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nothing's gonna stop us now


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07.10: „Big Game Fishing“

Unsere bisherigen Fischfänge sind keine Erfolgsgeschichte. Am erfolgreichsten von uns allen ist noch Florian, der die Fische im Hafen von Camarinas mit dem Kescher fängt.

Das muss sich ändern, umso mehr als wir doch auf hoher See (wenn wir den Atlantik queren) von Fisch leben wollen.

Also informieren wir uns, wo auf den Kanaren ein wirklich gutes Fischerei(zubehör)-Geschäft ist und werden in Puerto Calero in einer hinterhofähnlichen Passage fündig. Das Geschäft sieht so vielversprechend aus, dass wir sogar 90 Minuten auf die Öffnung nach der Mittagspause warten.

Und dann stehen wir da zu sechst. Wir Angellaien. Und diskutieren, gestikulieren, versuchen dem Verkäufer klar zu machen, dass wir die richtig großen Fische fangen wollen. Florian übernimmt es, die Größe der Fische deutlich zu machen. Er tut so, als würde er die Angel auswerfen, hat gleich darauf einen Riesenfisch an der Angel, stöhnt beim Einholen der Angel auf und geht in die Knie, als würde er unter dem Gewicht des Riesenbarracudas zusammen brechen.

Der junge Mitarbeiter versteht uns.  Und so fällt die Entscheidung leicht. Wir steigen ein ins

Big Game Fishing

Eine ordentliche Rute, eine Rolle für Fische bis 20 kg

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und natürlich ein entsprechendes Nylonseil – für bis zu 23 kg. Sicher ist sicher. Dazu noch einen zusätzlichen Köder fürs Fischen untertags (ein Köder mit Tauchflosse).

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Und dann noch die Dreifach-Riesenhaken und das richtige Werkzeug, um den Riesenbarracuda auch an Bord zu hieven. Und zum Üben gibt es noch eine kleine Angel für Kinder.

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Also, seid gewarnt ihr Barracudas, Bonitos und Marlins von hier bis in die Karibik. Jetzt ziehen wir andere Saiten auf.

Nur am Rande sei erwähnt: Hätten wir um den Betrag Thunfisch, Makrelen und Sardinen in Dosen gekauft, könnten wir den Atlantik ohne Versorgungsprobleme wahrscheinlich 5 Mal queren.


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30.09 – 05.10: Playa Francesa (Isla La Graciosa)

Woher die Bucht Playa Francesa wohl Ihren Namen hat?

Nach dieser Ankerbucht haben wir aber wahrlich lange gesucht.

Hier ist es einfach herrlich. Glasklares Wasser über Sandgrund, dahinter der einsame Strand der Playa Francesa, die wunderbare Kulisse der Hügeln der Insel Graciosa .

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Und nur 15 Minuten mit dem Dinghi entfernt liegt der kleine Ort Caleta del Sebo.

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Hier bleiben wir einfach ein paar Tage vor Anker liegen.

Wir haben genug gebunkert, backen Brot und Kuchen, unsere Wasservorräte können wir mit dem Wassermacher bei Bedarf aufstocken und die Solarpanele liefern ausreichend Energie, um den einzigen wirklichen Energiefresser (nämlich den Kühlschrank) bei Laune zu halten.

Vormittags Bordschule und parallel dazu „Hausarbeit“ und „Wartungsarbeiten“, mittags baden und Siesta. Die Kinder genießen das warme Wasser, unzählige Male wird vom Heck oder seitlich von der Bordkante ins Wasser gesprungen, mit dem Dinghi herumgerudert und ein „neues Mobil“ gebaut. So nennen die Kids das Gefährt aus den Fendern.

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Nachmittags gibt es noch einen (Dinghi-)Ausflug und abends ein gemütliches Abendessen im Cockpit bei sparsamer Beleuchtung.

Herrlich.

Seit gestern ankert auch die französische Filao II neben uns, die wir seit Porto kennen. Nach der Bordschule herrscht reger Kinderaustausch und die beiden Dinghis sind ständig zwischen den Booten unterwegs. Beim Sundowner schlägt Cecile, die Fialo-II-Mutter vor, doch heute Abend am Strand ein BBQ abzuhalten.

Super Idee, da sind wir dabei.

Kurz bekommen wir kalte Füße, wie wir das alles organisieren werden, aber um 18:00 sind der Griller, Hühnerflügerln, Dorade, Salat, Erdäpfel, Brot, Wein, Bier und Limonade, Decken, Besteck, Teller, Gläser und Becher und wir sechs im Dinghi und setzen bei Wind und Welle zum Strand über. Jetzt haben wir tatsächlich nasse Füße.

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Filao und wir bauen die Griller auf, grillen, genießen Bier und die ersten knusprigen Flügerln als ein drittes Dinghi (französische Familie mit 3 Kindern) und gleich darauf noch ein weiteres (französiche Familie mit 2 Kindern) am Strand anlegt und sich zu uns gesellt. Und dann noch eine weitere französische Familie mit 3 Kindern, die schon gestern Abend angekommen waren.“We saw your BBQ and we do not want to miss a nice anchor-party. That is why we are here.“

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Schließlich stehen wir Erwachsenen zu elft im warmen Sand – wir drei „Autrichiens“ unter einer Gruppe von Franzosen, plaudern in diversen Sprachen, der spanische Likör macht die Runde, die 14 Kinder toben ausgelassen.

Und am Ende des Tages können wir erahnen, woher die Playa Francesa ihren Namen hat.


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28.09-30.09: Lay back, relax, enjoy

Eigentlich wollen wir am 27.9 die Überfahrt zu den Kanaren – genau zur Isla Graciosa – starten. Nach fast zwei Wochen in Marinas sind wir so richtig segelhungrig. Aber da die GRIP-Files zwischen Freitag und Samstag hinsichtlich Windstärke und Windrichtung keinen großen Unterschied sehen, aber am Samstag die Wellenhöhe doch deutlich niedriger sein soll, entscheiden wir uns kurzfristig für Samstag. Sorry, liebe Fische, dass Traude und Florian damit nichts zu eurer Fütterung beitragen können.

Außerdem können wir dann auch noch den 7. Geburtstag von Seppe (SY NAUTILUS, Belgien) mitfeiern. Es ist nicht nur eine Geburtstagsfeier für die Kinder, sondern gewissermaßen auch eine Abschiedsfeier. Für einige Zeit trennen sich unsere Wege: Heckogecko und wir starten zwar gemeinsam, aber Heckogecko nach Lanzarote und wir nach Graciosa. Die Crew der belgischen SY Maranne bleibt bis Dienstag und segelt dann nach Gomera und die Nautilus plant überhaupt, noch gute 14 Tage auf Madeira zu verbringen.

Wir starten um 10 Uhr. Fien und ihre Mutter Katrine von der SY Nautilus helfen beim Ablegen und winken lange.

Herrlichste Bedingungen auf See: Sonne, 4-5 Beaufort scheinbarer Wind aus 80 Grad steuerbord und ganz geringer Seegang (und wenn, dann von achtern). Mit 7,5 Kn SOG flitzen wir dahin.

Vorbei an einer Gruppe von Walen, die gemächlich zu den Islas Desertas schwimmen.

Lay back, relax, enjoy.

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Nur Katharina und ich halten die Stellung.

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Aber nicht nur HeckoGecko und wir haben uns für einen Start am Samstag entschieden. Ziemlich zeitgleich mit uns starten die SY Ansoba, Joshua und Kaya. Alle drei haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder in Marinas oder beim Ankern gesehen. Im 5er Konvoi geht es dahin.

Leider lässt mit Einbruch der Dunkelheit der Wind etwas nach. Zu viel für uns, die wir mindestens 12-13 Kn scheinbaren Wind benötigen, um wirklich gut zu segeln. Da hilft auch kein ständiges Trimmen, kein Geizen um jede Böe, die leichten Yachten HeckoGecko und Joshua ziehen davon.

Sonnenuntergang auf See.

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Die erste Nacht verläuft nach dem mittlerweile gewohnten Muster. Traude nimmt die erste Wache bis 23:30 (mit Dietmar im Standby-Schlaf an Deck). Die restliche Nacht bis 6:00 teilen uns Dietmar und ich, dann ist wieder Traude dran.

Für die Kinder ist diese Nacht großartig. Ruhig. Kein Geschaukel. Einfach angenehm.

In der Früh ist nur noch Kaya an unserer Seite. SY Ansoba dürfte überhaupt einen anderen Kurs, viel weiter östlich, gesegelt sein. Gelegentlich hören wir über Kanal 16, dass Kaya mit Ansoba Kontakt aufnehmen will, aber Ansoba ist scheinbar außerhalb der Reichweite.

Im Laufe des zweiten Tages lässt der Wind leider noch stärker nach. Trotz Parasailor und Großsegel schaffen wir bei 9 Kn Wind nur zwischen 4,5 und 5 Kn SOG.

Noch immer wunderschönes Segeln, mit Bordschule (Dietmar erklärt Florian den Aufbau der Atome), Geschichten vorlesen, Kreuzworträtsel lösen, Baden mit Salzwasser

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und Eiernockerln mit Salat. Was will man mehr von einem Sonntag auf See.

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Nur ein einziges Mal kommt wirklich etwas Hektik auf. Es macht einen riesen Tuscher. Dietmar ruft zu mir in die Pantry, ob mir etwas runtergefallen ist. Aber nein, irgendetwas ist gegen unseren Bug gedonnert. Gleich darauf schwimmen am Heck zwei Holzlatten mit ca 10 cm Breite und 60 cm Länge. Sofort schnappe ich die große Taschenlampe, schiebe die Matratzen vom Bett in der Bugkabine, öffne die Bretter und leuchte zum Bug. Alles ok, kein Wasser, nichts passiert.

Als dann der Wind so stark abnimmt, dass die Anzeige auf 3 Kn SOG sinkt, bergen wir schweren Herzens die Segel und starten den Motor. Nur zwei Stunden, dann glauben wir, dass doch noch einmal Wind kommt, setzen wieder alle Segel, aber nur bis zum Einbruch der Nacht, dann heißt es wieder einmal: Segel bergen und Motor an.

Kaya ist weiterhin nur knappe 2 Seemeilen hinter uns.

Die zweite Nacht verläuft nach dem Standard-Muster. Traude nimmt die erste Wache bis 23:30 (mit mir im Standby-Schlaf an Deck). Die restliche Nacht bis 6:00 teilen uns Dietmar und ich, dann ist wieder Traude dran (mit Dietmar als Standby). Aber im Gegensatz zu allen Nachtwachen bisher ist es in der Nacht richtig warm. Kein Schwerwettergewand, keine Stiefel, sondern eine Decke reicht über kurzer Hose, T-Shirt und Jacke. Das ist eine unglaubliche Erleichterung.

Bei Sonnenaufgang – gegen 8:00 Uhr – sehen wir Graciosa längst.

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Uns trennen 5 Seemeilen. Auf Backbord taucht ein Segelboot auf. Steiner heraus, Yacht gescannt, klar, das ist die Ansoba.

Gleich nach der ersten Bucht ist die Playa Francesa, die einzige Ankerbucht auf Graciosa, für die wir nach mehrmaligen Urgenzen auch eine Ankererlaubnis erhalten haben. Ansoba ankert, wir werfen den Anker wenige Meter östlich von ihr und eine halbe Stunde später wirft auch die SY Kaya ihren Anker in der wunderschönen Bucht. Wieder vereint.

Eine Überfahrt wie man sie sich nur wünschen kann.

Laid back, relaxed, enjoyed.