sy starship

nothing's gonna stop us now


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04.08: Planung der Biskaya Überquerung

Um 15 Uhr treffen wir uns alle zu „Kaffee und Kuchen“ auf der Starship, um die Überquerung der Biskaya zu planen.

Wir diskutieren anhand der Gripfiles verschiedene Routen.

Planung 1

Planung 2

Planung auf 3

Planung 4

Die Wetterverhältnisse sind nicht optimal. Es ist ein ständiges Abwägen zwischen Wellenhöhe, Wellenrichtung, Windstärke und Windrichtung. Außerdem müssen wir einem Gewitter ausweichen, das uns am Mittwoch – auf halber Strecke – ereilen könnte.

Aber wenn sich in nächster Nähe ein Wetterfenster auftut, dann nur morgen – am 5.8.

Der Plan steht.

Ablegen in Falmouth am 5.8. um 13:00 Ortszeit.
Geplante Ankunft in La Coruna am 9.8. in der Früh.

Die Waypoints sind notiert, unser Funkkanal ist vereinbart.
Die Satelliten-Telefon-Zeiten auch.
Proviant ist gebunkert.

Morgen checken wir nochmals das Wetterrouting, bunkern nochmals Wasser und Diesel und machen eine letzte Kontrolle der Starship.

Aber dann ….. geht es los.


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03.08: Finally Falmouth – Großes Wiedersehen

Endlich – wir haben die erste Etappe geschafft.

Katharina steuert die letzten Seemeilen. Gegen 14 Uhr laufen wir in der Mylor Marina in Falmouth ein.

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In den nächsten ein bis zwei Stunden sollten auch Mathias und Isa, eine Schulkollegin von Katharina und ihr Vater, zu uns stoßen, die mit uns den Schlag über die Biskaya bewältigen werden.

Großreinemachen ist angesagt. Die Waschmaschine in der Marina ist im Dauereinsatz.

Da erreicht uns ein Anruf der HeckoGecko, ob wir für sie einen Platz in der Marina organisieren können. Sie sind am Rückweg. 6 Stunden aufkreuzen bei 3 m hohen Wellen waren zu viel für sie.

Einige Stunden später sitzen wir zu 12 im Hafenrestaurant und feiern das große (und unerwartete) Wiedersehen.


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02.08: Gewitter auf See

Wir starten wieder zeitig, nachdem wir unseren Proviant etwas aufgestockt haben.

Wir wollen endlich den letzten Schlag nach Falmouth schaffen. Über Funk hören wir regelmäßig den Wetterbericht. 3-4 Bft sind angesagt, gelegentlich 5 Bft, moderater Seegang. Gute Sicht. Zur Sicherheit holen wir uns auch noch über das Sattelitentelefon aktuelle Gribfiles. 15 Kn – mehr nicht. Also – alles bestens.

Mit 8 Kn fliegen wir dahin. Die Wellenhöhe steigt zwar wieder einmal, aber das sind wir ja schon gewöhnt.

Wir sind noch 25 Seemeilen von Falmouth entfernt. Bis Mitternacht sollte das zu schaffen ein.

Aber vor uns zieht eine riesige dunkelgraue Gewitterfront auf. Wir reffen auf das zweite Reff, ziehen das Schwerwettergewand an und schon geht es los. Zuerst nur ein paar Tropfen, dann stärkster Niederschlag. Binnen kurzer Zeit hält auch das Schwerwettergewand den Wassermengen nicht mehr stand. Die Kinder und Traude sind unter der Sprayhood recht geschützt, aber Dietmar und ich waschelnass. Neben uns – also wirklich in unmittelbarer Nähe – gehen die Blitze runter und das Donnergrollen ist nicht einmal einen Augenblick davon entfernt. Es ist fürchterlich unheimlich. Außerdem vertörnen sich die Genuaschoten beim Versuch, noch weiter zu reffen, und angeleint und auf dem Beiboot auf dem Bug liegend muss ich im starken Regen die unzähligen Knoten wieder entwirren. Das einzig Gute ist, dass in der Mitte des Gewitters wenigstens der Wind ein wenig nachlässt.

Wir können nicht mehr Höhe laufen, sondern fieren die Großschot und laufen ab. Bald ist klar, dass wir unter diesen Bedingungen so viel an Höhe verlieren, dass wir es keinesfalls mehr nach Falmouth schaffen werden. Ganz im Gegenteil, wir suchen vielmehr nach einem geeigneten Hafen an der Küste (die etwa 8 sm entfernt ist). Den Hafen in Fowey erreichen wir nur per Telefon, aber „kein Platz“. Außerdem reißt kurz danach die Verbindung wieder ab.

Eine Stunde später ist der Spuk fürs Erste vorbei. Wir sind durch und durch nass, aber immerhin scheint schon wieder die Sonne und bietet uns zur Entschädigung einen wunderbaren Regenbogen.

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Aber, was jetzt? Wo finden wir einen passenden Hafen?

Ein kleiner Fischerhafen ist etwa 6 Seemeilen entfernt. X-Mal klettere ich im nassen Schwerwettergewand in den Salon. Unter mir bilden sich richtige Pfützen. Unser „Bloc Marine“ ist schon ganz durchweicht. Über Funk versuchen wir, den Habour Master von Mevagissey zu erreichen. Ohne Erfolg. Trotzdem, wir müssen dort hin, es gibt keinen anderen Hafen weit und breit.

Wir sind gerade noch 1 Sm entfernt, da meldet sich „Mevagissey.“ Alle Moorings sind belegt. Ich hake nochmals nach, dass wir unbedingt einen Platz brauchen und so erlaubt man uns, am Viktoriapier längsseits anzulegen. Nur dort ist es auch für unser Boot tief genug.

Wir passieren die Hafeneinfahrt, erspähen den Habour Master, der extra für uns an den Pier gekommen ist und die Leinen fängt, die wir zwei Meter hoch werfen müssen, weil wir ca. 3 m unterhalb der Piermauer liegen. Das haben wir auch noch nie erlebt. Keine Flooting-Pontoons, sondern eine meterhohe Piermauer, die wir nur über eine rostige Leiter erreichen können. Zur Begrüßung gibt es noch einmal einen neuerlichen Gewitterschub. Im starken Regen setzen noch die restlichen Fender von der Steuerbordseite an die Backbordseite, damit unserer Boot keinen Schaden nimmt.

Aber wir sind so erleichtert, dass wir gegen 21 Uhr sicher im Hafen liegen, schälen uns alle aus den durchnässten Klamotten und sinken müde in die Salonpölster.

Aber auch schade, dass wir es nicht bis Falmouth geschafft haben. Wir hätten gerne noch unsere Kölner Freunde getroffen, bevor sie die Biskaya Überquerung starten. Jetzt legen sie morgen früh ab und wir verpassen ihren Start um wenige Stunden.


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01.08: Parasailor Training

Der 31.7. geht im Regen unter.
Wir liegen weiterhin an der Mooring in Swanage Bay. Genüsslich.

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Wir checken das Boot und bereiten alles für den nächsten Tag vor.

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Tagwache 5 Uhr. Ablegen 5:30, damit die Strömung für uns arbeitet und wir den Tag wieder gut nutzen können. Die Wettervorhersage über VHF Kanal 84 ist gut, die Gribfiles zeigen Wind um 15 kn.

Passt. Endlich wieder einmal.

Wir segeln angenehm dahin und schaffen problemlos die Bucht von Weymouth.

Sogar den Parasailor können wir erstmals ausprobieren, weil der Wind gnädigerweise auf SO dreht.

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Herrliches Segeln.

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Gegen 23.00 legen wir in Torquay an.


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30.07: Schwerwettersegeln

Der Starkwind fesselt uns förmlich an Poole, einst die fünft größte Hafenstadt in England.

Alleine schon 6 Bft Wind im geschützten Hafen machen uns die Entscheidung leicht, nicht weiter zu segeln, auch wenn jede Nacht im Hafen mit 53 Pfund eine ziemliche Belastung unseres Budgets darstellen.

Am 30.07 nimmt der Wind ein wenig ab, die dicke Wolkendecke reißt auf, der Dauerregen lässt nach und sogar die Sonne kommt durch. Der Windfinder verspricht nur 20 Kn Wind, in den Böen ein wenig mehr. Und auch Metoffice sagen weniger Wind und moderate Wellenhöhe vorher.

Wir wagen wieder einen Versuch.

Gegen 14 Uhr legen wir ab. Die ersten zwei Stunden bei 15 kn Wind passen gut und gegen 16 Uhr passieren wir die Bucht von Swanage. Der direkte Weg in die Bucht von Weymouth bleibt uns verwehrt, denn sehr unangenehme Rip Tides mit kurzen, sehr hohen Wellen versperren uns den Weg (gelber Stern auf der Karte). Daher müssen wir einige Seemeilen hinaus in die hohe See.

Der errechnete Waypoint zur der Wende auf Steuerbordbug kommt nur langsam näher, denn mittlerweile haben wir konstant 26 kn Wind, Böen um die 30 Kn, die Sicht ist miserable und die Wellenhöhe bei 2,5 m, wenn nicht sogar höher. Wir segeln hoch am Wind. Die Starship schlägt es rauf und runter. Mit Lifeline und Lifejacket sichern wir uns im Cockpit ab.

Wir reffen mehrmals die Genua und natürlich auch das Großsegel. Jedes Mal Reffen bei diesen Bedingungen heißt schwerste Arbeit.

Als dann der Wind sogar noch westlicher dreht und uns die Chance nimmt, auf einen Schlag nach Weymouth zu kommen, beschließen wir, zurück zu segeln (grüner Pfeil). Auf „Halbwindkurs“ mit dem Wellen, die einen anschieben, ist alles gleich leichter, auch wenn wir weiterhin kaum sehen, wohin wir segeln. Ohne Plotter hätten wir keine Chance.

Swanage

Die nächste Zuflucht ist Swanage Bay.

Gegen 19 Uhr nehmen wir das rote Leuchtfeuer von Swanage Bay wahr, bergen die Segeln, fahren unter Motor zwei Runden in der Bucht, finden eine passende Mooring und fallen recht erschöpft in den Salon.

Aber Hauptsache, den Kindern geht es gut und sie sind guter Dinge. Zur Belohnung, dass sie so brav durchgehalten haben, gibt es unser übliches “Schwerwetter-danach-Essen“, nämlich Vanillepudding und Schokoladepudding.