sy starship

nothing's gonna stop us now


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28.10: Schnell! Schnell wieder weg!

Für heute und die nächsten Tage ist etwas mehr Wind angesagt. 10-15 Kn aus Nordost laut Gribfiles. Passt uns gut für die nächste Strecke La Gomera – Tenerife.

Wir verlassen die Marina schon um 7:30. Es ist gerade richtig hell geworden.

Wir setzen Genua und Großsegel im dritten Reff. Gute Entscheidung, denn schon kurz nach der Hafenausfahrt klettert die Windanzeige auf 20 kn, dann 25 kn und schließlich erreichen uns Böen bis 33 kn. Das sind die bekannten und gefürchteten „Acceleration Zones“ rund um die Nordost- und Nordwestküsten der Kanarischen Inseln. Mit 10 Kn zusätzlich kann man in diesen Zonen rechnen. Bis dato haben wir es immer ganz gut geschafft, diese Zonen zu vermeiden, aber jetzt müssen wir durch.

Die Wellen sind mit 1,5m gar nicht so hoch, aber kurz und gnadenlos. Traude wird wieder einmal zur Gänze geduscht. Auch Lukas erwischt eine Welle und wäscht seine „Backbordseite“.

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Schnell.

Mit 7,5 Kn „Speed over Ground“ segeln wir dahin und freuen uns, dass wir so gut vorankommen. Endlich wieder sportliches Segeln.

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Aber dann – „all of a sudden“ – schläft der Wind ein. Gerade einmal 6 kn Wind. Deutlich weniger noch als in den Gribfiles vorhergesagt. Wir reffen aus. Aber es hilft nichts. Mit gerade einmal 2-3 Knoten zuckeln wir so dahin. Der Pico de Teide (Spaniens höchster Berg) hält wohl den ganzen Wind auf.

Dafür sehen wir wieder einmal einige Wale – ganz nahe. Die vier Wale bewegen sich kaum. Man könnte fast meinen, sie halten gerade Siesta.

Erst als wir die Südspitze Tenerifes erreichen, nimmt der Wind wieder etwas zu. Ein paar Knoten mehr, aber für uns zu wenig.

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Marina San Miguel. Und sie wird der Beschreibung im Hafenhandbuch gerecht – leider. Null Stimmung. Null Charme. Der Ort dahinter bietet eine Bettenburg nach der anderen. Noch weniger Stimmung. Noch weniger Charme.

Wenn man erst einmal die Marina Rubicon, die Marina La Palma und on Top noch die Marina La Gomera kennen gelernt hat, dann wird es schon sehr schwer, sich in einer anderen Marina wohl zu fühlen.

Da bleiben wir sicher nicht lange.

Schnell wieder weg.

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26.10: Von Baumfällern und anderen Handwerkern

Schon wieder etwas zum Reparieren.

Die Halterung unseres Kranarmes zum Dinghi-Motor-in-die-Backskiste-heben ist gebrochen.
Und unser Spibaum hat ein Cut.

Das Cut im Spibaum lässt sich nur durch Kürzen des Spibaumes beheben. Also Baum herunter. Dietmar schlägt die Nieten aus dem Baum. Der Schaft wird gelöst.

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Neue Länge und neue Bohrungen einzeichnen. Sven setzt seine Wundermaschine Nr. 2 ein – ein Multitool zum Schneiden.

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Dann wird abgeschliffen. Der Schaft wieder eingesetzt und mit den passenden Nieten und der neuen Nietenzange (die haben wir uns extra über Amazon bestellt) befestigt.

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Passt.

Auch anderen Ortes wird gearbeitet. Lukas hat im Hafen einen Stock gefunden und schnitzt seinen Namen hinein.

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Für die Halterung des Kranarmes haben wir zunächst keine Lösung. Das fängt schon damit an, dass wir die beiden Gelenke gar nicht herunterbekommen.

Da kommt uns John vom Nachbarboot SY STARBLAZER zu Hilfe. Mit vereinten Kräften – im malerischen Sonnenuntergang – lösen wir beide Gelenke, setzen sie verkehrt wieder an, sodass das „gute“ Gelenk jetzt oben sitzen kann.

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Auch für die Reparatur des kaputten Gelenkes hat John eine Lösung – und zwar eine starke Schelle. Super, auf diese Idee wären wir nie gekommen. Mittlerweile ist die Sonne längst untergegangen und die beiden Handwerker sitzen mit der Solarlampe am Steg.

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Wir haben zwar nicht die passende Schelle (unsere hat um 5 mm zu wenig Durchmesser), aber Sven hat glücklicherweise eine passende Schelle bei der Hand. Und das ist das Ergebnis.

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Praxistest folgt!


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24.10: Wandertag in der Bordschule

Um 10:30 starten wir vom „Marktplatz“ von San Sebastian.

Wir wollen zur nächsten Bucht wandern. Aber so einfach ist das nicht. Dazwischen liegen zwei kleine Berge und eine Schlucht.

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Der Aufstieg zum ersten kleinen Berg ist anstrengend. Es ist ja fast Mittag und die Sonne brennt von Himmel.

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Am „Tal“ der ersten Schlucht halten wir Kriegsrat und entscheiden uns, einen Abkürzer zu wählen. Nämlich einfach geradeaus – so wie die Lava (nur die musste dann nicht wieder rauf!).

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Nach einem raschen Abstieg in der „Direkten“ erreichen wir den schwarzen Steinstrand.

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Im Schatten der hohen Felswand ist es herrlich kühl.

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Aber dann – nach Baden und Plaudern – heißt es wieder, Schuhe schnüren und ab zum Anstieg. Die Lavaschlucht hinauf zum Wanderweg.

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Und dann den Wanderweg weiter bis zurück nach San Sebastian.

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Um 15:00 sitzen wir dann alle etwas geschafft in einem schattigen Lokal mitten im Ort.

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23.10: … bis Silvester in der Karibik

6 Boote und schließlich 19 Kinder (die Franzosen heben immer den Schnitt :-)) – so feiern wir die nächste Beachparty auf La Gomera. Um 18:00 Uhr treffen wir uns an der Playa de la Cueva mit schwarzem Sand und hohen Wellen.

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Wir bringen Wiener Schnitzel, andere Pizza, Sandwiches, Käse und Chips.

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Für die Kinder veranstalten wir einen Limbo-Contest, bei dem sich Florian als Naturtalent erweist.

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Aber auch die Eltern tragen mit Kunststücken zur Unterhaltung bei.

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Jetzt, wo wir alle uns doch schon einige Monate kennen und uns immer wieder an den verschiedensten Orten getroffen haben, erzählen wir uns nicht mehr, woher wir kommen oder wohin wir wollen, sondern lachen viel mehr über gemeinsame Erlebnisse und lassen die Tage Revue passieren, die wir gemeinsam verbracht haben.

Da schwingt auch schon ein wenig Abschiedsschmerz mit. Die gemeinsamen Tage sind vorerst gezählt. Die meisten Boote treten von hier aus den Weg zu den Kap Verden an – vielleicht noch mit einem kurzen Stop in El Hierro -, während HeckoGecko und wir in Richtung Tenerife und dann Gran Canaria weiterziehen, von wo aus wir die Atlantikquerung starten werden.

Aber ein Trostpflaster bleibt. Wir wollen uns wieder sehen. In der Karibik zu Silvester.

 


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22.10: La Gomera – donde el tiempo se detiene

Dietmar und ich „kennen“ die kanarischen Inseln (Tenerife, Gran Canaria und Lanzarote) von einigen Badeaufenthalten in den vergangenen 20 Jahren. Dass uns die Atlantikroute und der wind- und wetterbedingte Zeitplan fast 2 Monate in dieser Gegend bescheren werden, sehen wir anfangs mit zweifelhaften Vorstellungen an.

Aber jetzt – nach fast 5 Wochen – sind wir nur noch begeistert und froh, so viel Zeit hier verbringen zu können. Jede Insel hat uns eine neue, schöne und interessante Seite der Kanaren gezeigt. Und in diese Reihe fügt sich La Gomera nahtlos ein.

Für uns ist La Gomera eine Mischung aus alle dem, was wir bisher gesehen haben. Nicht ganz so grün und steil wie La Palma, aber auch nicht so karg wie Lanzarote. Nicht so „erklärt laid back“ wie Graciosa, aber viel ruhiger als die Nachbarinseln. Die Häuser sind bunt, vor allem knallgelb und grasgrün scheinen zu den Lieblingsfarben zu gehören. Die Insel erscheint uns  nicht so elegant wie Lanzarote und La Palma, auch wenn einzelne Orte wie zB Agulo mit sehr viel typisch kanarischer Architektur aufwarten.

Massen-Tourismus gibt es nicht. Nicht einmal Individualtourismus scheint hier Fuß gefasst zu haben, auch wenn die Insel genau das bieten würde, was man zum Abschalten und Entspannen braucht. Vermutlich kommt das Wort „Hektik“ im hiesigen Sprachgebrauch gar nicht vor.

Die Werbebotschaft zu La Gomera ist angekommen: La Gomera – Donde el tiemo se detiene – dort, wo die Zeit still steht.

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21.10: Sodom und Gomera

Große Wiedersehensfreude in der Marina von San Sebastian in La Gomera. Eve, Kim und Zachary von der SY Filao II und die 4 Berliner Buben Richard, Georg, Ludwig und Karl von der SY Enterprise sind auch wieder da.

Nach dem Abendessen sitzen wir Erwachsenen noch mit unserem deutschen Stegnachbarn von der SY Charly bei uns im Cockpit und plaudern sehr nett.

Die Kinder flitzen am Steg herum, besuchen andere Boote

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und kommen dann auf die Idee, Geld verdienen zu wollen, und zwar mit dem Verkauf von Keksen.

Damit werden dann um 21:00 Uhr in unserer kleinen Pantry Kekse gebacken. Das Rezept ist von der Enterprise, die Zutaten kommen von uns, die 4 Kinderköche rühren den Teig in der großen grünen Schüssel. Eve und Kim sind zum Probieren eingeladen.

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2 weitere Buben – Georg und Richard – sitzen in Traudes Kabine und spielen mit Florians iPhone. Hilfe wird nicht erwartet. Nur zum Gasherd aufdrehen und Backblech hineinschieben.

Dann – als die Kekse um 22 Uhr endlich fertig sind – werden jeweils 4 Stück verpackt und am Steg angepriesen. „Would you like to buy 4 cookies for one Euro?“ So gehen sie die Pontoons entlang und nehmen tatsächlich 5 Euro ein.

Wir sitzen noch ganz kurz zum Plaudern bei der Filao, als Florian, Eve und Richard mit der Frage auftauchen: “ Dürfen wir heute alle im Cockpit schlafen?“

Was heißt da alle?

Richard, Eve, Florian, Katharina und Lukas.

Um Mitternacht ist dann unser Cockpit bis auf den letzten Platz belegt. Ein Durcheinander von Decken, Pölstern, Kuscheltieren, Schlafsäcken und dazwischen fünf Kinder.

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Na dann, gute Nacht.


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20.10: We brake for whales

Wir starten unsere Überfahrt von La Palma nach La Gomera schon ganz zeitig in der Früh. Es ist noch dunkel. Aber die Gribfiles sagen schon seit Tagen kaum Wind voraus und wir würden gerne bei Tageslicht ankommen. Unter Motor fahren wir die ersten Stunden.

„Seht ihr die kleine Wolke da auf 1 Uhr?“ meldet sich Lukas vor Mittag. Bei strahlender Sonne eine Wolke? Auf See?

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Nein, das ist ein Wal. Genau vor uns. Alle 8 Sekunden steigt die Fontäne auf.

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Wir drosseln den Motor auf ein paar hundert Touren und fahren langsam an diesem großen Wal vorbei. Als wir näher kommen, sehen wir auch den Walbuckel.

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Ein tolles Gefühl, an einem so großen Tier vorbeizufahren.