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nothing's gonna stop us now


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22.10: La Gomera – donde el tiempo se detiene

Dietmar und ich „kennen“ die kanarischen Inseln (Tenerife, Gran Canaria und Lanzarote) von einigen Badeaufenthalten in den vergangenen 20 Jahren. Dass uns die Atlantikroute und der wind- und wetterbedingte Zeitplan fast 2 Monate in dieser Gegend bescheren werden, sehen wir anfangs mit zweifelhaften Vorstellungen an.

Aber jetzt – nach fast 5 Wochen – sind wir nur noch begeistert und froh, so viel Zeit hier verbringen zu können. Jede Insel hat uns eine neue, schöne und interessante Seite der Kanaren gezeigt. Und in diese Reihe fügt sich La Gomera nahtlos ein.

Für uns ist La Gomera eine Mischung aus alle dem, was wir bisher gesehen haben. Nicht ganz so grün und steil wie La Palma, aber auch nicht so karg wie Lanzarote. Nicht so „erklärt laid back“ wie Graciosa, aber viel ruhiger als die Nachbarinseln. Die Häuser sind bunt, vor allem knallgelb und grasgrün scheinen zu den Lieblingsfarben zu gehören. Die Insel erscheint uns  nicht so elegant wie Lanzarote und La Palma, auch wenn einzelne Orte wie zB Agulo mit sehr viel typisch kanarischer Architektur aufwarten.

Massen-Tourismus gibt es nicht. Nicht einmal Individualtourismus scheint hier Fuß gefasst zu haben, auch wenn die Insel genau das bieten würde, was man zum Abschalten und Entspannen braucht. Vermutlich kommt das Wort „Hektik“ im hiesigen Sprachgebrauch gar nicht vor.

Die Werbebotschaft zu La Gomera ist angekommen: La Gomera – Donde el tiemo se detiene – dort, wo die Zeit still steht.

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21.10: Sodom und Gomera

Große Wiedersehensfreude in der Marina von San Sebastian in La Gomera. Eve, Kim und Zachary von der SY Filao II und die 4 Berliner Buben Richard, Georg, Ludwig und Karl von der SY Enterprise sind auch wieder da.

Nach dem Abendessen sitzen wir Erwachsenen noch mit unserem deutschen Stegnachbarn von der SY Charly bei uns im Cockpit und plaudern sehr nett.

Die Kinder flitzen am Steg herum, besuchen andere Boote

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und kommen dann auf die Idee, Geld verdienen zu wollen, und zwar mit dem Verkauf von Keksen.

Damit werden dann um 21:00 Uhr in unserer kleinen Pantry Kekse gebacken. Das Rezept ist von der Enterprise, die Zutaten kommen von uns, die 4 Kinderköche rühren den Teig in der großen grünen Schüssel. Eve und Kim sind zum Probieren eingeladen.

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2 weitere Buben – Georg und Richard – sitzen in Traudes Kabine und spielen mit Florians iPhone. Hilfe wird nicht erwartet. Nur zum Gasherd aufdrehen und Backblech hineinschieben.

Dann – als die Kekse um 22 Uhr endlich fertig sind – werden jeweils 4 Stück verpackt und am Steg angepriesen. „Would you like to buy 4 cookies for one Euro?“ So gehen sie die Pontoons entlang und nehmen tatsächlich 5 Euro ein.

Wir sitzen noch ganz kurz zum Plaudern bei der Filao, als Florian, Eve und Richard mit der Frage auftauchen: “ Dürfen wir heute alle im Cockpit schlafen?“

Was heißt da alle?

Richard, Eve, Florian, Katharina und Lukas.

Um Mitternacht ist dann unser Cockpit bis auf den letzten Platz belegt. Ein Durcheinander von Decken, Pölstern, Kuscheltieren, Schlafsäcken und dazwischen fünf Kinder.

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Na dann, gute Nacht.


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20.10: We brake for whales

Wir starten unsere Überfahrt von La Palma nach La Gomera schon ganz zeitig in der Früh. Es ist noch dunkel. Aber die Gribfiles sagen schon seit Tagen kaum Wind voraus und wir würden gerne bei Tageslicht ankommen. Unter Motor fahren wir die ersten Stunden.

„Seht ihr die kleine Wolke da auf 1 Uhr?“ meldet sich Lukas vor Mittag. Bei strahlender Sonne eine Wolke? Auf See?

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Nein, das ist ein Wal. Genau vor uns. Alle 8 Sekunden steigt die Fontäne auf.

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Wir drosseln den Motor auf ein paar hundert Touren und fahren langsam an diesem großen Wal vorbei. Als wir näher kommen, sehen wir auch den Walbuckel.

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Ein tolles Gefühl, an einem so großen Tier vorbeizufahren.

 

 


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18.10: La Isla Bonita

Das Infomaterial aus dem Tourist-Information-Center preist die Insel als „La Isla Bonita!“ an.

Mit dieser Erwartung starten wir unsere Inseltour

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und wir werden nicht enttäuscht.

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Zunächst folgen wir für einige Kilometer einem Kuhtransporter. Die Kuh begeistert uns mit ihrem Verständnis für Gewichtsverteilung in den Kurven. Sie wäre die optimale Partnerin für ein Seitenwagenrennen.

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Dann ein kurzer Spaziergang zum Denkmal „El Salto del Enamorado“. Ein junger Hirte, der – aus Übermut ? – sein Leben für seine Geliebte gelassen hat. Diese und einige andere Legenden sind ganz typisch für die Insel.

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Im Norden der Insel besuchen wir die Naturschwimmbecken von La Fajana.

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Dann führt uns eine schmale, auf beiden Seiten steil abfallende Nebenstraße (mit 15% Steigung) zu Los Roques de los Muchachos, der höchsten Erhebung auf der Insel. Immerhin 2.426 m hoch.

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Hier steht das weltweit größte Teleskop zur Messung von Gammastrahlung (Stimmt nicht ganz; korrekt ausgedrückt handelt es sich um ein Teleskop zum Nachweis und zur Abbildung des Cherenkovlichts atmosphärischer Luftschauer, die durch kosmische Gammaquanten ausgelöst werden)  – auch The Florian Goebel Telescopes genannt. Der junge deutsche Astrophysiker, Leiter des Projektes, war 2008 einige Tage vor der geplanten Eröffnung bei Reparaturarbeiten am Teleskop tödlich verunglückt.

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Dahinter liegt der Vulkankrater.

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Wir wagen den Abstieg zur untersten Aussichtsplattform, auch wenn uns allen etwas mulmig zumute ist.

Am nächsten Morgen starten wir ganz zeitig zum jüngsten Teil der Insel. Als vorläufig letzte vulkanische Tätigkeit auf La Palma brach im Oktober 1971 im Süden der Insel der Vulkan Teneguia aus. Innerhalb von drei Wochen ergoss sich die Lava in den Atlantik und erstarrte zu neuem Land. Der Teneguia ist der letzte Berg aus sieben mehr oder weniger starken Vulkanausbrüchen zwischen dem 15. und dem 20. Jahrhundert.

Wir sind so zeitig dran, dass der Morgennebel noch den Krater einhüllt.

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Und zum Abschluss der Inseltour

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spazieren wir noch durch die Altstadt von La Palma de Santa Cruz, sehen beim Zigarrendrehen zu,

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machen die eine oder andere nette Bekanntschaft

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und freuen uns sehr, beim Bummeln die Crew der belgischen Maranne zu treffen, mit denen wir in Quinta do Lorde (Madeira) mehrere Abende verbracht haben.

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14.10 -16.10: This is Starship, can you read me?

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Nach zwei wunderschönen Ankertagen in der Playa Papagaio legen wir am Abend ab.

Ziel ist die westlichste der kanarischen Inseln, La Palma.

Die Überfahrt soll zwei Nächte und einen Tag dauern. Weil wir gemütlich erst am zweiten Tag ankommen wollen, haben wir sogar das dritte Reff im Großsegel und machen angenehme Fahrt – kaum Krängung. Für die Kinder und Traude sicherlich eine gute Entscheidung.

Nach Mitternacht der ersten Nacht kommen zwei Frachter auf uns zu, der eine fährt sicher hinter uns durch, der zweite ist auf Kollisionskurs mit uns. Kurzerhand funken wir ihn an: „Motorvessel Haramuja, this ist Starship, can you read me?“ Ein kurzes Gespräch, wir fragen ihn, ob er uns auf seinem Radar hat und wie er uns passieren wird. Dann ändert der Frachter seinen Kurs ein wenig auf Backbord, sodass wir mit gutem Sicherheitsabstand an seinem Heck vorbeisegeln.

Ein großartiger zweiter Segeltag folgt. Wir bergen Großsegel und Genua und setzen unseren Parasailor. Das bringt 1,5 Kn mehr Speed, aber was noch viel wichtiger ist, das Boot ist total ruhig. Kein Schaukeln, kein Rollen, so ruhig, dass Katharina, Lukas und ich 3 Stunden Jolly im Salon spielen, Brot backen und viel lesen.

Bei der Routinekontrolle fällt Dietmar auf, dass die Reffleine für das dritte Reff, mit dem wir die ganze vergangene Nacht gefahren sind, kurz vorm Reißen ist. Wie konnte das passieren?
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Die Reffleine müssen wir sofort tauschen. Wir fädeln die kaputte Leine durch Mast und Baum und ziehen eine neue.

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Die zweite Nacht bricht an. Eigentlich wollen wir erstmals versuchen, den Parasailor über Nacht zu fahren, denn mit fast Vollmond wäre es eine gute Gelegenheit. Trotzdem entscheiden wir uns dagegen, bergen bei Sonnenuntergang den Parasailor und setzen nur die Genua. Der Wind kommt von Achtern, da würde das Großsegel kaum zusätzliche Fahrt bringen, aber sehr viel Lärm und Unruhe schaffen.

Es ist gegen 4 Uhr in der Früh. Wieder einmal zeigt unser Plotter, dass ein Frachter mit 19 Kn Fahrt genau auf unserem Kurs ist. Dietmar funkt ihn zwei Mal mit den Handfunkgerät über Kanal 16 an. Ohne Ergebnis. Der Frachter kommt näher. Ich versuche es noch zwei Mal über das fixe VHF-Radio: „Motorvessel Jose Maria Entre Canales, this is Starship, can you read me?“ Nichts. Was sollen wir jetzt tun? Ich überlege schon, auf Kanal 74 zu wechseln, um die Tenerife Trafico zu kontaktieren, da hören wir, wie genau diese Traffic Control von Tenerife den Frachter anfunkt und fragt, warum er auf unsere Anfragen nicht antwortet. Es folgt ein Wortwechsel zwischen beiden, von wegen, dass der Frachter unseren Namen nicht verstanden hätte, etc. Die Traffic Control bestätigt nochmals, dass die Sailingyacht STARSHIP am Funk war, und dass er antworten soll. Wir sind wirklich überrascht über diese unerwartete Hilfe, kontaktieren selbst nochmals die Traffic Control, bedanken uns, und funken dann den Frachter an. Und siehe da, jetzt hört er uns, bestätigt, dass er uns 5 sm vor sich am Radar sieht und ergänzt schließlich, dass wir uns aussuchen dürfen, auf welcher Seite er uns überholen wird. Que bien, Senor. Muchas gracias. Die „Jose Maria Entre Canales“ zieht 15 Minuten später an Backbord an uns vorbei.

Der zweite Tag bricht an. Geografie in der Bordschule.

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Buchteln aus der Bordküche.

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Und ein schöner Segeltag.

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Und am frühen Nachmittag legen wir nach 200 sm in La Palma an.


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08.10: „Lanzarote ist anders“

Das karge, schwarze Lanzarote ist das Kontrastprogramm zum üppigen Madeira.

Ausgestattet mit den vielen Tipps von Riki (SY HeckoGecko) und der langen Liste meiner lieben Kollegin Dagmar starten wir die Inselrundfahrt in „Los Hervideros“.

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Dann der ehemalige Vulkan von El Golfo mit dem smaragdgrünen Wasser und den grünen Olivinas.

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Katharina und Lukas sind in ihrem Element und suchen im schwarzen Sand nach schönen Exemplaren.

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Die einstige Hauptstadt von Lanzarote Teguise in der Mitte der Insel begeistert uns noch mehr.

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Auf dem Weg zurück sehen wir uns „Lagomar“ an.

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Omar Shariff soll sich in diese in den Felsen gebaute Villa verliebt haben, aber noch in der Nacht des Erwerbes die Villa beim Bridgespiel wieder an den Makler verloren haben. Selbst ein passionierter Bridgespieler wusste er nicht, dass sein Gegner europäischer Meister war).

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Vorbei an unzähligen Weingärten von „La Geria“.

Die Weinbauern graben tiefe Mulden in Kreis-oder Längsform. Die Steinmauern schützen die Mulden gegen den Nordostpassat und gegen Austrocknen. Die Vulkanschicht heizt sich unter Tags auf und saugt während der Nacht die Feuchtigkeit aus der Luft.

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Ein kurzer Stopp in der Bodega Stratus beendet die Inselerkundung.

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Wir sind begeistert von der Schönheit der Insel.

Lanzarote ist – ohne Übertreibung – eine Reise wert.

 

 


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07.10: „Big Game Fishing“

Unsere bisherigen Fischfänge sind keine Erfolgsgeschichte. Am erfolgreichsten von uns allen ist noch Florian, der die Fische im Hafen von Camarinas mit dem Kescher fängt.

Das muss sich ändern, umso mehr als wir doch auf hoher See (wenn wir den Atlantik queren) von Fisch leben wollen.

Also informieren wir uns, wo auf den Kanaren ein wirklich gutes Fischerei(zubehör)-Geschäft ist und werden in Puerto Calero in einer hinterhofähnlichen Passage fündig. Das Geschäft sieht so vielversprechend aus, dass wir sogar 90 Minuten auf die Öffnung nach der Mittagspause warten.

Und dann stehen wir da zu sechst. Wir Angellaien. Und diskutieren, gestikulieren, versuchen dem Verkäufer klar zu machen, dass wir die richtig großen Fische fangen wollen. Florian übernimmt es, die Größe der Fische deutlich zu machen. Er tut so, als würde er die Angel auswerfen, hat gleich darauf einen Riesenfisch an der Angel, stöhnt beim Einholen der Angel auf und geht in die Knie, als würde er unter dem Gewicht des Riesenbarracudas zusammen brechen.

Der junge Mitarbeiter versteht uns.  Und so fällt die Entscheidung leicht. Wir steigen ein ins

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Eine ordentliche Rute, eine Rolle für Fische bis 20 kg

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und natürlich ein entsprechendes Nylonseil – für bis zu 23 kg. Sicher ist sicher. Dazu noch einen zusätzlichen Köder fürs Fischen untertags (ein Köder mit Tauchflosse).

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Und dann noch die Dreifach-Riesenhaken und das richtige Werkzeug, um den Riesenbarracuda auch an Bord zu hieven. Und zum Üben gibt es noch eine kleine Angel für Kinder.

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Also, seid gewarnt ihr Barracudas, Bonitos und Marlins von hier bis in die Karibik. Jetzt ziehen wir andere Saiten auf.

Nur am Rande sei erwähnt: Hätten wir um den Betrag Thunfisch, Makrelen und Sardinen in Dosen gekauft, könnten wir den Atlantik ohne Versorgungsprobleme wahrscheinlich 5 Mal queren.


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30.09 – 05.10: Playa Francesa (Isla La Graciosa)

Woher die Bucht Playa Francesa wohl Ihren Namen hat?

Nach dieser Ankerbucht haben wir aber wahrlich lange gesucht.

Hier ist es einfach herrlich. Glasklares Wasser über Sandgrund, dahinter der einsame Strand der Playa Francesa, die wunderbare Kulisse der Hügeln der Insel Graciosa .

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Und nur 15 Minuten mit dem Dinghi entfernt liegt der kleine Ort Caleta del Sebo.

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Hier bleiben wir einfach ein paar Tage vor Anker liegen.

Wir haben genug gebunkert, backen Brot und Kuchen, unsere Wasservorräte können wir mit dem Wassermacher bei Bedarf aufstocken und die Solarpanele liefern ausreichend Energie, um den einzigen wirklichen Energiefresser (nämlich den Kühlschrank) bei Laune zu halten.

Vormittags Bordschule und parallel dazu „Hausarbeit“ und „Wartungsarbeiten“, mittags baden und Siesta. Die Kinder genießen das warme Wasser, unzählige Male wird vom Heck oder seitlich von der Bordkante ins Wasser gesprungen, mit dem Dinghi herumgerudert und ein „neues Mobil“ gebaut. So nennen die Kids das Gefährt aus den Fendern.

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Nachmittags gibt es noch einen (Dinghi-)Ausflug und abends ein gemütliches Abendessen im Cockpit bei sparsamer Beleuchtung.

Herrlich.

Seit gestern ankert auch die französische Filao II neben uns, die wir seit Porto kennen. Nach der Bordschule herrscht reger Kinderaustausch und die beiden Dinghis sind ständig zwischen den Booten unterwegs. Beim Sundowner schlägt Cecile, die Fialo-II-Mutter vor, doch heute Abend am Strand ein BBQ abzuhalten.

Super Idee, da sind wir dabei.

Kurz bekommen wir kalte Füße, wie wir das alles organisieren werden, aber um 18:00 sind der Griller, Hühnerflügerln, Dorade, Salat, Erdäpfel, Brot, Wein, Bier und Limonade, Decken, Besteck, Teller, Gläser und Becher und wir sechs im Dinghi und setzen bei Wind und Welle zum Strand über. Jetzt haben wir tatsächlich nasse Füße.

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Filao und wir bauen die Griller auf, grillen, genießen Bier und die ersten knusprigen Flügerln als ein drittes Dinghi (französische Familie mit 3 Kindern) und gleich darauf noch ein weiteres (französiche Familie mit 2 Kindern) am Strand anlegt und sich zu uns gesellt. Und dann noch eine weitere französische Familie mit 3 Kindern, die schon gestern Abend angekommen waren.“We saw your BBQ and we do not want to miss a nice anchor-party. That is why we are here.“

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Schließlich stehen wir Erwachsenen zu elft im warmen Sand – wir drei „Autrichiens“ unter einer Gruppe von Franzosen, plaudern in diversen Sprachen, der spanische Likör macht die Runde, die 14 Kinder toben ausgelassen.

Und am Ende des Tages können wir erahnen, woher die Playa Francesa ihren Namen hat.


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28.09-30.09: Lay back, relax, enjoy

Eigentlich wollen wir am 27.9 die Überfahrt zu den Kanaren – genau zur Isla Graciosa – starten. Nach fast zwei Wochen in Marinas sind wir so richtig segelhungrig. Aber da die GRIP-Files zwischen Freitag und Samstag hinsichtlich Windstärke und Windrichtung keinen großen Unterschied sehen, aber am Samstag die Wellenhöhe doch deutlich niedriger sein soll, entscheiden wir uns kurzfristig für Samstag. Sorry, liebe Fische, dass Traude und Florian damit nichts zu eurer Fütterung beitragen können.

Außerdem können wir dann auch noch den 7. Geburtstag von Seppe (SY NAUTILUS, Belgien) mitfeiern. Es ist nicht nur eine Geburtstagsfeier für die Kinder, sondern gewissermaßen auch eine Abschiedsfeier. Für einige Zeit trennen sich unsere Wege: Heckogecko und wir starten zwar gemeinsam, aber Heckogecko nach Lanzarote und wir nach Graciosa. Die Crew der belgischen SY Maranne bleibt bis Dienstag und segelt dann nach Gomera und die Nautilus plant überhaupt, noch gute 14 Tage auf Madeira zu verbringen.

Wir starten um 10 Uhr. Fien und ihre Mutter Katrine von der SY Nautilus helfen beim Ablegen und winken lange.

Herrlichste Bedingungen auf See: Sonne, 4-5 Beaufort scheinbarer Wind aus 80 Grad steuerbord und ganz geringer Seegang (und wenn, dann von achtern). Mit 7,5 Kn SOG flitzen wir dahin.

Vorbei an einer Gruppe von Walen, die gemächlich zu den Islas Desertas schwimmen.

Lay back, relax, enjoy.

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Nur Katharina und ich halten die Stellung.

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Aber nicht nur HeckoGecko und wir haben uns für einen Start am Samstag entschieden. Ziemlich zeitgleich mit uns starten die SY Ansoba, Joshua und Kaya. Alle drei haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder in Marinas oder beim Ankern gesehen. Im 5er Konvoi geht es dahin.

Leider lässt mit Einbruch der Dunkelheit der Wind etwas nach. Zu viel für uns, die wir mindestens 12-13 Kn scheinbaren Wind benötigen, um wirklich gut zu segeln. Da hilft auch kein ständiges Trimmen, kein Geizen um jede Böe, die leichten Yachten HeckoGecko und Joshua ziehen davon.

Sonnenuntergang auf See.

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Die erste Nacht verläuft nach dem mittlerweile gewohnten Muster. Traude nimmt die erste Wache bis 23:30 (mit Dietmar im Standby-Schlaf an Deck). Die restliche Nacht bis 6:00 teilen uns Dietmar und ich, dann ist wieder Traude dran.

Für die Kinder ist diese Nacht großartig. Ruhig. Kein Geschaukel. Einfach angenehm.

In der Früh ist nur noch Kaya an unserer Seite. SY Ansoba dürfte überhaupt einen anderen Kurs, viel weiter östlich, gesegelt sein. Gelegentlich hören wir über Kanal 16, dass Kaya mit Ansoba Kontakt aufnehmen will, aber Ansoba ist scheinbar außerhalb der Reichweite.

Im Laufe des zweiten Tages lässt der Wind leider noch stärker nach. Trotz Parasailor und Großsegel schaffen wir bei 9 Kn Wind nur zwischen 4,5 und 5 Kn SOG.

Noch immer wunderschönes Segeln, mit Bordschule (Dietmar erklärt Florian den Aufbau der Atome), Geschichten vorlesen, Kreuzworträtsel lösen, Baden mit Salzwasser

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und Eiernockerln mit Salat. Was will man mehr von einem Sonntag auf See.

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Nur ein einziges Mal kommt wirklich etwas Hektik auf. Es macht einen riesen Tuscher. Dietmar ruft zu mir in die Pantry, ob mir etwas runtergefallen ist. Aber nein, irgendetwas ist gegen unseren Bug gedonnert. Gleich darauf schwimmen am Heck zwei Holzlatten mit ca 10 cm Breite und 60 cm Länge. Sofort schnappe ich die große Taschenlampe, schiebe die Matratzen vom Bett in der Bugkabine, öffne die Bretter und leuchte zum Bug. Alles ok, kein Wasser, nichts passiert.

Als dann der Wind so stark abnimmt, dass die Anzeige auf 3 Kn SOG sinkt, bergen wir schweren Herzens die Segel und starten den Motor. Nur zwei Stunden, dann glauben wir, dass doch noch einmal Wind kommt, setzen wieder alle Segel, aber nur bis zum Einbruch der Nacht, dann heißt es wieder einmal: Segel bergen und Motor an.

Kaya ist weiterhin nur knappe 2 Seemeilen hinter uns.

Die zweite Nacht verläuft nach dem Standard-Muster. Traude nimmt die erste Wache bis 23:30 (mit mir im Standby-Schlaf an Deck). Die restliche Nacht bis 6:00 teilen uns Dietmar und ich, dann ist wieder Traude dran (mit Dietmar als Standby). Aber im Gegensatz zu allen Nachtwachen bisher ist es in der Nacht richtig warm. Kein Schwerwettergewand, keine Stiefel, sondern eine Decke reicht über kurzer Hose, T-Shirt und Jacke. Das ist eine unglaubliche Erleichterung.

Bei Sonnenaufgang – gegen 8:00 Uhr – sehen wir Graciosa längst.

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Uns trennen 5 Seemeilen. Auf Backbord taucht ein Segelboot auf. Steiner heraus, Yacht gescannt, klar, das ist die Ansoba.

Gleich nach der ersten Bucht ist die Playa Francesa, die einzige Ankerbucht auf Graciosa, für die wir nach mehrmaligen Urgenzen auch eine Ankererlaubnis erhalten haben. Ansoba ankert, wir werfen den Anker wenige Meter östlich von ihr und eine halbe Stunde später wirft auch die SY Kaya ihren Anker in der wunderschönen Bucht. Wieder vereint.

Eine Überfahrt wie man sie sich nur wünschen kann.

Laid back, relaxed, enjoyed.


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28.09: ein frühes Opfer

Hans von der belgischen Nautilus ist Profitaucher. Mehrmals schon hat er sich daher den eigenen Rumpf angesehen und beim letzten Tauchgang festgestellt, dass seine Opferanode bereits größtenteils zersetzt war. Und da wir neben der Nautilus liegen, hat er gleich auch noch einen Blick auf unsere Opferanode geworfen. Mit dem selben Ergebnis.

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Eine Opferanode ist ein elektrochemisch „unedles“ Metall. Sie ist elektrisch leitend mit den zu schützenden („edleren“) Metallen – in unserem Fall mit der Schraube – verbunden. An der Anode läuft eine Oxidation ab: Das unedlere Zink bzw. Aluminium gibt über das Eisen Elektronen an Akzeptoren (z. B. Sauerstoff) im Meerwasser ab, das Anoden-Material geht in Lösung. Es löst sich langsam auf (Opferanode), das Eisen bleibt unangegriffen.

Damit hatten wir nicht gerechnet, jedenfalls nicht nach weniger als 4 Monaten auf See. Glücklicherweise konnten wir in Madeira eine neue Opferanode besorgen. Und Hans hat sie uns auch noch dazu gleich montiert.

Der Unterschied ist mehr als ersichtlich.

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