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2022 – Zakynthos bis Pylos: einfach „S…..e“

Wind von Achtern und 55 Seemeilen vor uns. Wir starte erst um 11 Uhr und setzen gleich den Parasailor. Was für ein angenehmes und ruhiges segeln.

Das brauchen wir auch, denn wir müssen uns um ein ernsthaftes Problem kümmern. Offensichtlich ist der Ventilstift beim Kugelventil der Hecktoilette abgebrochen und das Ventil lässt sich nicht mehr öffnen. Das heißt, der gesamte Inhalt kann nicht mehr raus. Der Tank ist bis zum letzten Tropferl voll. Das wird sich vorerst nicht beheben lassen, aber zumindest müssen wir irgendwie den flüssigen Inhalt aus dem Tank pumpen. Geht nicht anders als mit einem Schüttelschlauch die Soße rauszuschütteln. Während wir so am Bootsrand knien und die „S……e“ rausschütteln, wird der Wind immer stärker. Ein Blick auf den Windanzeiger sagt: 14-15 Knoten wahrer Wind. Aber das passt ja gar nicht. Bei 14 Knoten wahrem Wind von achtern fahren wir keine 7 Knoten und es baut sich auch nicht so eine Welle auf, und außerdem: der scheinbare Wind ist ja auch bei 14 Knoten. Unser Windanzeiger ist falsch. Noch so eine „S…..e“. Sofort holen wir den Parasailor ein – eine heftige Aktion, weil der Wind nun schon deutlich über 25 Knoten ist mit – trotz Handschuhen – mehreren verbrannten Fingerspitzen und einer abgerissenen Befestigung. Wir setzen die gereffte Genua und segeln weiterhin mit 6 Knoten. Die Wellen sind mittlerweile über 3 Meter hoch. Der tiefgefrorenen Lachs und Bierdosen lindern meine Schmerzen.

Die Einfahrt nach Pylos kurz vor Mitternacht gestaltet sich schwierig. Das Leuchtfeuer (Flashlight 2 Mal mit 10 Sekunden Pause) ist schwer zu erkennen. Ebenso das gegenüberliegende Licht am Festland, dazu die seitliche Welle. Aber sobald wir die Einfahrt erreicht haben, wird es ganz ruhig. Kein Lüftchen mehr, keine Welle, nichts. Der Anker fällt kurz nach Mitternacht an einem Ort, wo wir jederzeit auf Sand den Anker fallen lassen können.


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2022 – X-ing – ein neuer Anlauf

Neuer Tag, neues Glück. Die Übelkeit ist weg. Wir starten um 10 Uhr und segeln bei mäßigem Wind bis 15 Uhr, dann haben wir die Flautezone erreicht und müssen den Motor starten. Das Meer ist spiegelglatt, wir fahren untertourig dahin. Die Dieselabgase stehen praktisch im Cockpit. Erst nach Mitternacht kommt endlich Wind auf. Anfangs 10-12 Knoten halber Wind, dann legt der Wind in der zweiten Nacht auf 15-20 Knoten zu. Wir binden das zweite Reff ein und segeln mit 6 – 7 Knoten dahin. Die Wellen kommen seitlich mit 3 Meter Höhe, in kurzen Abständen und beuteln uns gelegentlich stark durch. Alles kein Problem – sogar Traude schläft ruhig in der Heckkabine.

Nur die Kälte in dieser Vollmondnacht hat es in sich. Ich habe Jeans, die Schwerwetterhose, eine Fleecejacke und die Softshelljacke an, dazu Handschuhe, Schal und Haube. Dietmar und ich teilen uns die Wache in kurzen Abständen; es ist erstaunlich viel Bootsverkehr: Segler, Fischer, Frachter und Tanker. Mittlerweile haben wir uns auch für einen Zielort entschieden. Die Bucht von Keri auf Zakynthos, wieder ein Ort, wo wir jederzeit auf Sand den Anker fallen lassen können. Die letzten Seemeilen nach knapp 50 Stunden müssen wir nochmals unter Motor fahren und lassen zu Mittag den Anker fallen. Willkommen in Griechenland.


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2022 – …wo wir jederzeit auf Sand den Anker fallen lassen können

Wir starten Sonntag am Vormittag von Marina di Ragusa. Ziel ist irgendwo an der griechischen Westküste, wo wir jederzeit auf Sand den Anker fallen lassen können. Wenig Wind und ein komisches „Klinseln“ beim Motor verschafft uns schon nach wenigen Stunden die erste Reparatur – wir tauschen den Keilriemen und müssen dazu die Pantry „abbauen“.

Gegen 18.00 Uhr am Capo Passero, dem Absprungort nach Griechenland angekommen, klagt Traude über Übelkeit. Oh nein, was nun? Kurzerhand disponieren wir um. Nur 25 Meilen entfernt liegt Siracusa. Ein Ort, wo wir jederzeit auf Sand den Anker fallen lassen können. Das sind 5 Stunden bei Wellengang unter Motor, den Zwischenstopp müssen wir einlegen, um zu klären, ob Traude die Übelkeit in Griff bekommt. Um Mitternacht fällt der Anker und wir ins Bett. Erste Etappe geschafft.