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16.02: Doppel-Jackpot

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Von Roseau bis Mero sind es nur wenige Seemeilen, vorbei an vielen netten Buchten mit schattigen Palmen, die ideal zum Baden und Relaxen wären. Wir ankern vor den Ruinen des Castaway Hotels, Enterprise, wir und noch ein kleiner Katamaran. In den letzten Wochen waren wir es schon gewohnt, im Rudel mit unzähligen anderen Yachten vor Anker oder an der Mooring zu liegen. Jetzt genießen wir diese einsame Idylle sehr.

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Zu viert mit Kristine und Olaf spazieren wir durch den kleinen Ort, der aus maximal 25 ebenso kleinen Häusern und Hütten besteht, hinauf zum Tamarind Tree Hotel, von dem aus wir eine großartige Aussicht auf die Bucht haben.

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Kurz vor Sonnenuntergang sind wir zurück.

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Wir holen die Kinder ab und kehren noch im Romance Cafe Restaurant ein. Und das ist ein Volltreffer. Das kleine, mutig in den Farben rosa und kobaldblau gestrichene Lokal am Strand serviert ausgezeichnetes Essen: Stockfisch mit Dasheen, Hendl mit Champignons, Rindfleisch mit Püree und eine Paté aus geräuchertem Marlin.

Beim Zahlen kommen wir noch mit dem Barmann/Kellner ins Gespräch, fragen ihn ein wenig über den Ort aus und bitten um Empfehlungen für Portsmouth, wohin wir morgen segeln wollen. Mit einem Lachen antwortet er: “Tomorrow – Sunday- is Carneval in Portsmouth: that’s Jackpot for you!“

Großartig, aber dieser Tag in Mero ist ja schon Jackpot genug gewesen.

Wir segeln die wenigen Seemeilen nach Portsmouth, machen eine Mittagsrast an der ebenso einsamen Coconutbeach und ankern am späten Nachmittag in der Turtle Bay in Portsmouth. Der Karnevalsumzug ist unüberhörbar schon im Gange.

Enterprise und wir warten nur den nächsten größeren Regenschauer (und da wir wirklich nicht zimperlich sind, handelt es sich hierbei um ordentliche Squalls) und stürzen uns schon in Gewühl.

Anders als bei uns sind „nur wenige verkleidet“. Vielmehr sind sie „nur wenig bekleidet“.

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Die Dominicanerinnen sind – genau genommen – spärlichst bekleidet, unabhängig davon, wie alt sie sind und welche Konfektionsgröße sie normalerweise tragen würden, und die Durchschnittskonfektionsgröße startet unserer Schätzung nach bei Größe 44. Hotpants bedecken nur das Nötigste. Trotz fülliger Oberkörper kommen auch noch Push-Ups zum Einsatz. Das hiesige Schönheitsideal weicht offensichtlich stark von unseren Vorstellungen ab.

Anders als bei uns heißt Carneval, dass der ganze Ort auf der Straße ist und feiert. Zu dröhnend lauter live Reggae-Musik wird ausgelassen und sehr, sehr körperbetont, oftmals auch in einer „Zweier-“ oder „Dreier“-Formation getanzt. Und weil ein Großteil der jungen (aber auch älteren) Damen ein sehr ausgeprägtes Hinterteil hat, wirkt der köperbetonte (vielleicht sollte man eher sagen: popo-betonte) Tanzstil doppelt aufregend. Alles wackelt im Takt – von Kopf bis Fuß.

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Und die Dominicaner? Viele dünn wie Zahnstocher, viele mit Figuren wie Basketballstars können sich am Dargebotenen gar nicht sattsehen und schaffen es nur mit Müh‘ und Not, ihre Hände unter Kontrolle zu halten. Zu verlockend sind die üppigen Po‘s.

Jackpot eben!

Dieser Karneval ist keine Touristenattraktion, sondern ein authentisches Volksfest. Von uns (und den vielleicht 10 anderen hellhäutigen Personen, die wir treffen) wird kaum eine Notiz genommen. Nur ein einziges Mal tanzt eine junge Dame zu Lukas hin, streichelt seinen Kopf und legt ihren Arm um seine Schulter. Die mittlerweile total ausgeblichenen blonden Haare sind ja doch noch ein Hingucker.

Wir spazieren, tanzen, stolpern – wie auch immer – im Bulk mit, japsen gelegentlich nach Luft, weil die Musik gar so laut ist, und bewundern die Bewegungen. Sogar kleine Mädchen – wenige Jahre alt- tanzen schon den karibischen Tanzschritt (den besagten welchen, der dafür sorgt, dass der Popo ganz besonders zur Geltung kommt). Auch dass so viel und so enger Körperkontakt offen zur Schau getragen wird, ist ungewohnt für uns (und ganz besonders für die Kinder).

Dieser Abend ist ein weiteres besonderes Erlebnis. Zusammen mit dem gestrigen lauschigen und genussvollen Abend in Mero müsste man schon sagen:

Dinner in Mero & Carneval in Portsmouth = Doppel-Jackpot!

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