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nothing's gonna stop us now

28.09-30.09: Lay back, relax, enjoy

3 Kommentare

Eigentlich wollen wir am 27.9 die Überfahrt zu den Kanaren – genau zur Isla Graciosa – starten. Nach fast zwei Wochen in Marinas sind wir so richtig segelhungrig. Aber da die GRIP-Files zwischen Freitag und Samstag hinsichtlich Windstärke und Windrichtung keinen großen Unterschied sehen, aber am Samstag die Wellenhöhe doch deutlich niedriger sein soll, entscheiden wir uns kurzfristig für Samstag. Sorry, liebe Fische, dass Traude und Florian damit nichts zu eurer Fütterung beitragen können.

Außerdem können wir dann auch noch den 7. Geburtstag von Seppe (SY NAUTILUS, Belgien) mitfeiern. Es ist nicht nur eine Geburtstagsfeier für die Kinder, sondern gewissermaßen auch eine Abschiedsfeier. Für einige Zeit trennen sich unsere Wege: Heckogecko und wir starten zwar gemeinsam, aber Heckogecko nach Lanzarote und wir nach Graciosa. Die Crew der belgischen SY Maranne bleibt bis Dienstag und segelt dann nach Gomera und die Nautilus plant überhaupt, noch gute 14 Tage auf Madeira zu verbringen.

Wir starten um 10 Uhr. Fien und ihre Mutter Katrine von der SY Nautilus helfen beim Ablegen und winken lange.

Herrlichste Bedingungen auf See: Sonne, 4-5 Beaufort scheinbarer Wind aus 80 Grad steuerbord und ganz geringer Seegang (und wenn, dann von achtern). Mit 7,5 Kn SOG flitzen wir dahin.

Vorbei an einer Gruppe von Walen, die gemächlich zu den Islas Desertas schwimmen.

Lay back, relax, enjoy.

Ü4 Ü3 Ü2 Ü1

Nur Katharina und ich halten die Stellung.

Ü5

Aber nicht nur HeckoGecko und wir haben uns für einen Start am Samstag entschieden. Ziemlich zeitgleich mit uns starten die SY Ansoba, Joshua und Kaya. Alle drei haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder in Marinas oder beim Ankern gesehen. Im 5er Konvoi geht es dahin.

Leider lässt mit Einbruch der Dunkelheit der Wind etwas nach. Zu viel für uns, die wir mindestens 12-13 Kn scheinbaren Wind benötigen, um wirklich gut zu segeln. Da hilft auch kein ständiges Trimmen, kein Geizen um jede Böe, die leichten Yachten HeckoGecko und Joshua ziehen davon.

Sonnenuntergang auf See.

Ü6

Die erste Nacht verläuft nach dem mittlerweile gewohnten Muster. Traude nimmt die erste Wache bis 23:30 (mit Dietmar im Standby-Schlaf an Deck). Die restliche Nacht bis 6:00 teilen uns Dietmar und ich, dann ist wieder Traude dran.

Für die Kinder ist diese Nacht großartig. Ruhig. Kein Geschaukel. Einfach angenehm.

In der Früh ist nur noch Kaya an unserer Seite. SY Ansoba dürfte überhaupt einen anderen Kurs, viel weiter östlich, gesegelt sein. Gelegentlich hören wir über Kanal 16, dass Kaya mit Ansoba Kontakt aufnehmen will, aber Ansoba ist scheinbar außerhalb der Reichweite.

Im Laufe des zweiten Tages lässt der Wind leider noch stärker nach. Trotz Parasailor und Großsegel schaffen wir bei 9 Kn Wind nur zwischen 4,5 und 5 Kn SOG.

Noch immer wunderschönes Segeln, mit Bordschule (Dietmar erklärt Florian den Aufbau der Atome), Geschichten vorlesen, Kreuzworträtsel lösen, Baden mit Salzwasser

Bad1

und Eiernockerln mit Salat. Was will man mehr von einem Sonntag auf See.

Eier2 Eier1

Nur ein einziges Mal kommt wirklich etwas Hektik auf. Es macht einen riesen Tuscher. Dietmar ruft zu mir in die Pantry, ob mir etwas runtergefallen ist. Aber nein, irgendetwas ist gegen unseren Bug gedonnert. Gleich darauf schwimmen am Heck zwei Holzlatten mit ca 10 cm Breite und 60 cm Länge. Sofort schnappe ich die große Taschenlampe, schiebe die Matratzen vom Bett in der Bugkabine, öffne die Bretter und leuchte zum Bug. Alles ok, kein Wasser, nichts passiert.

Als dann der Wind so stark abnimmt, dass die Anzeige auf 3 Kn SOG sinkt, bergen wir schweren Herzens die Segel und starten den Motor. Nur zwei Stunden, dann glauben wir, dass doch noch einmal Wind kommt, setzen wieder alle Segel, aber nur bis zum Einbruch der Nacht, dann heißt es wieder einmal: Segel bergen und Motor an.

Kaya ist weiterhin nur knappe 2 Seemeilen hinter uns.

Die zweite Nacht verläuft nach dem Standard-Muster. Traude nimmt die erste Wache bis 23:30 (mit mir im Standby-Schlaf an Deck). Die restliche Nacht bis 6:00 teilen uns Dietmar und ich, dann ist wieder Traude dran (mit Dietmar als Standby). Aber im Gegensatz zu allen Nachtwachen bisher ist es in der Nacht richtig warm. Kein Schwerwettergewand, keine Stiefel, sondern eine Decke reicht über kurzer Hose, T-Shirt und Jacke. Das ist eine unglaubliche Erleichterung.

Bei Sonnenaufgang – gegen 8:00 Uhr – sehen wir Graciosa längst.

Graciosa1

Uns trennen 5 Seemeilen. Auf Backbord taucht ein Segelboot auf. Steiner heraus, Yacht gescannt, klar, das ist die Ansoba.

Gleich nach der ersten Bucht ist die Playa Francesa, die einzige Ankerbucht auf Graciosa, für die wir nach mehrmaligen Urgenzen auch eine Ankererlaubnis erhalten haben. Ansoba ankert, wir werfen den Anker wenige Meter östlich von ihr und eine halbe Stunde später wirft auch die SY Kaya ihren Anker in der wunderschönen Bucht. Wieder vereint.

Eine Überfahrt wie man sie sich nur wünschen kann.

Laid back, relaxed, enjoyed.

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3 Kommentare zu “28.09-30.09: Lay back, relax, enjoy

  1. Nur zur Information, morgen haben wir wahrscheinlich zum erstmal Frost in der Nacht. Relaxed und enjoyed weiter ihr versäumt nichts. LG Mathias

  2. Hallo ihr Weltenbummler,
    jetzt verfolge ich eure Blogs schon seit ca. 1 Monat. Ursula ist ja eine fleissige Verfasserin eurer Erlebnisse und eures Tagesablaufs. Ich muss ehrlich sagen, das klingt alles ganz toll! Für uns daheim gebliebene ist das zwar alles ein bissl weit weg, aber durch euren Blog werde ich immer wieder zum Tag träumen inspiriert! Da es bei uns für diese Jahreszeit schon A….kalt ist, war das meine Motivation euch endlich ein paar Zeilen zu schicken. Wie Mathias schreibt, ihr versäumt nichts……
    In diesem Sinne wünsche ich euch weiterhin eine tolle Zeit und „Mast-&Schotbruch“!

  3. Hallo ihr Starshipper.
    durch meinen Geburtstag (jeden Tag Gäste) komme ich erst heute dazu, euch zu mailen. Relaxed weiter und freut euch über die Sonne und das warme Meer. Eure Blogs und auch die Bilder unserer Enkerln sind fantastisch und wir freuen uns, daß es euch gut geht. Bei uns gab’s bereits Frost und wir haben die Blumen schon teilweise eingewintert. Es gab auch wieder ein Erdbeben – aber es ist alles ok. Beim tracken stehen wir am 29.9. Das klappt nicht so ganz.
    Wir denken viel an euch und wünschen euch weiterhin eine schöne Zeit!
    Traude und Willi

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