Traumhaftes Wetter, Sonne, kein Wind. Wir liegen vor Anker in Cascais (etwa 12 nm vor Lissabon).
Die Kinder üben für die sehr umfassende Dinghi-Prüfung. Dazu gehört auch: Dinghi ohne Hilfe der Eltern wassern.

Dann rudern sie zwischen den einzelnen Booten umher (muss ja bekanntlich auch beherrscht werden), besuchen die Bootskinder von Enterprise und HeckoGecko und genießen endlich einmal „Urlaub“. Traude wird zum Ufer gerudert und erledigt den „kleinen“ Bordeinkauf – mittlerweile fixer Bestandteil von Traudes Aufgaben.
Und Dietmar und ich?
Wir liegen im Motorraum.
Gestern beim Ablegen von Peniche hat der Motor schon bei geringer Tourenanzahl neben dem dumpfen und uns sehr bekannten Motorgeräusch ein hohes Klirren (u) / Klinsern (d) von sich gegeben. Nachdem wir keinen offensichtlichen Mangel finden konnten, fuhren wir vorsichtshalber nur mit 1.000 bis 1.400 Touren. Leider ging dann auch das Kontrolllicht des Ladereglers an und die Anzeige der Starterbatterie blieb auf mageren 12,4 V stehen (wo sie doch unter Motor auf 12,8 V klettern sollte). Und „on Top“ sank die Tourenanzeige auf „0“. Einfach so.
Über Funk hielten wir Rücksprache mit Sven und Olaf. Deren Tipp bestätigte Dietmars Einschätzung: „Der Keilriemen“.
Wir kamen daher viel später als die anderen in Cascais an.
Heute widmen wir uns dem Problem. Dazu müssen wir die Hinterwand im Innenraum der Spüle abmontieren, denn nur über den Innenraum der Spüle kommen wir zu jenen beiden Schrauben an der Lichtmaschine, mit denen man den Keilriemen spannen kann. Dietmar zwängt sich in den engen Innenraum und spannt den Keilriemen um insgesamt 3 mm an.
Das, was sich hier in 2 Sätzen beschreiben lässt, dauert natürlich wieder 2 Stunden. Wir testen danach den Motor bei Leerlauf, die Starterbatterie lädt wieder auf 12,8 V, der Keilriemen quietscht doch noch ein wenig. Das müssen wir weiter beobachten.
Aber gut! Jetzt, wo wir schon im Motor sitzen, kontrollieren wir gleich auch noch den Getriebeteil, die Anschlüsse bei der Lichtmaschine, putzen den Motorraumboden und fertigen eine neue Halterung für die Lärmdämmung an. Mit Sägen, Schrauben, Bohren, Kleben. Wie üblich sieht es im Salon und im Cockpit aus wie in einer Werkstätte. Schließlich ist es fast 15 Uhr.
Da ist schon etwas Wahres dran an dem gängigen Seglerspruch:“ Eine Segelyacht zu besitzen heißt, an den schönsten Orten der Welt zu reparieren“.













































