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nothing's gonna stop us now


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09.07: Port Ginesta – „Homeport“ fürs Erste

Unsere Suche nach einem Liegeplatz in der Nähe von Barcelona hat ein glückliches Ende. Wir finden einen Platz in der Marina PORT GINESTA und fühlen uns sofort sehr wohl und heimelig.

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Die Marina selbst ist gar nicht so klein mit 1.800 Liegeplätzen, aber unser Steg im neuen Teil der Marina ist überschaubar groß, nahe an den Toiletten und Duschen gelegen und sehr ruhig.

Zum Flughafen sind es 20 Minuten, nach Barcelona eine gute halbe Stunde. Wir sind zufrieden.

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3 Tage lang bringen wir unserer STARSHIP auf Vordermann (von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends). Wir räumen praktisch das ganze Boot aus (in Etappen), reinigen es gründlich, und räumen einen Großteil wieder ein. Nicht alles, zum Glück, denn von einigen Dingen trennen wir uns endgültig (endlich nach 12 Monaten).

Alle Leinen und Schoten werden gewaschen, die Tanks gespült, die Winschen gesäubert und gefettet, der Watermaker sterilisiert, sogar Überzüge für die Steuerräder und die Winschen nähen wir noch.

Die Kinder dürfen endlich wieder das Dinghi wassern, denn die „Lavanderia“ ist ein Stück entfernt in der alten Marina und mit dem Dinghi sind sie sofort zu begeistern, sich 3 Stunden lang um die Wäsche zu kümmern.

Das Bimini nehmen wir ab, nähen es wieder, reinigen es mit Segeltuchreiniger und imprägnieren es. Genauso wie die Sprayhood.

Und eigentlich – stellen wir dann fest- ist das Boot nun in einem besseren Zustand als je zuvor. Startklar.

Schade, dass es jetzt bald nach Hause geht.

 


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07.07: The Final Leg: Gewitter mit 41 Knoten Wind

Wir brechen kurz vor 9 Uhr auf. Es ist die letzte Etappe und wir würden uns so sehr wünschen, noch etwas segeln  zu können. Aber nein. „Motorsegeln“ heißt die Devise. Alle Segel gesetzt. Hart am Wind. Und wir schaffen zwischen 4,5 und 6 Knoten, je nachdem, ob der wahre Wind bei 10 Knoten liegt oder eher wieder bei 5 Knoten.

Bei meiner ersten Wache halte ich – dank eines sehr unterhaltsamen Buches – bis 1 Uhr früh durch. Dann übernimmt Dietmar bis 5 Uhr früh. Und wieder Wachwechsel.

Aber Dietmar kann sich nicht lange hinlegen. Kurz danach – im Morgengrauen- wecke ich ihn wieder auf.

Schon seit Stunden begleiten uns dunkle Wolken (in sicherer Entfernung) und Wetterleuchten. Jetzt aber dreht der Wind (wie üblich entgegen aller Vorhersagen) und die ganz dunklen Wolken stehen nahezu über uns.

Wir reffen umgehend ins dritte Reff. Förmlich in letzter Sekunde.

Innerhalb von wenigen Minuten haben wir nicht mehr „nutzlose“ 10 Knoten Wind von raumschot, sondern Regen und 41 Knoten Wind „auf die Nase“. Der Wind (oder besser: der Gewittersturm) peitscht über das Wasser und uns den schweren Regen ins Gesicht – eine Mischung aus Süß- und Salzwasser.

Zur Sicherheit starten wir auch den Motor. Die Blitze sind immer wieder in unserer Nähe. (Und wie gut, dass wir noch Motoröl nachgefüllt haben).

Wir sind beide waschelnaß. Das Wasser steht in meinen Stiefeln. Wir fieren das Großsegel, können noch etwas mehr von der Genua einholen und versuchen abzulaufen. Mit dem Wind und mit der Welle – 180 Grad weg vom Kurs. Mehrmals krängt unsere Starship so stark, dass wir mit dem Baum fast das Wasser berühren.

Wir steuern von Hand, abwechselnd, während der andere frische und trockene Sachen anzieht. Das nasse Gewand können wir nur in die Dusche werfen. Dort türmt sich kurze Zeit später ein Haufen „Salzwasserkleidung“.

Sicht – wenige hundert Meter. Andere Boote – mehrere Fischerboote – in Entfernung von einigen Seemeilen. Wenigstens ist das kein Problem.

Aber das Bimini ist an mehreren Stellen gerissen. Einerseits die Halterung selbst auf Backbord, andererseits der Zipp an mehreren Stellen. Ich kann im ersten starken Wind das Bimini gerade noch einigermaßen sichern, aber kurz danach lassen wir den Autopilot steuern und müssen das Bimini zur Gänze wegrollen. Kein Bimini heißt noch eine Spur weniger Schutz.

Auch unsere große Österreichfahne hat sich losgerissen. Diese mit einer starken Leine an den Wanten zu sichern heißt  „lauwarme Volldusche“. Es ist durch den Wind so kalt, dass das Wasser richtig warm erscheint. Die Welle genau im 45 Grad Winkel gegen die Backbordseite ergießt sich über mich.

Ipad – unsere Ersatznavigation – und Dietmars PC liegen im Backofen. Zur Sicherheit. Falls wir so unglücklich sind und uns ein Blitz trifft.

Die Kinder sind natürlich aufgewacht, liegen aber weiterhin in den Achterkabinen. Irgendwie verkeilt versuchen sie den Sturm „wegzuschlafen“. Was nicht wirklich geht, denn Gewitter sind schrecklich laut. Dietmar und ich können uns nur schreiend verständigen (die neongelben Kapuzen des Schwerwettergewandes halten nicht nur den Regen ab), immer wieder muss einer von uns tropfnass in den Salon, die Genuaschoten machen bei jeder Wende schrecklichen Krach.

Nach etwa einer halben Stunde schaffen wir es, wieder etwas höher zu laufen. Halbwind, mit gefiertem Großsegel.Immerhin ein wenig in die richtige Richtung.

Zwischendurch ist der Wind zweimal für ein paar Minuten ganz weg, dreht und die nächsten Böenwalze kommt auf uns zu. Wir denken schon, es geschafft zu haben, da dreht der Wind wieder und die nächste dunkelgraue Wolkenfront kommt auf uns zu. Wir wenden mehrmals, jeweils nur für 2 oder 3 Seemeilen, um den großen pink-farbenen Flecken auf dem Radarschirm zu entkommen.

41,4 Knoten Wind speichert unsere Windanzeige als „Tages-High“. Die Böen dazwischen kratzen am 45er.

Nach 4 Stunden haben wir es geschafft. Das Schlimmste ist vorbei. Ganze 4 Seemeilen gutgemachte Entfernung haben wir in dieser Zeit geschafft.

Wir reffen aus, segeln noch ein paar Stunden, dann nehmen wir die Segeln zur Gänze weg und legen die restlichen 10 Seemeilen unter Motor zurück. Weil vor uns über Barcelona (aber in Lee, nur, was heißt das schon?) noch einmal dunkelgraue Wolken auftauchen, füllen wir sogar noch einen Kanister Diesel nach (Premiere – nachtanken auf See). Nur kein Risiko eingehen.

Wir erreichen Port Ginesta – ohne noch einmal nass zu werden – am Nachmittag.

 


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23.06-04.07: Generalkurs Barcelona (Gibraltar-Malaga-Cartagena-Valencia)

Wir starten nach Gibraltar mit einem so komischen Gefühl im Bauch. Wir sind richtig traurig. Der Abschied von Morning Haze sitzt uns tief in den Knochen. Und – vom Gefühl her – es ist ja auch ein Abschied vom Jahr „Auszeit unter Segeln“.

Wir haben einen groben Plan wie es weitergehen soll. Die Küste von Spanien hinauf in Richtung Norden, in Richtung Barcelona. In den nächsten zwei Wochen. Herbergssuche. Wir suchen unseren Homeport „fürs Erste“, irgendwo in der Nähe von Barcelona.

Die ersten Seemeilen zur ersten Station gehen mühsam dahin. Zuerst wenig Wind, dann Motor (durch die Nacht hindurch), erst gegen Ende wird es wieder mehr und wir brausen dahin (mit der Strömung, die in die Meerenge von Gibraltar hineinzieht, geht es doppelt so schnell).

Wir liegen Seite an Seit mit Duck in der vollkommen charmlosen Marina in La Linea.

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Auch Bonnie Lass und Easy Rider lieger hier. Wenigstens ein paar Freunde sind uns nach dem Abschied von Morning Haze noch geblieben.

Vielleicht sind wir schon zu verwöhnt, denn weder Gibraltar noch unsere nächste Station in Malaga können uns begeistern.

Und so brechen wir bald zur dritten Station – Cartagena – auf dem Weg nach Barcelona auf.

Die Gribfiles verheißen angenehme 20 Knoten von raumschots. Aber schon nach einer Stunde reffen wir bis zum dritten Reff, denn die 20 Knoten sind mittlerweile konstante 30+ Knoten mit Böen, die am 40er kratzen, und die Wellen sind unangenehm kurz und hoch. Wie sehr vermissen wir doch in diesem Moment den Atlantik. Fast 8 Stunden rauschen wir mit 8,5-9 Knoten SOG dahin. Ein paar Mal auch über 10 Knoten. Kurz bevor es dunkel wird, ist der Wind dann urplötzlich einfach weg (leider die Wellen nicht zur Gänze) und so ist es eine unangenehme Schaukelei durch die Nacht. Zum Glück wird es noch einmal besser am Vormittag und die letzten Stunden bis 19 Uhr können wir sogar unter Segel an die 6-7- Knoten schaffen.

Cartagena ist aber jede Anstrengung wert. Endlich wieder eine Marina, die uns sofort gefällt, und eine Stadt, die sehr viel Flair hat. Vieles aus der Römerzeit ist noch erhalten. Man spaziert einfach durch. Zwischen Restaurants und Geschäften findet sich Relikte der Römerzeit. Richtig schön.

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Weil wir noch immer müde sind, starten wir erst einen Tag später als geplant die nächste Etappe nach Valencia. Wieder gute 190 sm, für die wir 29 Stunden brauchen. Die Etappen – und vor allem die Nachtfahrten – hier im Mittelmeer erscheinen uns deutlich anstrengender als am Atlantik. Das Wetter ist alles andere als stabil (und die Vorhersagen taugen wenig). Gribfiles – so unsere bisherige Erfahrung – geben einen Hinweis auf die Windrichtung, die Windstärke passt kaum. Und dazu die kurzen Wellen. Die letzten 10 Stunden kämpfen wir wirklich um jedes Grad Höhe. Der Wind dreht so unangenehm in die Bucht hinein und wird immer stärker, dass wir schließlich schon im zweiten Reff segeln, um eine „akzeptable“ Balance zwischen „Höhe Laufen“ und „Krängen“ haben. Dass die Bedingungen nicht einfach sind, zeigt der Funkspruch des MRCC Valencia, der stündlich hereinkommt. „MOB“ – Man over Board. Ein Mann ist auf der Höhe von Benidorm über Bord gefallen und kann nicht gerettet (ja nicht einmal gefunden) werden. Wir passieren die Stelle einige Stunden später, halten natürlich sehr aufmerksam Ausschau, aber ohne Erfolg. DIe Meldung bleibt 24 Stunden lang „aktiv“. Offensichtlich keine Rettung.

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Die Marina Real Juan Carlos I ist abermals eine Marina ohne Flair, aber Valencia hat es in sich. Wir leisten uns ein Ticket für Hop On/Hop Off, um so viel wie möglich von dieser großartigen Stadt zu sehen. Ein Tag reicht hier nicht, man müsste Wochen haben, um alles zu entdecken.

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22.06: … auch wenn ein Ozean dazwischen liegt

Der Abschied von Isabel, Dave, Rebecca und Demi von der canadischen SY Morning Haze fällt uns schwer.

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Die vergangenen 6 Wochen sind so intensiv: Drei Crossings, die wir – ohne je darüber zu reden – Seite an Seite bewältigten. Viele gemeinsame Ausflüge,

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launige Sundowners und lustige Partys.

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Und die Kinder haben zusammen wohl den Spaß ihres Lebens (und das alles nur auf englisch!). Die Tanzaufführungen vor dem World Heritage Center in St. Georges (Bermuda). Unsere Bettdecken werden dafür kurzfristig zur Vorhängen umfunktioniert.

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Florians Überraschungsgeburtstagsfest in Ponta Delgada mit einer selbstgebackenen und verzierten Torte. 8 Stunden Arbeit in der Pantry der Morning Haze für diese gigantische Schokotorte.

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Sogar zu Fans von rohem (Thun)-Fisch werden wir durch sie.

Die letzten Tage verbringen wir nahezu ununterbrochen zusammen. Wir kochen zwar getrennt auf unseren Booten, essen aber jeden Abend gemeinsam im Cockpit der Morning Haze. Gabriel und Michele, die Eltern von Isabell, sind ebenfalls da, und jeder Abend dauert wirklich lange.

Katharina ist überhaupt schon zur Morning Haze gezogen und kommt nur um frisches Gewand zu holen (wobei nicht immer, denn mittlerweile hat sie einige Sachen von Rebecca geschenkt bekommen und trägt diese mit Begeisterung). „Cathi“ hat bereits den Status „5th Familymember“. Kein Wunder – Demi und Katharina sind nahezu gleich alt, gleich groß, gleiche Frisur, gleiche Haarfarbe. Stundenlang können die drei Mädchen in den Restrooms verbringen, um sich schön zu machen.

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Und noch ein Teil unserer „Crew“ wandert zu ihnen. Für einige Monate sogar. Weil sie für den Weg zurück in die Karibik kein Downwind-Segel haben, borgen wir ihnen unseren knallroten Parasailor, der uns so großartige Dienste geleistet hat. Die Landesfarben passen und wir wollen gerne für die nächsten sm darauf verzichten.

Tag für Tag zögern wir also unsere Abfahrt hinaus. So weit, dass wir auch unseren Plan umwerfen (müssen), bis nach Kroatien zu segeln, weil wir weder Zeit noch Kraft haben, weitere 2.000 sm im Rekordtempo – nämlich in weniger als 3 Wochen – abzuspulen.

Aber dann ist der Tag des Abschieds gekommen. Sonntag, 10 Uhr legen wir ab. Unter Tränen. Und mit dem gegenseitigen Versprechen, uns wiederzusehen. Auch wenn ein Ozean dazwischen liegt.


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Last-Leg-2-Lagos: DEFYRS CROSSING BINGO (ein Nachtrag)

Beim Skippers-Briefing für (unsere siegreiche) Etappe Leg 3A teilt die CREW der finischen Defyr Zetteln aus und lädt uns alle ein, am Defyrs Crossing Bingo teilzunehmen. 16 verschiedene „Activities“ stehen zur Auswahl. 4 in einer Reihe horizontal/vertikal oder quer ergeben BINGO! Die ersten 5 BINGO’s gewinnen. Ganz klar, dass wir hoch motiviert starten.

Während der Überfahrt schaffen wir es, fast alle Aktionen zu setzen (resp. sie passieren uns einfach).

„Document your day“ zeigt wie ein „easy“ Tag auf See verläuft:

14:00 = Pizza zum Mittagessen. Und als Nachspeise ein Joghurt. Wir fahren seit einer halben Stunde unter Motor. kein Wind, keine Welle, da kann man leicht unter Deck zeichnen und spielen.

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15:00 = Noch immer kein Wind. Wir fahren noch unter Motor. Die Kinder sehen Filme an und lesen.

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16:00 = Die Nachwirkungen der anstrengenden Tage auf den Azoren. Katharina legt sich nieder. Ed passt auf.

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17:00 = Dietmar bereitet sich auf seine Nachtwache vor und legt sich zu Katharina ins Bett.

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18:00 = Alles unverändert. Dietmar und Katharina schlafen.

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19:00 = Zum Abendessen gibt es Veggie-Chili. Lukas erbarmt sich und erledigt den Abwasch.

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20:00 = Ich übernehme die erste Nachtwache bis ca. 23:00. Davor erfolgt die „Übergabe“. Wir besprechen noch einmal die Wegpunkte und die möglichen Szenarien. Der Wind ist nicht sehr stark. Wir nutzen den scheinbaren Wind und segeln in den Norden.

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21:00 = Von Müdigkeit keine Spur. Lukas und Katharina basteln Motorräder aus Weißweinkorken und Draht.

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22:00 = Die Kinder haben ja alle am Nachmittag geschlafen. Kein Wunder, dass sie jetzt noch immer auf sind.

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23:00 = Dietmar hat jetzt Nachtwache. Logbucheintrag, dann ein heißer Kakao und los geht es.

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00:00 = Wir sind nicht ganz alleine. Auf Steuerbord dürfte gerade die SPARTA III an uns vorbei ziehen.

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01:00 = Irgendwo in diesem Gewurschtel versteckt sich auch noch Lukas. Katharina schläft bei Überfahrten in unserem Bett.

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02:00 = Dietmar ist mit Windwinkel etwas höher gefahren als geplant. Sobald der Wind dreht und wir mehr gegen Osten segeln, werden wir wohl den Parasailor setzen (müssen).

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03:00 = Wieder Wachwechsel. Die Wache um 3:00 herum ist immer hart. Besonders die erste nach mehreren Tagen auf Land.

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04:00 = Keine Ahnung, was wir uns bei diesem Bild gedacht haben .-).

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05:00 Endlich. Jetzt wird es hell und die harte erste Nacht ist vorbei.

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06:00  Wir segeln gegen Osten, sind aber immer noch in der Zeitzone von den Azoren. Da dauert es „länger“, bis die Sonne da ist.

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07:00: Die Sonne ist da und in Kürze darf ich mich nochmals niederlegen. Wobei, wenn der Tag so schön beginnt, hält die Kraft noch einige Zeit an und der Einbruch kommt erst zu Mittag.

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08:00 = Der Wind dreht und kommt raumschots. Wir bergen das Großsegel. Und kurz danach auch die Genua. Jetzt kommt wieder der Parasailor dran.

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09:00 = Kaum zu glauben. Florian ist schon auf und schwingt den Besen. Ob er auch tatsächlich zusammen kehrt, weiß ich nicht mehr…

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10:00 = Jede Stunde ein Foto. Alles wird genau notiert.

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11:00 = Weil wir wegen des geringen Sonneneintrages jeden zweiten Tag für 2-3Stunden den Motor (im Leerlauf ohne Vorwärtsantrieb) laufen lassen, haben wir auch genug Batterie, um die Iphones der Kinder zu laden.

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12:00 = Eine Mischung aus spätem Frühstück und frühem Mittagessen. Auf See kommt der Tagesablauf der Kinder manchmal durch einander.

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13:00 = Die Kinder haben wieder etwas neues gefunden/erfunden. Der Schlafsack, den wir in der Nacht so dringend brauchen, ist ausgestopft mit allen verfügbaren Decken und dazwischen steckt LUKAS. So ein Unsinn.

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19.06: Does it ring a bell?

Mit Morning Haze und den Eltern von Isabel starten wir wieder einmal eine Tour. Nach einigen, sehr unterhaltsamen Tagen in Lagos wollen wir auch ein wenig die Umgebung erkunden.

Faro ist unser erstes Ziel. Vor 28 Jahren war ich zum ersten Mal hier. Als junge Backpackerin mit einem Interrailticket.

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Nach einer kurzen Mittagsrast besuchen wir die Sand City in Pera. Rebecca im ersten Auto ist ein tadelloser Guide.

Jedes Jahr mit einem anderen Thema/Motto werden Figuren aus Sand gebaut. Dieses Jahr ist das Thema „MUSICA“ und führt quer durch die Musikgeschichte.

 

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Isabel ist in Topform,…

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… während mir – nach den vielen Feiern – die Luft ausgeht.

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Lukas verdient sich mit einer sehr liebevollen Kopfmassage ein großes Eis (und ich schlafe fast ein :-)).

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Den Abschluss bildet ein Strandspaziergang in Portimao.

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Mehrmals fragt mich Dave, ob ich mich an irgendetwas erinnern kann. Nope, it does not ring any bell.


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15.06: And the winner is …

Der letzte Abend der ARC Europe.

Wir genießen ein großartiges letztes gemeinsames Abendessen im „Waypoint“-Restaurant am Tisch mit Marleen und der Hayes-Family. Am Tisch neben uns die super lustigen Crews von WEBSTER (Aka WEBSTAR) und DEFYR (Deaf Ears) und einen Tisch weiter unsere ungarischen Freunde von der DUCK, die Herren der SPARTA III und die übercoolen Skipper der TOSCA.

Um 22 Uhr steigt die Spannung. Das letzte Prizegiving für die Etappe Santa Maria (Azoren) bis Lagos (Portugal) steht an.

Wir sitzen alle eng zusammen gedrängt nahe der Videowall. Lyall vom ARC-Team führt uns durchs Programm. Jedes Boot wird noch einmal erwähnt und erntet Applaus. Es ist ein Applaus für die Leistung, aber eigentlich noch viel mehr dafür, dass jede Crew ganz großartig zur Stimmung in den vergangenen 6 Wochen beigetragen hat.

Und dann der erste Preis in der Kategorie Wallpainting. Und er geht an:

Die Kinder von Morning Haze und Starship für ihr gemeinsames Bild in Horta.

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Eine riesen Überraschung. Jeder von uns hat geglaubt, dass Defyr gewinnen wird mit dem großartigen Spiderbild. Lukas und Katharina sind genau so baff wie Demi und Rebecca.

Die Spannung steigt. Es ist wie in der Oscar-Nacht.. Die nächste Kategorie steht an. Die Photo Competition für die beiden Bilder, die am besten den Spirit der ARC Europe eingefangen haben.

And the Winners are:

Morning Haze und Starship

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Katharina hat mit ihrem Schnappschuss nach der lustigen Bowlingparty eine GILL-Segeljacke gewonnen. Das Geschenk für den Vatertag. Aber jetzt sind die Kinder nicht mehr zu halten. Wir haben zwei Preise gewonnen. Sie wollten so gerne einmal auch bei der ARC Europe einen Preis gewinnen und jetzt durften sie schon zwei Mal auf die „Bühne“.

Zwischen den einzelnen Kategorien bittet Lyall immer wieder Crews auf die Bühne für ihren „Abschiedsapplaus“. Eine so nette Geste. Ganz besonders groß ist der Applaus für die Aurora – unsere Freunde Marleen und Frans. Frans hat es schlimm erwischt. Er hat sich eine Entzündung des Bauchfells  zugezogen und musste nach der Überfahrt ins Krankenhaus.

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Der nächste Preis steht an. Defyrs Crossing Bingo. Wer als erster eine Linie im Bingo erreicht, gewinnt. Wir haben uns sehr bemüht und mehrere Linien fertig bekommen. Und wieder heißt es. Ein Preis geht an Morning Haze und Starship. Darf das wahr sein? Wir – die Familienboote – räumen so richtig ab.

Aber es geht noch weiter. Unsere Freunde von der Morning Haze – so wie wir ein double-handed Family boat – gewinnen den dritten Platz in der Class B. Super gemacht, Dave, Isabel, Rebecca und Demi.

MH II

Die vorletzte Kategorie steht an. Spirit of the ARC. Da gibt es keine großen Diskussionen. Jeder weiß, wer nun auf die Bühne gerufen werden wird. Die 4 Männer sind super Segler. Aber noch viel mehr sind sie der Garant für allerbeste Stimmung. Wo Webster ist, das geht die Party ab. Sie sind  immer zu einem Scherz bereit, immer dazu aufgelegt, sich über sich selbst lustig zu machen.

This is WEBSTER mit Charlie, David, Neal und dem einmaligen Igor aus Slovenien („Every boat should have an Igor. And every Igor should have a boat“).  Sie verdienen den Sieg und es ist ein allgemeines Dankeschön an die 4 Stimmungskanonen. HI HOOOOOOOOOOOOOOOOOO!

WEBSTER

Und dann das Finale.

Prizegiving für die schnellsten Boote der Klasse A in der letzten Etappe.

Der dritte Platz geht an unser ungarisches Schwesterboot – DUCK. Eine großartiges Leistung , wenn man bedenkt, dass sie weder AIS noch SAT-Kommunikation hatten und Wetter-Updates nur von uns per VHF erhalten haben. Wir freuen uns so sehr mit ihnen. Die Zeit mit ihnen war ganz besonders schön und wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen in Kroatien.

DUCK

Lyall macht es spannend. Der zweite Platz geht an den Seriensieger – die deutsche SPARTA III mit Hans, Bernd und Wolfgang. Die drei vollkommen entspannten älteren Herren sind eine Bereicherung für die ARC.

SParta

Aber wer hat dann gewonnen? Die Favoriten sind allesamt genannt.

Und Lyall setzt an: The winner of Leg 3A is a Family Boat, who has just completed the Altlantic Circuit.

It is STARSHIP.

Wir können es nicht glauben. Nach unserem Missgeschick mit der Parasailor-Leine dachten wir, dass wir sicher als letztes Boot durchs Ziel gehen und haben – um dem zu entgehen – die restliche Tage wirkliches alles an Trimmmöglichkeiten ausgenutzt. Alle 10 Minuten haben wir die Segeln kontrolliert, nachgebessert oder gar die Segel – wenn notwendig – gewechselt. Wir sind Butterfly mit ausgebäumter Genua gefahren (zum ersten Mal). Wir haben den Parasailor als Gennaker zusätzlich zum Großsegel gesetzt (zum ersten Mal). Wir haben die Genau zum Parasailor gesetzt. Wir haben alles getan – sogar die Nachtschichten bei schwererem Wetter aus 1,5 Stunden reduziert, um mehr Kraft zu haben. Und die Kinder haben uns mehr denn je unterstützt. Abwaschen, Spülen, Abtrocknen, Zusammenräumen, sogar das Kochen haben sie gelegentlich übernommen, um uns mehr Zeit an Deck zu geben. Immer wieder haben sie zwischendurch untertags Wache gehalten und uns auch bei den „Kommunikationsaufgaben“ – VHF, Sat-Phone unterstützt. Wir waren ein richtiges Team.

Dieser gemeinsame Einsatz und unser Missgeschick zu Beginn dürften das Erfolgsgeheimnis gewesen sein. Während alle anderen Boote viel weiter vorne und in die Flaute segelten, hatten wir mit 4 Stunden Abstand die ganze Zeit über guten Wind und mussten in Summe nur 5 Stunden lang den Motor verwenden.

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Die Kinder haben sich so sehr einen Sieg in irgendeiner Kategorie gewünscht und waren schon mit den drei Preisen davor mehr als zufrieden. Aber dass wir die Etappe gewinnen, das war fern von allen Erwartungen. Lukas, Kathi und Florian haben so wie wir Tränen in den Augen. So ein Erfolg.

Finally – nothing’s gonna stop us now.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Last-Leg-2-Lagos (FINISH)

SUN: Super Wetter, Wind und ….
RUN: … wir setzen den Parasailor in der untergehenden Sonne – als Gennaker – zusätzlich zum Großsegel. Wir wollen noch einmal so richtig Meter machen. Absoluter Wahnsinn. 184 sm gutgemachte Distanz in 24 Stunden.
FUN: Foto-Finish nach 5 Tagen 12 Stunden 43 Minuten und 43 Sekunden. Duck und Morning Haze sind nur wenige Meter hinter uns, dann kommen Bonnie Lass, Sea Eagle und Reberth. Unglaublich. Und wir sind einmal mehr super glücklich.


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Last-Leg-2-Lagos (day 05)

SUN: Oh, what a night. Tagelang hat sich die Sone nicht blicken lassen. Die Wolkendecke war zu dick. Aber jetzt, nach Einbruch der Dämmerung, reisst der Himmel auf, und der Vollmond bleibt die ganze Nacht über unser Begleiter. Das tut gut, denn …

RUN: … wir haben 22 Knoten Wind, 2 Meter Welle und Böen bis 25 Knoten. Wir rauschen mit bis zu 8,5 Knoten dahin, trotz 2. Reff im Groß und leicht gereffter Genua.

FUN: Der Plotter ist wie ein Gameboy. Und das Spiel heißt: geht es sich aus? Schaffen wir es vor dem Frachter zu queren oder nicht?


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Last-Leg-2-Lagos (day 04)

SUN: Die Front bringt WInd. Sonne fehlt. Und das merkt man/frau. Ohne Jacken ist es untertags nicht zu machen. Weil es so kalt ist, essen wir erstmals im Salon zu Mittag. Super nett und gemütlich.

RUN: Ein Durcheinander. Der Wind dreht im 10-Minuten-Abstand um 30-40 Grad. Gerade noch mit 6,5 Knoten und COG 75°, dann wieder nur 4,5 Knoten und südöstlich auf 115°. Das ist mühsam. Ganz besonders bei der Nachtwache.

FUN: Wieder hören wir Duck am Funk und besprechen – trotz der Entfernung – das Wetter. Duck hat wegen eines Wasserschadens kein Iridium und auch kein AIS. Also kein Wetter und keine anderen Boote/Schiffe am Plotter. Am späten Nachmittag backen wir noch einen Schokolade-Kuchen, der so sehr an Volumen beim Backen gewinnt, dass er übergeht und am Rand runter rinnt. Der Rest schmeckt aber großartig.