellen kann. Einfach Blüten abzupfen und mit heißem Wasser übergießen. Aus Sorrel wird auch der dominicanische Christmas-Drink hergestellt.

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Weiter geht es zum nächsten Wasserfall (Bwa Nef Fall), der nicht nur durch seine Schönheit besticht.

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Sondern ganz besonders dadurch, dass Jean, auf dessen Grund der Wasserfall verläuft, anwesend ist, uns herzlich begrüßt und viel über Obst und Gemüse, das er anbaut, erzählt. Wir kosten seine Bananen, Kokosnüsse und eine Orange. Er zeigt uns, welches Gemüse man für die traditionelle Callaloo Suppe oder Eintopf verwendet und wie man es schneidet.

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In seinem „Garten“ dürfen wir auch eine Kakao-Frucht ernten, öffnen und die Kerne lutschen. Das weiße, gelartige Fruchtfleisch schmeckt süß und intensiv.

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Unser nächstes Ziel ist Calibishi (ein Ort, dessen Name noch aus dem Kalinago Wortschatz kommt), von wo aus wir die Red Rocks besichtigen wollen.

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Auf dem Weg dahin besuchen wir einmal mehr einen „Pirates of the Caribbean“-Schauplatz und die „Number One“-Beach.

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Ren zeigt den Kindern „karibische Tempelhüpfen“, vorbei an Krabben und Kokosnüssen.

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Gegen 15 Uhr erreichen wir das „Kalinago-Modell-Dorf“. Im 1903 eingerichteten Caribe-Territorium, in dem die letzten Nachfahren der Ureinwohner leben, wurde ein Schaudorf errichtet. Ein junge Führerin erklärt uns die wesentlichen Komponenten ihrer Kultur: wie man Brot (cassava oder cassada genannt: aus einer Wurzel mit Salz, Zucker, Wasser und Kokos) bäckt, Boote aus einem Gummibaum macht, „Sugar Cane“ auspresst, Hütten errichtet, Dächer deckt und „zum Mann wird“.

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Für die Kinder gibt es Musikunterricht.

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Wir dürfen auch die Ahnengalerie besichtigen.

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Und sie erklärt uns die „Medizin“-Pflanze Noni, aus der auch das berüchtigte Getränk „Painkiller“ gemacht wird. Noni soll übel stinken, übel schmecken, aber so gegen alles ein Heilmittel sein (Grippe, Malaria,…).

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Reb zeigt uns Cashew-Nüsse.

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Am Strand sammeln wir Mandeln. Öffnen, aus der dicken Schale herausschälen und kosten. Die Mandeln sind so weich wie unsere ungetrockneten Walnüsse.

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Dann hält Ren wieder am Straßenrand, springt flink aus dem Bus, kauft eine Frucht und strahlt über das ganze Gesicht:“ This is apricot! My favorite!“

Nun, wie eine Aprikose sieht diese Frucht nicht aus.

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Sie ist so groß wie eine Grapefruit. Die Schale ist 3 mm dick und bitter. Das Fruchtfleisch hat die Farbe einer reifen Marille und die Konsistenz einer eher unreifen Birne. Und der Geschmack:? …. wie schnittfestes Sanostol. Auch unser Favorit!

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Und ganz am späten Nachmittag gibt es noch ein eiskaltes Bad in den Emerald Pools. Wir sind so spät dran, dass wir diesen Wasserfall und das große Bassin ganz für uns alleine haben.

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Wie schon so oft in den letzten Tagen, ist die Sonne beim Untergehen, als wir heimkehren.

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19.02: Captain Marks Hideaway

In einer „karibischen“ Segelzeitung lesen wir ein kleingedrucktes Inserat.

Enjoy sweeping Ross, Cambrits and Guadeloupe views from the all-local woods „tree“ house and deck set amidst a lush garden.

Als wir dann noch eine Empfehlung von Junior, dem Barmann in Mero erhalten, überlegen wir nicht lange und kontaktieren Captain Mark, um „Dinner“ in seiner Peanut Farm Bar & Grill für Mittwoch Abend zu reservieren.

Wir haben keine Vorstellung, was uns erwartet.

Ein Bus holt uns überpünktlich an der Ecke Market Street / Main Street in Portsmouth ab. Wir fahren in Richtung Picard und dann den Berg hinauf. Es ist schon längst dunkel und ein 4-Wheel-Drive wäre von Vorteil, aber nach 15 Minuten Fahrt sind wir bei dem kleinen, aber sehr gemütlichen Holzhaus mit großer Terrasse angekommen. Große Küche, gemütliches Wohnzimmer, luftiges Schlafzimmer mit sehr dekorativem Moskitonetz. Mehr ist es nicht, wirkt aber wie aus einem Film.

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Captain Markt, ein US-Amerikaner mit polnischen Wurzeln begrüßt uns, erklärt das Menü des Abends (mexikanisch-creolisch mit Tacos, Spießen und Guacamole) und schon genießen wir den ersten Rumpunsch.

Köstlich.

Die Kinder vereinnahmen das Wohnzimmer mit drei großen, weißen (noch immer) Ledercouchen.

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Sie spielen Dart, singen und tanzen zu lautester Popmusik. Als wäre es ihr eigenes Zuhause.

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Die Stimmung ist großartig.

Wir 4 sitzen gemütlich auf der Terrasse, lauschen gespannt der Kurzfassung von Marks Lebensgeschichte und lassen uns bereitwillig zur einer Rumverkostung überreden.

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Das Abendessen , von Kathi (einer jungen Dominicanerin ) und Mark zubereitet, schmeckt. Wir fühlen uns so wohl, als wären wir bei Freunden zum Grillen eingeladen.

Die Kinder helfen in der Küche. Lukas fragt: “May I be your dishwasher?”

Zur Nachspeise gibt es flambierten Bananenkuchen, wobei der Rum durch das Feuer maximal gewärmt, aber keinesfalls verbrannt wurde. Schwips im Anzug.

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Und dann zum Abschluss gibt es noch einen Shot-Ski.

Unter Anfeuerung der Kinder heißt es „EX“. Leider begehe ich einen taktischen Fehler. Mein Passionfruit-Rum hat die Konsistenz eines Pfirsich-Konserven-Suds und wird im Mund immer mehr, während Olaf und Kristine dünnflüssige Mischungen ausgewählt haben und den Abgang leichter schaffen. Fürs nächste Mal weiß ich es besser….

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So ein Glück, dass wir nicht heimfahren müssen, sondern uns der nette Busfahrer wieder bis zum Dinghi-Dock bringt, von wo aus es nur ein kurzes Stück bis zum Boot ist.

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Schade, dass diese Tage und Abende allesamt so schnell vergehen.


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19.02: Chaudiere Pool

Chaudiere Pool haben wir als nächstes Ziel erkoren.

Beim Fischer-Dock, an dem wir freundlicherweise mit dem Dinghi auch parken dürfen, hat gerade ein kleines Fischerboot angelegt, und die Fischer lösen den Fang mühsam aus dem Netz. „8 EC a pound“ ist der „local price“ für den Fisch. Umgerechnet 2,4 Euro für ein halbes Kilo.

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Weiter geht es mit einem lokalen Bus, der uns für weitere 5 EC pro Kopf und Nase bis nach Bense bringt. Von dort beginnt der Wanderweg zum Chaudiere Pool. Eine knappe Stunde lang bergauf und bergab. Gelegentlich regnet es, was aber auf der regenreichsten Insel in der Karibik nicht sonderlich überraschend ist. So schnell wie der Regen kommt, so schnell geht es auch wieder.

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Fast übersehen wir das kleine Schild, das uns den Weg zeigen soll.

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Und sind im ersten Moment auch ein wenig enttäuscht, weil das Becken nicht gerade aufregend aussieht.

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Aber die Kinder lassen sich davon nicht irritieren, sondern wandern ein Stück weiter flussaufwärts und siehe da, vor uns liegt das richtige Chaudiere Pool.

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Mutig machen sich die jungen Männer daran, vom 4 Meter hohen Felsen ins kühle Wasser zu springen.

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Für den Weg zurück wählen wir einen nicht wirklich beschilderten Abkürzer. Es geht steil bergauf und ist rutschig, aber wir sind erfolgreich und kommen wieder zur Straße zurück.

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Unterwegs finden wir einmal mehr Kokosnüsse, die wir dann bei unserer Mittagsrast genüsslich verzehren.

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18.02: Fort Shirley – Cabrits

Die Prince Rupert Bay hat eine ähnliche Lage und Größe wie die Rodney Bay in St. Lucia. Im Norden der Insel, bei den vorherrschenden Winden nur durch Aufkreuzen zu erreichen. Ideal daher, um sie gegen unerwünschte Eindringlinge zu schützen, selbst aber die Vorteile der gut gelegenen Bucht zu nutzen.

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Nicht weiter verwunderlich, dass auch auf dieser kleinen Halbinsel im 18. Jahrhundert ein Fort – nämlich Fort Shirley –gebaut wurde, das wir besichtigen wollen. Fort Shirley ist die wichtigste historische Sehenswürdigkeit von Dominica.

Mit den Dinghis setzen wir zur Halbinsel über. Genau genommen nur die Enterprise, denn da unser Dinghi-Motor seit einer Woche streikt, werden wir einmal mehr hinterher gezogen. Leider beginnt der Ausflug mit einem weiteren, kleinen Problem. Ludwig hat seine Schuhe auf dem Boot vergessen, die Kinder basteln für ihn „Schuhe“ aus Palmenblättern.

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Dann versuchen sich Dietmar und Olaf beim Kokosnussernten. Alle stehen wir gespannt vor der Kokosnuss, feuern den jeweiligen „Papa“ an und bewundern die erfolgreiche Ernte.

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Das Fort wurde von einigen Jahren (mit Geldern der EU) restauriert.

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Fort Shirley war der Hauptsitz und die Hauptverteidigungsposten der britischen Armee Garnison in den Cabrits auf der Nord-Westküste von Dominica. Der Bau begann unter der Leitung von Sir Thomas Shirley, Gouverneur von Dominica (1774-1778)
nach dem sie benannt wurde. Es hat eine Polygon-Layout von zwei Batterien für Pistolen, die untere und obere Batterie, mit Blick auf den Eingang zum Prince Rupert Bay markiert.

Andere Gebäude sind Truppen Kasernen, Offiziers Viertel, Küchen und Chaos, Wachstube, Pulvermagazine, drei Zisternen, Artillerie und Kampfmittelgeschäfte.

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Für den Weg zurück brauchen wir eine neue Lösung. Der Wind hat zugelegt und wir glauben nicht, dass der 5 PS Dinghi Motor uns alle ziehen kann. So fahren die Kinder alleine zurück. Oberkommando hat Admiral Ludwig, Lukas ist Captain des Starship-Dinghi und Karl Captain des Enterprise-Dinghis.

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Wir Eltern spazieren auf der Straße und am Strand zurück und kehren zum Abschluss noch in der Blue Bay Bar ein.

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Als wir dann am Steg auf unser Kindertaxi warten, bleiben unsere Anrufe unbeantwortet, und daher bitten wir kurzerhand einen Fischer mit einem kleinen Holzboot, uns auf dem Weg „zur Arbeit“ doch einfach bei der Enterprise abzusetzen. „No problem, Madam. Take your time“, antwortet er freudestrahlend, reicht uns die Hand zum Einsteigen in sein Boot und ergänzt dann noch, dass man Frauen mit großem Respekt behandeln muss. Ich kann es nicht oft genug sagen: „Dominica ist meine Insel. :-)“

 


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17.02: Fluch der Karibik – Indian River

Schon seit Wochen wandeln wir auf den Spuren von Captain Jacks Sparrow. Viele karibische Inseln haben als Schauplatz für einzelne Szenen in den verschiedenen Teilen von „Pirates of the Caribbean“ gedient.

Auch der Indian River. Und das ist keine große Überraschung, denn dieser kleine Fluss ist einmalig.
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Unser Guide Christopher aka  „Spaghetti“ rudert uns den Indian River entlang.

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Der Fluss wieder immer enger, eingegrenzt von Mangroven und den dicken Wurzeln der „Bloodwood“-Bäume. Irgendwann ist alles so verwachsen, dass wir wie durch einen Tunnel dahingleiten. Ganz leise. In unseren Guidebook steht, dass die Bäume so verwachsen sind, dass man meint, in einer Kathedrale zu sein. Und dem können wir nur zustimmen.

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Wilder gelber Hibiskus wächst hier, genauso wie Zuckerrohr und Heliconia. Wir erspähen eine große graue Krabbe, einen Fischreiher, einen Drosseluferläufer auf der Suche nach Futter (Krabben) und viele Fische, die im Brackwasser leben.

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1,5 km können wir den Fluss hinaufrudern, dann wird es zu seicht. Wir machen Halt bei einer kleinen Bar mitten im Regenwald.

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Spaghetti zeigt den Kindern, wie man aus Palmenblättern kleine Tiere basteln kann.

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Bei Sonnenuntergang rudert uns Spaghetti zum Boot zurück. Die untergehende Sonne lässt den Indian River nochmals in ganz anderen Farben erscheinen.

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Was auch immer mit „Fluch der Karibik“ gemeint war, uns hat der Fluch von Dominica erfasst. Keine Insel übt auf uns so eine Faszination aus wie Dominica. Hier gibt es noch so viel zu sehen und zu entdecken, dass man/frau gar nicht mehr weg will.


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16.02: Doppel-Jackpot

Von Roseau bis Mero sind es nur wenige Seemeilen, vorbei an vielen netten Buchten mit schattigen Palmen, die ideal zum Baden und Relaxen wären. Wir ankern vor den Ruinen des Castaway Hotels, Enterprise, wir und noch ein kleiner Katamaran. In den letzten Wochen waren wir es schon gewohnt, im Rudel mit unzähligen anderen Yachten vor Anker oder an der Mooring zu liegen. Jetzt genießen wir diese einsame Idylle sehr.

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Zu viert mit Kristine und Olaf spazieren wir durch den kleinen Ort, der aus maximal 25 ebenso kleinen Häusern und Hütten besteht, hinauf zum Tamarind Tree Hotel, von dem aus wir eine großartige Aussicht auf die Bucht haben.

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Kurz vor Sonnenuntergang sind wir zurück.

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Wir holen die Kinder ab und kehren noch im Romance Cafe Restaurant ein. Und das ist ein Volltreffer. Das kleine, mutig in den Farben rosa und kobaldblau gestrichene Lokal am Strand serviert ausgezeichnetes Essen: Stockfisch mit Dasheen, Hendl mit Champignons, Rindfleisch mit Püree und eine Paté aus geräuchertem Marlin.

Beim Zahlen kommen wir noch mit dem Barmann/Kellner ins Gespräch, fragen ihn ein wenig über den Ort aus und bitten um Empfehlungen für Portsmouth, wohin wir morgen segeln wollen. Mit einem Lachen antwortet er: “Tomorrow – Sunday- is Carneval in Portsmouth: that’s Jackpot for you!“

Großartig, aber dieser Tag in Mero ist ja schon Jackpot genug gewesen.

Wir segeln die wenigen Seemeilen nach Portsmouth, machen eine Mittagsrast an der ebenso einsamen Coconutbeach und ankern am späten Nachmittag in der Turtle Bay in Portsmouth. Der Karnevalsumzug ist unüberhörbar schon im Gange.

Enterprise und wir warten nur den nächsten größeren Regenschauer (und da wir wirklich nicht zimperlich sind, handelt es sich hierbei um ordentliche Squalls) und stürzen uns schon in Gewühl.

Anders als bei uns sind „nur wenige verkleidet“. Vielmehr sind sie „nur wenig bekleidet“.

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Die Dominicanerinnen sind – genau genommen – spärlichst bekleidet, unabhängig davon, wie alt sie sind und welche Konfektionsgröße sie normalerweise tragen würden, und die Durchschnittskonfektionsgröße startet unserer Schätzung nach bei Größe 44. Hotpants bedecken nur das Nötigste. Trotz fülliger Oberkörper kommen auch noch Push-Ups zum Einsatz. Das hiesige Schönheitsideal weicht offensichtlich stark von unseren Vorstellungen ab.

Anders als bei uns heißt Carneval, dass der ganze Ort auf der Straße ist und feiert. Zu dröhnend lauter live Reggae-Musik wird ausgelassen und sehr, sehr körperbetont, oftmals auch in einer „Zweier-“ oder „Dreier“-Formation getanzt. Und weil ein Großteil der jungen (aber auch älteren) Damen ein sehr ausgeprägtes Hinterteil hat, wirkt der köperbetonte (vielleicht sollte man eher sagen: popo-betonte) Tanzstil doppelt aufregend. Alles wackelt im Takt – von Kopf bis Fuß.

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Und die Dominicaner? Viele dünn wie Zahnstocher, viele mit Figuren wie Basketballstars können sich am Dargebotenen gar nicht sattsehen und schaffen es nur mit Müh‘ und Not, ihre Hände unter Kontrolle zu halten. Zu verlockend sind die üppigen Po‘s.

Jackpot eben!

Dieser Karneval ist keine Touristenattraktion, sondern ein authentisches Volksfest. Von uns (und den vielleicht 10 anderen hellhäutigen Personen, die wir treffen) wird kaum eine Notiz genommen. Nur ein einziges Mal tanzt eine junge Dame zu Lukas hin, streichelt seinen Kopf und legt ihren Arm um seine Schulter. Die mittlerweile total ausgeblichenen blonden Haare sind ja doch noch ein Hingucker.

Wir spazieren, tanzen, stolpern – wie auch immer – im Bulk mit, japsen gelegentlich nach Luft, weil die Musik gar so laut ist, und bewundern die Bewegungen. Sogar kleine Mädchen – wenige Jahre alt- tanzen schon den karibischen Tanzschritt (den besagten welchen, der dafür sorgt, dass der Popo ganz besonders zur Geltung kommt). Auch dass so viel und so enger Körperkontakt offen zur Schau getragen wird, ist ungewohnt für uns (und ganz besonders für die Kinder).

Dieser Abend ist ein weiteres besonderes Erlebnis. Zusammen mit dem gestrigen lauschigen und genussvollen Abend in Mero müsste man schon sagen:

Dinner in Mero & Carneval in Portsmouth = Doppel-Jackpot!

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14.02: Markttag in Roseau – „We have got watches, they have got time“

Markttag in Roseau heißt zwischen den „Standln“ herumspazieren, nach Früchten fragen, Neues probieren, Sour Sop und Prune de Cythere kaufen.

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Alles ganz gemütlich. „What do ya want, Darling?“ fragen mich die vielen, schon recht zahnlosen Standlerinnen und erklären mir bereitwillig, welche Früchte und Gemüsesorten sie anbieten, wie man sie zubereitet und wie man sie isst.

Nutmeg – Muskatnuss gibt es in rauen Mengen. Braucht man auch für einen Rumpunsch, den es hier an jeder Ecke zu kaufen gibt.

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An jeder Straßenecke stehen StanderlInnen und wir kommen immer wieder mit einigen Einheimischen ins Gespräch.

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Kein Wunder, die Leute sind aufgeschlossen, sehr höflich und haben ja jede Menge Zeit, und wir bleiben auch alle paar Meter einmal stehen. So lernen wir auch Mike William, einen jungen Sportsguide kennen, der uns den Rastamann „Fire“ als nächsten Guide für Portsmouth empfiehlt.

Beim Heimweg am späten Nachmittag treffen wir auf eine ganz liebenswerte Volksschulklasse aus Jungle Bay. Nach unserer Inseltour kennen wir auch schon die kleineren Ortschaften im Süden und Osten der Insel. Heute war Schulausflug zur Hauptstadt.

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Wir fragen, ob wir sie fotografieren dürfen und wer aufs Foto will. Sofort formiert sich das lose Durcheinander fürs Gruppenfoto. Dann darf noch jeder seinen Namen und sein Alter sagen, gelegentlich wird dabei geschummelt (wie gleich drei andere wiederum feststellen) und wir erfahren, dass eines der Kinder – der kleine Bub ganz oben – sogar eine Stiefmutter aus „Austria“ hat.

Wir besuchen auch noch die städtische Bücherei. Hier werden die Bücher noch über Karteikarten verwaltet. Am liebsten würden wir hier einfach sitzenbleiben. Die Wände zieren diverse Collagen und Bilder mit Botschaft: wie zb esst keine Moutain Chicken (großer Frosch) und schützt das vom Aussterben bedrohte Wappentier von Dominica – Sisserou.

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Der „Chef“ vom Haus vis-a-vis – dem riesigen House of Commonwealth ist der jüngste Premier weltweit (Jahrgang 72).

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Fürs Abendessen kaufen wir bei der Fischerei-Kooperation noch 1 Pfund „Blue Marlin“ und in der nächsten Bäckerei Brot und Marmorkuchen.

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Die Sonne ist bereits im Untergehen, als wir beim Boot ankommen. Endlich einmal hatten wir nicht nur Uhren, sondern auch Zeit.

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