sy starship

nothing's gonna stop us now

18.07: Back home.

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12.07: That’s why we did it!

Während der Vorbereitung haben wir uns oft gefragt, woher wir den Mut für die Auszeit nehmen; nach den ersten Wochen nur mehr, warum wir je zweifeln konnten.

Auf unserer STARSHIP – unserer „25 m2 Souterrainwohnung mit sonniger Dachterrasse und großem Pool“ – haben wir ein aufregendes, abenteuerliches und so intensives Familienjahr erlebt, zwei Mal den Atlantik überquert, das Segeln mit jeder Seemeile mehr an Erfahrung noch mehr genossen, höchste Zufriedenheit nach der Etappe Bermuda-Azoren gespürt, vieles über Wind und Wetter dazu gelernt, so manchen Sturm an, aber auch „unter Deck“ erlebt, unzählige Ausflüge unternommen, mit Dominica und den Azoren zwei absolute „Highlights“ erlebt, dank der SY ENTERPRISE kaum einen karibischen Wasserfall ausgelassen, viele Stunden als MechanikerIn, ElektrikerIn und SegelmacherIn verbracht, dankbarst Hilfe (und Ersatzteile) der anderen Crews angenommen, mehrmals die Mastspitze erklommen, zweimal die Bordtoilette zur Gänze zerlegt, mehr Fischköder verloren als Fische gefangen, einige hundert Delfine und zahlreiche Wale gesehen, die meiste Zeit mit Flip-Flops, einigen T-Shirts und Shorts das Auslangen gefunden, in den nasskalten Nächten am Atlantik trotz dreier Lagen unter der Schwerwetterbekleidung und dicken Stiefeln sehr gefroren, so manche Schulstunde „wellenfrei“ gegeben, und … und … und schließlich auch noch die letzte Etappe der Ralley ARC Europe gewonnen.

Aber das Beste waren und sind die vielen neue Freundschaften, die wir geschlossen haben: das herzliche Zusammensein mit all den anderen (Familien)-Crews, die launigen Sundowner und Beach-BBQs, die „Shared-Dinner“, die ausgelassenen ARC-Partys, die unzähligen (Kinder)-Funkrunden, die die Gruppe der Familienboote in der ganzen Karibik bekannt gemacht haben, und die Kinder-Dinghi-Flotten, die jeden Abend vor einem anderen Boot festgemacht waren.

Diese Freundschaften und diese gemeinsamen Erlebnisse haben das Jahr so besonders und unvergesslich gemacht:

That’s why we did it!

SY STARSHIP – “nothing’s gonna stop us now”

 

SY STARSHIP – That’s why we did it!


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09.07: Port Ginesta – „Homeport“ fürs Erste

Unsere Suche nach einem Liegeplatz in der Nähe von Barcelona hat ein glückliches Ende. Wir finden einen Platz in der Marina PORT GINESTA und fühlen uns sofort sehr wohl und heimelig.

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Die Marina selbst ist gar nicht so klein mit 1.800 Liegeplätzen, aber unser Steg im neuen Teil der Marina ist überschaubar groß, nahe an den Toiletten und Duschen gelegen und sehr ruhig.

Zum Flughafen sind es 20 Minuten, nach Barcelona eine gute halbe Stunde. Wir sind zufrieden.

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3 Tage lang bringen wir unserer STARSHIP auf Vordermann (von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends). Wir räumen praktisch das ganze Boot aus (in Etappen), reinigen es gründlich, und räumen einen Großteil wieder ein. Nicht alles, zum Glück, denn von einigen Dingen trennen wir uns endgültig (endlich nach 12 Monaten).

Alle Leinen und Schoten werden gewaschen, die Tanks gespült, die Winschen gesäubert und gefettet, der Watermaker sterilisiert, sogar Überzüge für die Steuerräder und die Winschen nähen wir noch.

Die Kinder dürfen endlich wieder das Dinghi wassern, denn die „Lavanderia“ ist ein Stück entfernt in der alten Marina und mit dem Dinghi sind sie sofort zu begeistern, sich 3 Stunden lang um die Wäsche zu kümmern.

Das Bimini nehmen wir ab, nähen es wieder, reinigen es mit Segeltuchreiniger und imprägnieren es. Genauso wie die Sprayhood.

Und eigentlich – stellen wir dann fest- ist das Boot nun in einem besseren Zustand als je zuvor. Startklar.

Schade, dass es jetzt bald nach Hause geht.

 


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07.07: The Final Leg: Gewitter mit 41 Knoten Wind

Wir brechen kurz vor 9 Uhr auf. Es ist die letzte Etappe und wir würden uns so sehr wünschen, noch etwas segeln  zu können. Aber nein. „Motorsegeln“ heißt die Devise. Alle Segel gesetzt. Hart am Wind. Und wir schaffen zwischen 4,5 und 6 Knoten, je nachdem, ob der wahre Wind bei 10 Knoten liegt oder eher wieder bei 5 Knoten.

Bei meiner ersten Wache halte ich – dank eines sehr unterhaltsamen Buches – bis 1 Uhr früh durch. Dann übernimmt Dietmar bis 5 Uhr früh. Und wieder Wachwechsel.

Aber Dietmar kann sich nicht lange hinlegen. Kurz danach – im Morgengrauen- wecke ich ihn wieder auf.

Schon seit Stunden begleiten uns dunkle Wolken (in sicherer Entfernung) und Wetterleuchten. Jetzt aber dreht der Wind (wie üblich entgegen aller Vorhersagen) und die ganz dunklen Wolken stehen nahezu über uns.

Wir reffen umgehend ins dritte Reff. Förmlich in letzter Sekunde.

Innerhalb von wenigen Minuten haben wir nicht mehr „nutzlose“ 10 Knoten Wind von raumschot, sondern Regen und 41 Knoten Wind „auf die Nase“. Der Wind (oder besser: der Gewittersturm) peitscht über das Wasser und uns den schweren Regen ins Gesicht – eine Mischung aus Süß- und Salzwasser.

Zur Sicherheit starten wir auch den Motor. Die Blitze sind immer wieder in unserer Nähe. (Und wie gut, dass wir noch Motoröl nachgefüllt haben).

Wir sind beide waschelnaß. Das Wasser steht in meinen Stiefeln. Wir fieren das Großsegel, können noch etwas mehr von der Genua einholen und versuchen abzulaufen. Mit dem Wind und mit der Welle – 180 Grad weg vom Kurs. Mehrmals krängt unsere Starship so stark, dass wir mit dem Baum fast das Wasser berühren.

Wir steuern von Hand, abwechselnd, während der andere frische und trockene Sachen anzieht. Das nasse Gewand können wir nur in die Dusche werfen. Dort türmt sich kurze Zeit später ein Haufen „Salzwasserkleidung“.

Sicht – wenige hundert Meter. Andere Boote – mehrere Fischerboote – in Entfernung von einigen Seemeilen. Wenigstens ist das kein Problem.

Aber das Bimini ist an mehreren Stellen gerissen. Einerseits die Halterung selbst auf Backbord, andererseits der Zipp an mehreren Stellen. Ich kann im ersten starken Wind das Bimini gerade noch einigermaßen sichern, aber kurz danach lassen wir den Autopilot steuern und müssen das Bimini zur Gänze wegrollen. Kein Bimini heißt noch eine Spur weniger Schutz.

Auch unsere große Österreichfahne hat sich losgerissen. Diese mit einer starken Leine an den Wanten zu sichern heißt  „lauwarme Volldusche“. Es ist durch den Wind so kalt, dass das Wasser richtig warm erscheint. Die Welle genau im 45 Grad Winkel gegen die Backbordseite ergießt sich über mich.

Ipad – unsere Ersatznavigation – und Dietmars PC liegen im Backofen. Zur Sicherheit. Falls wir so unglücklich sind und uns ein Blitz trifft.

Die Kinder sind natürlich aufgewacht, liegen aber weiterhin in den Achterkabinen. Irgendwie verkeilt versuchen sie den Sturm „wegzuschlafen“. Was nicht wirklich geht, denn Gewitter sind schrecklich laut. Dietmar und ich können uns nur schreiend verständigen (die neongelben Kapuzen des Schwerwettergewandes halten nicht nur den Regen ab), immer wieder muss einer von uns tropfnass in den Salon, die Genuaschoten machen bei jeder Wende schrecklichen Krach.

Nach etwa einer halben Stunde schaffen wir es, wieder etwas höher zu laufen. Halbwind, mit gefiertem Großsegel.Immerhin ein wenig in die richtige Richtung.

Zwischendurch ist der Wind zweimal für ein paar Minuten ganz weg, dreht und die nächsten Böenwalze kommt auf uns zu. Wir denken schon, es geschafft zu haben, da dreht der Wind wieder und die nächste dunkelgraue Wolkenfront kommt auf uns zu. Wir wenden mehrmals, jeweils nur für 2 oder 3 Seemeilen, um den großen pink-farbenen Flecken auf dem Radarschirm zu entkommen.

41,4 Knoten Wind speichert unsere Windanzeige als „Tages-High“. Die Böen dazwischen kratzen am 45er.

Nach 4 Stunden haben wir es geschafft. Das Schlimmste ist vorbei. Ganze 4 Seemeilen gutgemachte Entfernung haben wir in dieser Zeit geschafft.

Wir reffen aus, segeln noch ein paar Stunden, dann nehmen wir die Segeln zur Gänze weg und legen die restlichen 10 Seemeilen unter Motor zurück. Weil vor uns über Barcelona (aber in Lee, nur, was heißt das schon?) noch einmal dunkelgraue Wolken auftauchen, füllen wir sogar noch einen Kanister Diesel nach (Premiere – nachtanken auf See). Nur kein Risiko eingehen.

Wir erreichen Port Ginesta – ohne noch einmal nass zu werden – am Nachmittag.

 


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23.06-04.07: Generalkurs Barcelona (Gibraltar-Malaga-Cartagena-Valencia)

Wir starten nach Gibraltar mit einem so komischen Gefühl im Bauch. Wir sind richtig traurig. Der Abschied von Morning Haze sitzt uns tief in den Knochen. Und – vom Gefühl her – es ist ja auch ein Abschied vom Jahr „Auszeit unter Segeln“.

Wir haben einen groben Plan wie es weitergehen soll. Die Küste von Spanien hinauf in Richtung Norden, in Richtung Barcelona. In den nächsten zwei Wochen. Herbergssuche. Wir suchen unseren Homeport „fürs Erste“, irgendwo in der Nähe von Barcelona.

Die ersten Seemeilen zur ersten Station gehen mühsam dahin. Zuerst wenig Wind, dann Motor (durch die Nacht hindurch), erst gegen Ende wird es wieder mehr und wir brausen dahin (mit der Strömung, die in die Meerenge von Gibraltar hineinzieht, geht es doppelt so schnell).

Wir liegen Seite an Seit mit Duck in der vollkommen charmlosen Marina in La Linea.

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Auch Bonnie Lass und Easy Rider lieger hier. Wenigstens ein paar Freunde sind uns nach dem Abschied von Morning Haze noch geblieben.

Vielleicht sind wir schon zu verwöhnt, denn weder Gibraltar noch unsere nächste Station in Malaga können uns begeistern.

Und so brechen wir bald zur dritten Station – Cartagena – auf dem Weg nach Barcelona auf.

Die Gribfiles verheißen angenehme 20 Knoten von raumschots. Aber schon nach einer Stunde reffen wir bis zum dritten Reff, denn die 20 Knoten sind mittlerweile konstante 30+ Knoten mit Böen, die am 40er kratzen, und die Wellen sind unangenehm kurz und hoch. Wie sehr vermissen wir doch in diesem Moment den Atlantik. Fast 8 Stunden rauschen wir mit 8,5-9 Knoten SOG dahin. Ein paar Mal auch über 10 Knoten. Kurz bevor es dunkel wird, ist der Wind dann urplötzlich einfach weg (leider die Wellen nicht zur Gänze) und so ist es eine unangenehme Schaukelei durch die Nacht. Zum Glück wird es noch einmal besser am Vormittag und die letzten Stunden bis 19 Uhr können wir sogar unter Segel an die 6-7- Knoten schaffen.

Cartagena ist aber jede Anstrengung wert. Endlich wieder eine Marina, die uns sofort gefällt, und eine Stadt, die sehr viel Flair hat. Vieles aus der Römerzeit ist noch erhalten. Man spaziert einfach durch. Zwischen Restaurants und Geschäften findet sich Relikte der Römerzeit. Richtig schön.

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Weil wir noch immer müde sind, starten wir erst einen Tag später als geplant die nächste Etappe nach Valencia. Wieder gute 190 sm, für die wir 29 Stunden brauchen. Die Etappen – und vor allem die Nachtfahrten – hier im Mittelmeer erscheinen uns deutlich anstrengender als am Atlantik. Das Wetter ist alles andere als stabil (und die Vorhersagen taugen wenig). Gribfiles – so unsere bisherige Erfahrung – geben einen Hinweis auf die Windrichtung, die Windstärke passt kaum. Und dazu die kurzen Wellen. Die letzten 10 Stunden kämpfen wir wirklich um jedes Grad Höhe. Der Wind dreht so unangenehm in die Bucht hinein und wird immer stärker, dass wir schließlich schon im zweiten Reff segeln, um eine „akzeptable“ Balance zwischen „Höhe Laufen“ und „Krängen“ haben. Dass die Bedingungen nicht einfach sind, zeigt der Funkspruch des MRCC Valencia, der stündlich hereinkommt. „MOB“ – Man over Board. Ein Mann ist auf der Höhe von Benidorm über Bord gefallen und kann nicht gerettet (ja nicht einmal gefunden) werden. Wir passieren die Stelle einige Stunden später, halten natürlich sehr aufmerksam Ausschau, aber ohne Erfolg. DIe Meldung bleibt 24 Stunden lang „aktiv“. Offensichtlich keine Rettung.

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Die Marina Real Juan Carlos I ist abermals eine Marina ohne Flair, aber Valencia hat es in sich. Wir leisten uns ein Ticket für Hop On/Hop Off, um so viel wie möglich von dieser großartigen Stadt zu sehen. Ein Tag reicht hier nicht, man müsste Wochen haben, um alles zu entdecken.

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22.06: … auch wenn ein Ozean dazwischen liegt

Der Abschied von Isabel, Dave, Rebecca und Demi von der canadischen SY Morning Haze fällt uns schwer.

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Die vergangenen 6 Wochen sind so intensiv: Drei Crossings, die wir – ohne je darüber zu reden – Seite an Seite bewältigten. Viele gemeinsame Ausflüge,

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launige Sundowners und lustige Partys.

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Und die Kinder haben zusammen wohl den Spaß ihres Lebens (und das alles nur auf englisch!). Die Tanzaufführungen vor dem World Heritage Center in St. Georges (Bermuda). Unsere Bettdecken werden dafür kurzfristig zur Vorhängen umfunktioniert.

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Florians Überraschungsgeburtstagsfest in Ponta Delgada mit einer selbstgebackenen und verzierten Torte. 8 Stunden Arbeit in der Pantry der Morning Haze für diese gigantische Schokotorte.

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Sogar zu Fans von rohem (Thun)-Fisch werden wir durch sie.

Die letzten Tage verbringen wir nahezu ununterbrochen zusammen. Wir kochen zwar getrennt auf unseren Booten, essen aber jeden Abend gemeinsam im Cockpit der Morning Haze. Gabriel und Michele, die Eltern von Isabell, sind ebenfalls da, und jeder Abend dauert wirklich lange.

Katharina ist überhaupt schon zur Morning Haze gezogen und kommt nur um frisches Gewand zu holen (wobei nicht immer, denn mittlerweile hat sie einige Sachen von Rebecca geschenkt bekommen und trägt diese mit Begeisterung). „Cathi“ hat bereits den Status „5th Familymember“. Kein Wunder – Demi und Katharina sind nahezu gleich alt, gleich groß, gleiche Frisur, gleiche Haarfarbe. Stundenlang können die drei Mädchen in den Restrooms verbringen, um sich schön zu machen.

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Und noch ein Teil unserer „Crew“ wandert zu ihnen. Für einige Monate sogar. Weil sie für den Weg zurück in die Karibik kein Downwind-Segel haben, borgen wir ihnen unseren knallroten Parasailor, der uns so großartige Dienste geleistet hat. Die Landesfarben passen und wir wollen gerne für die nächsten sm darauf verzichten.

Tag für Tag zögern wir also unsere Abfahrt hinaus. So weit, dass wir auch unseren Plan umwerfen (müssen), bis nach Kroatien zu segeln, weil wir weder Zeit noch Kraft haben, weitere 2.000 sm im Rekordtempo – nämlich in weniger als 3 Wochen – abzuspulen.

Aber dann ist der Tag des Abschieds gekommen. Sonntag, 10 Uhr legen wir ab. Unter Tränen. Und mit dem gegenseitigen Versprechen, uns wiederzusehen. Auch wenn ein Ozean dazwischen liegt.