sy starship

nothing's gonna stop us now


Hinterlasse einen Kommentar

2026 – Herbsttörn – Rasten und Reparieren

Der Ruhetag in Kos nach der langen Reise aus Kreta ist sehr willkommen. Wir haben zwei wichtige Reparaturen zu erledigen.

DINGHI-MOTOR

Am letzten Tag unserer Sommertour 2025 ist der Dinghimotor kaputtgegangen. Nach einem späten Abendessen mussten wir zu dritt zurückrudern. Der Motor wurde repariert. Bei unserem Sommertörn 2026 wollen wir ihn gleich wieder starten, aber er funktioniert unzuverlässig und verliert Benzin. Wahrscheinlich liegt es am alten Benzin, das den Vergaser verstopft hat. Wir können den Motor nicht reparieren.

Jetzt haben wir alles dabei, um den Vergaser auszubauen und zu reinigen. Dietmar schaut sich Schritt für Schritt ein Youtube-Video an und zerlegt den Dinghi-Motor. Er reinigt die Düse und baut alles wieder zusammen. Um das Ergebnis zu testen, richten wir unsere Vorrichtung im Cockpit ein, damit der Motor genug Wasser hat. Start unter Laborbedingungen.

Und?

Großartig. Der Motor springt sofort an und klingt hervorragend.

SALZWASSERPUMPE

Die Salzwasserpumpe zum Abwaschen ist wirklich ein Game-Changer und spart jede Menge Süßwasser. Leider ist sie leck geworden, weil ich am Anfang des Sommertörns zu grob mit ihr umgegangen bin (glaube ich halt). Wir hatten schnell mehrere Liter Salzwasser an Bord. Worauf das Leck zurück zu führen ist, ist uns nicht klar. Vielleicht hat sich durch den Überdruck (Verstopfung) das Gehäuse verzogen. Sehr widerwillig (Dietmar, weil „schon wieder“), aber sehr motiviert (Uschi, die Hauptnutzerin der Pumpe) besorgen wir eine neue Pumpe.

Außerdem wollen wir einen Konstruktionsfehler beheben. Die Salzwasserpumpe kann mit Salzwasser oder Süßwasser betrieben werden, das Ventil kennt jedoch keine „weder noch“-Stellung. Um die kaputte Pumpe stillzulegen, müssen wir sie abnehmen, den Schlauch abdichten und höher (also oberhalb der Wasserlinie) anbringen. Eine einfache, aber russische Lösung.

Deshalb kaufen wir ein zusätzliches Ventil, um den Schlauch zur Salzwasserpumpe schließen zu können. Die Installation des Ventils ist schnell gemacht und besteht den Dichttest.

Dann öffnen wir die neue Salzwasserpumpe. Merkwürdig, sie sieht kaum besser aus als die alte. Vielleicht liegt das Problem nicht am Gehäuse. Wir prüfen die alte Pumpe nochmals und stellen fest, dass eine Dichtung einen kleinen Riss hat, der uns vorher nicht aufgefallen ist. Ein Youtube-Video hilft uns, die Dichtungen zu wechseln und die Pumpe wieder zusammenzubauen (was schwieriger ist, als man denkt).

Pumpe montiert, Ventil geöffnet, und vorsichtig gepumpt.

Großartig. Das Salzwasser fließt. Die Küchenrollen unterhalb der Pumpe und des Absperrventils bleiben trocken.


Hinterlasse einen Kommentar

2026 – Herbsttörn – Optionen

Einkaufen, Gasflasche abholen, 4 Kanister Diesel zum Boot schleppen und los geht es am Samstag Vormittag gegen 11:00 Uhr. Ein kurzer Stop in der Krios Bay, nochmals den Rumpf säubern, Nudeln vorkochen und um14:00 Uhr legen wir ab. Es ist kaum Wind vorhergesagt, und das bisschen Wind soll aus Nordosten kommen.

Fast 12 Stunden schaffen wir den Weg in den Norden, oftmals nur mit 2-3 Knoten Geschwindigkeit, aber bei Vollmond und sehr entspannt. Um 2:00 in der Früh schläft der Wind komplett ein. Genua wegreffen, Motor an, und die restlichen 10 Stunden geht es mit der „Aral-Fock“ Richtung Astipalea. Dunkle Wolken begleiten uns die ganze Zeit. Es nieselt immer wieder. Wir liegen im Schwerwettergewand und eingehüllt in den Schlafsack an Deck. Es ist kalt und wenig einladend.

Am Vormittag tanken wir unterwegs einen Kanister Diesel nach. Unseren Berechnungen zufolge sollten wir noch mindestens 20 l haben, aber um auf Nummer sicher zu gehen, leeren wir weitere 20 l nach.

Dass ich in die Backkiste muss, um den Dieselkanister herauszuholen, kommt mir sehr gelegen. Bei der Überfahrt ist uns ein sehr eigenartiges und nerviges „Klacksen“ aufgefallen. Hauptsächlich, wenn der Autopilot steuert, weniger, wenn wir von Hand steuern.

Ich checke den Bereich rund um den Ruderschaft, aber sehe nichts. Außerdem würde das metallische Klacksen nicht wirklich zum Ruderschaft passen.

Dann sehe ich das Malheur. Die Antriebsstange vom Autopilot-Linearantrieb ist zur Gänze aus der Verankerung gerissen. Zwei Muttern fehlen gänzlich, eine hängt am Rande und nur eine ist noch in Position. Das erklärt auch die unzähligen Kurskorrekturen, die der Autopilot in den letzten Stunden gemacht hat.

Wir steuern von Hand die letzten beiden Stunden bis Astipalea. Der Anker fällt um 12:00 Uhr am Sonntag in der Bucht nahe der Chora. Weiterhin Nieselregen. Dunkle Wolken hängen über der Insel. Immer wieder donnert es.

Dietmar sucht passende Muttern, klettert dann in die Backskiste und schaffte es mit Verrenkungen, alle Muttern wieder anzuziehen.

Und was nun? Wir haben wegen der Windvorhersage mit starken Wind in den nächsten Tagen drei Optionen:

Option 1: Hier im wolkenverhangenen Astipalea bis Donnerstag bleiben und dann weiter in Richtung Kalymnos segeln.

Option 2: Über Nacht in Astipalea bleiben und morgen ausgeruht bei 25 Knoten NW-Wind nach Kalymnos segeln.

Option 3: Gleich wieder starten. Ab 14 Uhr sollen 10-12 Knoten Wind aus NW angesagt sein.

Wir entscheiden uns für Durchbeißen, machen „Ankerauf“ und setzen Kurs auf Kos. Kaum Haben wir Astipela nur wenige Seemeilen hinter uns gelassen, ist das schlechte Wetter vorbei. Sonne, wenig Welle und konstanter Wind – ein richtig gutes Segelerlebnis nach den vergangenen 24 Stunden.

Um 19.15 Uhr haben wir das Südwest-Kap von Kos erreicht, um 20:30 Uhr fällt der Anker in der Bucht von Kefalos. 34 Stunden von Kreta bis Kos. Ein Abendessen, eine heiße Dusche und ins Bett.


Hinterlasse einen Kommentar

2026 – Sommertörn – zu dritt die dritte Woche

Wir haben mit Kristine wieder Verstärkung an Bord.

Samos (Pythagorio) – Akri (Makronisi South)

Entspanntes Segeln mit bis zu 7 Knoten SOG. Wir ankern in Akri (Makronisi South).

Akri (Makronisi South) – Patmos (Paralia Vagia)

Unser nächstes Ziel ist Patmos. Kristine und ich wollen das Kloster besuchen.

Die Überfahrt beginnt einfach, aber der Wind nimmt zu. Im Eilzugtempo erreichen wir Patmos. Deutlich länger dauert es, bis wir eine Ankerbucht finden. Wir probieren drei Ankerbuchten aus – kein Erfolg. Der Stadthafen ist bummvoll. Schon etwas ratlos motoren wir wieder in den Norden der Insel und finden schließlich einen guten Platz in der Paralia Vagia.

Wir erreichen den ersten Bus in der Früh, der Kristine und mich nach Skala bringt. Dort kleines Frühstück und der nächste Bus bringt uns zur Chora und zum Kloster.

Zurück gehen wir zu Fuß und machen noch einen Abstecher bei der Höhle der Apokalyspe.

Zu Mittag sind wir beim Boot zurück, gönnen uns ein Mittagessen und legen ab. Neues Ziel: Lipsi.

Patmos (Paralia Vagia) – Lipsi (Papantria Cove)

Am frühen Nachmittag nimmt der Wind immer zu – die Windstärke und die Düsenwirkung zeigen Wirkung. Noch vor 16:00 Uhr fällt der Anker in der Papantria Cove. Vor uns ankern unzählige Boot. Unser Anker liegt wirklich weit entfernt vom Strand. Was für ein Glück, dass der Wind am Abend abnimmt und uns der Dinghi-Motor ausnahmsweise nicht im Stich lässt. Die hiesige Taverne ist mehr als rustikal, aber das Essen ausgezeichnet.

Lipsi (Papantria Cove) – Levitha

Eigentlich würden wir gerne möglichst weit nach Westen segeln, weil rund um Kreta nun das Wetter schlechter wird. Der Plan ist, bis Sonntag nach Heraklion zu segeln, Kristinbe in Heraklion aussteiegn z u lassen, damit sie heimfliegenkann, und am Montag von Heraklion zurück nach Agios zu segeln. Es steht Meltemi an. Sonntag und Montag soll es aber wieder leichter werden.

Aber die Windverhältnisse sind für uns ungünstig. Der geplante Schlag in Richtung Westen findet nicht statt. Vielleicht ändern wir den Kurs und peilen Levitha an, eine winzige Insel zwischen Patmos, Leros, Astipalea und Amorgos. Jeweils rund 20 Seemeilen von diesen Insel entfernt. Die Insel wird von einer Familie ganzjährig bewirtschaftet. Vater, Bruder und Mutter führen die Taverne. Die Mutter ist nur im Sommer mit den Kindern auf der Insel, während der Schulzeit ist die Mutter mit den Kindern auf Patmos.

Es gibt Ankerplätze, aber das besondere sind die 13 Bojen, die im engen Einschnitt gesetzt sind. Wir erwischen eine ganz günstige Boje, nämlich die nächste zum Dinghi-Anleger. Nach und nach sind nahezu alle Bojen gelegt.

Wir verbringen eine sehr stimmigen Abend in der kleinen Taverne. Zufälligerweise sind wir nicht die einzigen Österreicher, ein Ehepaar mit Kindern und drei Tiroler haben es ebenso in diese kleine Bucht geschafft.

Levitha – Astipalea

Die 20 Seemeilen nach Astipalea sind ein Geschaukel. Zu wenig Wind von Achtern und eine unangenehme Welle. Irgendwann reicht es uns, und der Motor muss aushelfen. Wir ankern nun endlich in der Bucht nahe der Chora.

Astipalea – Kreta:

Es ist erst Donnerstag und eigentlich wollen wir von Astipalea noch nach Anafi segeln und erst am Freitag zurück nach Kreta. Die Windvorhersage verheißt nichts Gutes. Kurzerhand beschließen wir, sofort zurück zu segeln. 85 Seemeilen – vor drei Wochen haben wir 17 Stunden gebraucht.

Screenshot

Es geht hurtig dahin. Wir segeln die meiste Zeit im ersten Reff. Am Kap sollten wir nach 12 Stunden ankommen. Je näher wir dem Kap kommen, desto schwieriger werden die Bedingungen, Die Welle ist zwei bis drei Meter hoch. Wir segeln längst im dritten Reff und von Hand. Die Genua ist stark verkleinert. Am Kap nimmt der Wind nochmals zu. 35 Knoten wahrer Wind ist die Spitze. Wir schaffen es nicht in die Lagune, sondern nur unter Motor in die Krios Bay. Alleine das Großsegel herunter zu bekommen, ist Schwerstarbeit. In der Krios Bay brauchen wir zwei Versuche, bis der Anker hält. Die Böen ziehen auch hier unverändert stark durch. Wir ankern maximal 2 Bootslängen von der felsigen Küste entfernt. Der Wind, die Wellen, die gegen die Felsküste donnern, wir liegen an Deck, so richtig schlafen kann keiner.

Freitag früh motoren wir die letzten Meter in die Marina Agios Nikolaos. Es ist erstaunlich ruhig. Haben wir die Wettersituation falsch eingeschätzt? Hätten wir mit dem Zurücksegeln noch warten können?

Die Antwort kommt am Samstag und am Sonntag. An beiden Tagen messen wir sogar 30+ Knoten in der Marina, ganz zu schweigen vom Wetter in der Mirabello-Bucht. Gute Entscheidung!



Hinterlasse einen Kommentar

2026- Sommertörn – Week two – Im Zickzack nach Samos

Perimos – Leros (Xirokampos):

NNW-Wind mit 15-20 Knoten. Wir sind das einzige Segelboot, das den Bedingungen trotzt und mühsam aufkreuzt. Alle anderen motoren gegenan. Die Welle ist erträglich und so reffen wir viel später als gewöhnlich, genießen aber einen herausfordernden Segeltag. Die letzten 7 Seemeilen müssen wir aber auch den Motor dazunehmen, denn der Wind kommt nun genau aus der Richtung, in die wir wollen.

Wir werfen den Anker in der Südbucht von Leros – Xirokampos, die recht tief ist. Wir fahren ihn ein, machen kurze Mittagsrast und wollen gerade unter Deck gehen, als Dietmar auffällt, dass der Anker nicht hält. Wir haben sicher eine Bootslänge verloren. Sofort „Ankerauf“! Wir suchen einen neuen Ankerplatz. Ohne Erfolg. Das Ankerfeld ist dicht besiedelt, weiter draußen müssten wir auf 15m oder mehr ankern.

Wir drehen Runden. Da winkt uns ein türkisches Boot zu sich und spricht uns auf Deutsch an. „Wartet 15 Minuten, ich lege ab, ihr könnt meine Muring-Boje haben!“. Was für ein Glück. 20 Minuten später liegen wir gut vertäut an einer Muring-Boje auf 6 Meter.

Wir wassern das Dinghi und montieren den reparierten Dinghi-Motor. Noch schnell Benzin nachgefüllt und schon dreht Dietmar die ersten Runden. Aber der Motor klingt eigenartig und stirbt nach der dritten Runde ab.

Was soll das? Es stinkt nach Benzin. Der Tank ist nach drei Runden leer. Der Motor lässt sich nicht mehr starten.

Selber schuld, dämmert uns dann nach einigen Stunden und mühevollem Auseinandernehmen des Motors. Vermutlich hätten wir neues Benzin nehmen sollen oder es war noch Benzin über den Winter im Tank (weil wir den Motor nach der Reparatur ja nicht mehr leergefahren sind). Für eine Reparatur fehlt uns das Werkzeug. Wir müssen die Vergaserkammer öffnen. Also ist Rudern für den restlichen Törn angesagt.

Leros (Xirokampos) – Leros (Archangelos South)

NNW-Wind mit 15-20 Knoten. Dieses Mal sind wir nicht das einzige Segelboot, das den Bedingungen trotzt und mühsam aufkreuzt. Ein italienisches Paar hat denselben Vorsatz.

Wir ankern in Archangelos South und gönnen uns ein Hochzeitstag-Abendessen in der kleinen Taverne.

Leros (Archangelos South) – Lipsi (Koulura Bay)

Sehr entspannt, weil weniger Wind, verläuft der kurze Schlag nach Lipsi.

Lipsi (Koulura Bay) – Akri (Marathos)

Lipsi und Akri begeistern uns. Unzählige kleine Inseln, dazwischen türkisgrünes Wasser. Karibisches Feeling. Wir ergattern eine Boje in der Marathos Bay und ein „Fancy Dinner“ im eleganten Pantelis.

Akri (Marathos) – Samos (Poseidonio)

Unter Motor geht es nach Samos. 4 Stunden Motor heißen aber auch 150 l Wasser; die Wassertanks sind wieder voll.

Samos (Poseidonio) – Samos (Stadthafen Pythagorio)

2 Nächte im Stadthafen – erste Reihe fußfrei (mit Duschen und Waschmaschine).


Hinterlasse einen Kommentar

2026 – Sommertörn – Week one – not a weak one

Wir kommen am Freitag an, wie gewohnt, und fahren am Samstag in die Krios Bay. Die Nacht ist unruhig, mit vielen Böen. In Kreta ist es schon seit Tagen sehr windig – ein konstanter NW-Wind mit mehr als 20 Knoten und Böen über 30 Knoten.

Am Sonntag starten wir früh um 6:00 Uhr. Wir haben das Kap noch nicht einmal erreicht, da sind die Wellen und der Wind heftig. Es gibt 2 Meter hohe Wellen und 25-30 Knoten Wind. Die Entscheidung fällt uns leicht. Wir kehren um. Um 8:00 Uhr fällt der Anker in der Lagune von Spinalonga. Den ganzen Tag gibt es nur Böen über 30 Knoten, aber abends wird es ruhiger. Wir schlafen gut, im Gegensatz zur Nacht in der Krios Bay.

Bei unserer Rückkehr bemerke ich Wasser im Maschinenraum – Kostprobe: es sind etwa 5 Liter Salzwasser. Die Salzwasserpumpe hat ein Leck hat – zum dritten Mal. Wahrscheinlich habe ich es selbst verursacht, da sie beim ersten Gebrauch verstopft war, was zum Leck führte. Wir demontieren die Pumpe, können aber das Seeventil nicht schließen, da der Hahn keine Stellung dafür hat. Wir sichern den Schlauch mit einem Weinkorken. Sehr russisch.

Kreta – Astipalea:

Am Montagmorgen um 6:00 Uhr legen wir wieder ab. In der kleinen Bucht ist es fast windstill. 10 Minuten später erreichen wir die Ausfahrt der Lagune und sind starken Böen von über 40 Knoten ausgesetzt. Woher kommen die jetzt bitte? Trotzdem halten wir durch. Zwischen Kap und Ausfahrt gibt es eine ruhige Zone, dort setzen wir das Großsegel im dritten Reff. Die Wellen sind weniger als 2 Meter hoch und der Wind liegt zwischen 25-30 Knoten. Trotz der Böen in der Ausfahrt ist es ein wenig einfacher, vielleicht auch, weil wir ausgeruht sind. Wir setzen die Genua im dritten Reff und fahren mit 6-7 Knoten. Wir steuern zunächst die Insel Kos an.

Wir müssen 20 Seemeilen schaffen, was etwa 3 Stunden dauert. Laut Windvorhersage sollten diese Bedingungen in 20 Seemeilen um das Kap bestehen, danach wird es besser. Ab 9 Uhr nimmt der Wind ab und die Wellen werden kleiner. Wir reffen aus für eine Kursänderung nach Astipalea, noch 66 Seemeilen.

Es ist Segeln vom Feinsten mit 15-18 Knoten Wind und angenehmer Wellenhöhe. Wir legen uns zwischendurch für 45 Minuten hin, um uns an die Wellen zu gewöhnen. Am Nachmittag müssen wir sogar den Motor für 10 Minuten einschalten, weil der Wind auf 5 Knoten sinkt.

Um 21 Uhr sind es nur noch wenige Seemeilen bis Astipalea. Es ist Neumond und dunkel, der Wind ist wieder bei 20+ Knoten. Wir navigieren nach den Lichtern der Insel. Unter Motor schaffen wir nicht mehr als 3,5 Knoten.

Wir möchten in einer Bucht nahe der Chora ankern, aber die Anzeigen und Lichter zeigen, dass es keinen Platz gibt. Wir wollen unsere Standardbucht in Maltezana nicht ansteuern, die enge und felsige Kanal ist uns zu unsicher. Also suchen wir eine andere gute Bucht im Nordteil der Insel. Wir lassen den Anker in 8 Metern Tiefe fallen und er hält sofort. Es ist mittlerweile 23 Uhr. Wir sind müde, hungrig, aber froh, gut vor Anker zu liegen.

Nach 17 Stunden und fast 85 Seemeilen sind wir am Dienstag zu müde zum Segeln und nehmen einen Ruhetag. Die Böen machen es leichter, diese Entscheidung zu treffen.

Astipalea – Kalymnos:

Am Mittwoch starten wir gegen 10:00 Uhr. Wir sind seit 8:00 startklar, aber es weht immer noch zu stark. Laut Vorhersage sollten wir den Schlag nach Levita schaffen, aber nach dem östlichen Kap von Astipalea ist klar, dass das keinsfalls möglich ist. Wieder hohe Wellen und 20-25 Knoten NW-Wind. Meist segeln wir im dritten Reff, anschließend im zweiten. Unser neues Ziel ist der Stadthafen von Kalymnos. Glücklicherweise lässt der Wind in Kalymnos nach und wir legen entspannt in Pothia an.

Kalymnos – Perimos:

Ein kurzer Schlag und eine böige Nacht.

Keine schwache erste Woche.


Hinterlasse einen Kommentar

2025 – K & K -Minitörn

Katharina und Kristine begleiten uns einige Tage. Zum Glück weht es nicht mehr mit 30+ Knoten. Für einen 4 Tage Minitörn sind die Inseln rund um Naxos und Paros hervorragend geeignet. Die Inseln reduzieren bei allen nördlichen Winden die Wellenhöhe, da nimmt man im Gegenzug gerne Winddreher und Fallwind-Böen in Kauf.

Der erste Schlag führt uns nach Kato-Koufonisia – in Rekordzeit im dritten Reff in die geschützte Detis Bay. Es weht nicht mehr mit 30+, aber 25 Knoten reichen auch, um weite Strecken mit 8 Kn zu schaffen. Die Detis Bay kennen wir schon. Da waren wir im Mai/Juni die einzigen Gäste in der Taverne. Dieses Mal ist es anders. Oberhalb der Detis Bay kann man „wild campen“. Einzige Voraussetzung: man muss sich in der (einzigen) Taverne der Insel melden. Und das nützen wohl die meisten gleich auch als Versorgungsstation. Der Abend beginnt sehr urig. Ein paar ältere Männer sitzen in einer Ecke im Lokal und singen griechische Lieder begleitet von einem an der Gitarre. Speisekarte gibt es keine. Wir gehen in die Küche und bestellen das, was ausgestellt ist. Überhaupt läuft alles sehr gechillt ab, vor 50 Jahren hätte man wohl „hippiemäßig“ gesagt.

Tag 2 führt uns einen kurzen Weg nach Koufonisia, hauptsächlich um Brotvorräte aufzustocken. Wir wollen gerne zurück nach Paros segeln. An die Ostküste – um genau zu sein. Weit kommen wir nicht. Nach wenigen Seemeilen dreht der Wind auf WWN – genau in die Richtung, in die wir wollen, und legt wieder kräftig an Stärke zu. Wir wenden, um auf dem richtigen Bug zu sein, legen Ruder und fieren. Neues Ziel: Schoinoussa. Die Bucht kennen wir auch, nicht unsere Traumbucht, aber dieses Mal passt es sehr gut, auch wenn wir mit 40 m Kette auf 9 Meter Tiefe liegen. Abends fahren wir an den Strand, nehmen den steilen Weg in die Chora auf uns und feiern unseren Hochzeitstag im Restaurant „Meltemi“.

TAG 3 beschert uns das passende Windfenster. Wir segeln entspannt bei 10-12 kn aus Norden bis zur Bucht zwischen Despotiko und Anti-Paros. Dann lässt der Wind so weit nach, dass wir die letzten Seemeilen sogar den Motor brauchen. Abendessen im Captain Pipinos rundet den herrlichen Tag ab.

TAG 4 ist nur ein kurzes Stück zurück nach Aliki.


Hinterlasse einen Kommentar

2025 – ein Highlight zum runden Geburtstag

Dietmar feiert einen sehr runden Geburtstag. An Board – wo sonst! Denn der Wind verhindert ein an Land gehen.

Er hat sich ein Highlight zum Geburtstag gewünscht.

Kann er haben:

Zwei Tage liegen wir zusätzlich vor Anker, um auf den günstigen Moment zu warten, damit ich Dietmar in die Mastspitze ziehen kann. Sonntag und Montag brechen wir unsere Versuche bei der ersten Saling ab. Vor Anker schwojt das Boot, jede kleinste seitliche Welle bringt das Boot zum Hin- und Herwackeln und jede Böe ab 15 Knoten ist auf 17m Höhe schrecklich – geschweige denn – einfach gefährlich.

Dann endlich – am Dienstag Nachmittag beruhigt sich der Wind. Nur 10-12 Kn. Sofort zieht Dietmar den Harness an, an dem wir die Sicherungsleine (Spinnakerfall) festmachen. Er schlüpft in den Seemannsstuhl, den wir am Großfall festmachen. In einem Sack führt er eine Schere und Gafferband mit.

Mit der Elektrowinch ziehe ich ihn in den Mast. Bis zur zweiten Saling ist alles gut, dann nimmt der Wind wieder zu. 15-17 Kn Böen. Dietmar hält sich am Mast und den Wanten fest.

Die letzten Meter sind die Härtesten. Endlich ist er oben. Die Funkantennenaufhängung kann er nicht reparieren, einzige Lösung: mit Gafferband an das Achterstag fixieren. Da klingt einfach, ist aber auf 17 m Höhe mit 15-17 Knoten Wind gar nicht einfach. Denn mit nur einer freien Hand entwickelt das Gafferband ein Eigenleben. 3 Versuche braucht es, dann ist die Antenne fixiert.

Aber ein echtes und unvergessliches „High“-light.


2 Kommentare

2025 – Drogue-Selbstversuch Nr. 2

Wir starten einen zweiten Versuch.

Am hinteren Ende des Drogue werden eine Leine befestigt, mit dem man den Drogue schnell einholen kann, und ein großer (vormals oranger) Kugelfender, der verhindert, dass der Drogue unter den Rumpf sinken kann.

Auf den langen, kreuzweisen Leinen, am Vorderteil des Drogue wird eine dicke Leine befestigt, die zu den beiden achterlichen Klampen geführt wird.

Nach einigen Tests führen wir den Drogue so nahe am Spiegel der Starship, dass die Leinen des Drogues nie in die Nähe des Ruders kommen können, aber der Drogue genug Platz hat, um sich regelmäßig zur Gänze mit Wasser zu füllen.

Und nach weiteren Anpassungen führen wir den Drogue mehr auf der Backbordseite. Das heißt, er ist nicht mittig angebracht, sondern rund 40 cm mehr auf Backbord. Zusätzlich führen wir die seitlichen Leinen über Fender, damit die frisch polierte Starship nicht schmutzig wird.

Das ist sie nun. Die Zielkonfiguration.

Die Auswirkungen sind enorm. Kein Tänzeln mehr am Ankerplatz, sondern ein ruhiges Hin- und Herziehen.

Das melden wir zum Patent an.


Hinterlasse einen Kommentar

2025 – Meltemi abwettern

Kein Wind. Oder vielmehr die Ruhe vor dem Sturm. Unter Motor schaffen wir die Strecke Ios – Paros. Unser Ziel ist Aliki, ein sehr netter Ort mit großer Sandbucht im Süden von Paros. Wir brauchen ein „sicheres“ Plätzchen, um die nächsten Tage vor Anker den Meltemi abzuwettern.

(TAG 1 vor Anker): Wir nutzen den Mittwoch, um das Boot sturmfest zu machen. 40 Meter Ankerkette auf 6 Meter Tiefe. Die Ankerkralle wird um einen dicken Fender gerollt, um das Rucken zu dämpfen. Das Ankersegel wird gesetzt. Alles wird nochmals verzurrt, das große Dinghi fester angebunden, die „Vorhänge“ vor der Sprayhood weggerollt. Vorräte werden aufgestockt. So halten wir locker durch bis Samstag. Die Nacht ist noch relativ ruhig und wegen des Windes angenehm kühl.

(TAG 2 vor Anker): Erst gegen 9:00 am Donnerstag starten die Windböen.

Wir liegen nicht alleine in der Bucht. Außer uns haben sich 19 andere Segel- und Motorboote für diesen Platz entschieden. Alle kontrollieren regelmäßig, ob der Anker hält. Die große italienische Yacht an Steuerbord fährt kurz darauf ein hektisches Manöver. Anker auf und 5 Minuten später wird wieder geankert. Da hat der Anker wohl den ersten Böen nicht standgehalten.

11:00. Wir sind bei 37 Kn. 11:30 neuer Höchststand 39 Kn. 16:00 Tageshöchstwert 45,6 Kn. Wir rollen das Bimini weg. Noch weniger Widerstand. Trotzdem tanzt die Starship in den Böen (oder seemänisch gesprochen: schwojt von Steuerbord zu Backbord und zurück.)

Wider Erwarten nimmt der Wind in der Nacht ab. Nur 20-25 Knoten. Welche Erleichterung. Wir schlafen abwechselnd im Cockpit.

(TAG 3 vor Anker): Der ganze Tag verläuft relativ ruhig. Mit der Zeit gewöhnt man sich und erachtet schon 20 Knoten als ruhig. Maximal 30 Kn, einmal zeigt der Windanzeiger 40 Kn. Gefühlt „ruhig“. Das einzige, was wirklich nervt, ist das Schwojen.

Wir überlegen, was wir dagegen tun können. Selbstversuch Nr. 1:

Wir kramen den Drogue-Anker aus der Backskiste.

Den würde man üblicherweise verwenden, um bei schlimmen Bedingungen auf hoher See das Boot jeweils im Wind zu halten (je nachdem, am Bug oder am Heck ausgebracht). Wir bringen jeweils 15 Meter Leine an, befestigen eine Boje am Drogue und bringen ihn aus. Schlagartig nimmt das Schwojen ab. Der Drogue fängt sich mit Wasser und stoppt die Bewegung des Bootes. Zu schön, um wahr zu sein. Vielleicht unser Fehler, dass wir nicht gleich die gesamten 15 m Leine geben, aber der Drogue bzw die Leinen laufen Gefahr, unters Ruder zum kommen. Der Versuch wird abgebrochen. Idee gut, Umsetzung nicht. Das braucht bei Gelegenheit einen Selbstversuch Nr. 2.

Wir nähen 6 Stunden lang bis 20:30 an unserer neuen Relingsbespannung. Den Stoff zugeschnitten haben wir noch in Sizilien im Jahr 2023, sind aber in den letzten drei Jahren nie dazu gekommen, die Bahnen zu vernähen.

Uns motiviert, dass wir auf einen ruhigen Abend hoffen, und überlegen sogar, zum Abendessen mit dem Dinghi in den Ort zu fahren. 20 Kn Wind würden uns nicht abhalten.

Aber kaum ist die Sonne weg, nimmt der Wind zu. Die ganze Nacht über eine Böenwalze nach der anderen (40 kn). Wir schlafen beide im Cockpit, mehr schlecht als recht. So wie wir es aus Kalymnos kannten, ist der Wind in dieser Nacht zusätzlich richtig warm.

(TAG 4 vor Anker): Unverändert viel Wind. Das rote Dinghi reißt sich an einer Seite los. So ein Glück, dass ich gerade die Nachbarboote scanne und das Problem frühzeitig sehe.

Aber das ist nicht das einzige Problem. Obwohl wir die dicke, fette Trosse der Ankerkralle mehrfach gegen Pendeln absichern, schaffen es die Böen immer wieder, dass sich diese Trosse am Ankerbeschlag von links nach rechts bewegt. Der Ankerbeschlag mittlerweile auch, es sind nur wenige Millimeter, aber das ist schon zu viel. Mit Inbusschlüssel, Schraubenschlüssel und Franzosen bewaffnet, hocken wir zu zweit (fast übereinander) auf den wenigen cm2 am Bug. Dietmar schraubt im Ankerkasten, ich halte mit dem Inbusschlüssel am Ankerbeschlag dagegen. Das alles bei 40 Knoten Wind und einer wild tanzenden Starship.

Gegen Abend nimmt der Wind wieder etwas ab. 20 Kn im Schnitt. Wir gönnen uns wieder ein Abendessen im Ort. Der Weg dahin im Minidinghi sorgt für nasse Hosen. Der Rest bleibt trocken, schließlich sitzen wir im Hochsommer im Schwerwettergewand im Dinghi.

(TAG 5 vor Anker): Sonntag. das Schlimmste ist vorbei. Wir wollen Ankerauf gehen und richten alles fürs Segelsetzen her. Schaden Nr 1. wird entdeckt. Der Lazybag ist an der Oberseite an einigen Stellen zerrissen. Den Anker herauszuholen ist Schwerstarbeit. Er ist so tief vergraben, dass wir ihn mit der Kraft der Starship herausziehen müssen. Das heißt: Kette kurzstag, über den Anker fahren und den Anker herausdrehen. Nachträglich ein gutes Gefühl, dass sich der Anker so gut hineingegraben hat.

Nicht viel weniger Wind, wir sind vielleicht 2 Seemeilen entfernt, da entdecken wir Schaden Nr. 2. Der Wind hat die Funkantenne an der Mastspitze aus der Verankerung gerissen. Kehrtwende und zurück an den Ankerplatz.

Wir versuchen Dietmar zur Mastspitze hoch zu ziehen, aber mittlerweile weht es wieder zu stark. Wir vertagen den Versuch auf morgen. Der Nachmittag und der Abend verlaufen fast schon wie gewohnt. 40 Knoten Wind. Kein Tavernenbesuch, sondern einigeln.

Fazit: Meltemi mit Schäden abgewettert, aber immer noch am Ankerplatz.


Hinterlasse einen Kommentar

2025 – Traumstart in den Sommertörn

Ankunft am Freitag, Bootserledigungen (reinigen, Wäsche waschen, tanken, einkaufen, Kleinigkeiten ausbessern) am Samstag, Fahrt in die Krios Bay am Sonntag.

Montag früh um 5:25 im Morgengrauen heißt es „Anker auf“. Wie immer, haben wir noch keinen Plan, wohin wir genau segeln werden (können). Das entscheidet sich erst, wenn wir die ersten Seemeilen geschafft haben (mind. 5 Seemeilen entfernt von der kretischen Küste). Uns erwarten großartige Bedingungen. 13 Knoten Westwind und eine geringe Welle. Damit müssen wir nicht Astypalea ansteuern, sondern nehmen direkt Kurs auf Koufonisia, eine kleine Insel südöstlich von Naxos. 98 Seemeilen sind das.

Genau 5 Stunden später haben wir das erste Drittel geschafft, um 13:30 ist Halbzeit. Santorini liegt an Backbord, Anafi an Steuerbord.

2 Stunden später schläft der Wind ein. Vorhersagegemäß. Also, wie üblich. Ein „Change of plan“.

Neues Ziel: die uns schon so bekannte Südbucht von Ios. Nur 5 bis 6 Knoten wahrer Wind, aber wir versuchen, so lange wie möglich ohne Motor auszukommen. Die letzten 6 Seemeilen gehen dann nicht mehr ohne Maschine.

Um 19:30 fällt der Anker in einer sehr leeren Bucht. Außer uns liegt noch eine Superyacht und ein großer Kat vor Anker. Wann immer wir bisher in Ios waren, mussten wir erst einen Ankerplatz suchen, so viele Boote lagen hier. Eigenartig. Genauso eigenartig wie der Umstand, dass wir auf der Strecke Kreta- Ios kein einziges Segelboot gesehen haben.

Trotzdem: 15 Stunden bis Ios. Großartig. Denn bisher haben wir zumeist mehr als 1 Woche über die „Ostrunde“ (wie zb Astypalea, Leros und Patmos) gebraucht, um so weit in den Westen zu kommen.