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nothing's gonna stop us now


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2017 – Quick – des Dramas 3. Teil

Endlich zu Mittag erreichen wir unsere Traumbucht „Camp del Mar“.

Wir richten alles zum Ankern her, finden unseren Ankerplatz und drücken „DOWN“ bei der Steuerung des Ankers.

Ratsch.

Der Anker und zwei Meter Kette rauschen unkontrolliert aus.

Die Steuerung des Ankers lässt sich nicht mehr bedienen. Dietmar nimmt sie zur Hand und das bloße Weiterreichen der Steuerung lässt zwei weiter Meter Ankerkette ausrauschen.

Nein, nicht dieses Problem jetzt auch noch.

Sofort wird Arbeitsteilung eingeteilt:

Florian ans Steuer und das Boot im Wind halten.

Dietmar und Katharina zum Anker, um den Anker mit dem Spifall und Genuaschot (Lukas) mühsam per Hand wieder ins Boot zu ziehen.

Uschi ans Telefon, um in naheliegenden Port Andratx einen Mooringplatz zu organisieren. Es bedarf unzähliger Anrufe (immer die gleiche Geschichte, wie müde wir sind, etc.),  bis schließlich der Hafen in Port Andratx selbst uns einen Liegeplatz gibt. In der Hochsaison in Mallorca wirklich nicht einfach.

Um 14:00 legen wir an und fallen ins Bett – obwohl es super heiß ist und wir am ganzen Körper schwitzen – aber die Müdigkeit siegt.

Um 17:00 geht es weiter. Wir erledigen die Formalitäten und fragen, ob es vielleicht im Ort einen Nautikshop gibt. Nein, heißt es, nur eine kleine Boutique. Vielleicht haben wir Glück und können statt unserer Steuerung für UP/DOWN von Quick andere „Pulsadoren“ kaufen. Wir schildern der netten Verkäuferin unser Problem, sie lächelt uns an, greift zum Telefon und kommt 5 Minuten später mit einer Fernsteuerung von Quick. Genau unser Modell. Glück im Unglück.

Zurück beim Boot montieren wir die neue Steuerung und … alles paletti. Der Anker geht wieder.

Jetzt müssen wir nur noch das Bimini nähen und die Ankerhalterung reparieren.

Jetzt ist hoffentlich endlich SOMMERTÖRN angesagt.

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2017 – Vom Limatief ins Sturmtief

Wir kontrollieren noch die Wetterkarten – zwei unterschiedliche zur Sicherheit.

Wenig Wind; maximal 15 Knoten gegen 23 Uhr für 3 Stunden sind angesagt. Danach Flaute.

Wir legen gegen Mittag ab und kommen gut voran. 6-7 Knoten SOG direkt nach Mallorca. Gegen 22 Uhr legt der Wind zu. Wir reffen ins erste und zweite Reff, kurz danach weil ständig Wetterleuchten am Himmel zu sehen ist, ins dritte Reff.

15 Knoten waren angesagt, aber ab 23 Uhr sind es regelmäßig 25 – 30 Knoten. Und nicht nur für 3 stunden, sondern bis 5 Uhr früh. Wir bleiben beide an Deck, die ganze Zeit, nur kurze Nickerchen sind möglich. Das Schwerwettergewand haben wir bereits an, weil es immer wieder regnet.

Florian und Lukas liegen in den Heckkabinen, Kathi im Salon.

Alle 30 Minuten gehe ich selbst in den Salon, kontrolliere alle Anzeigen und sehe nach den Kindern.

Um 4:00 höre ich ein seltsames lautes Geräusch aus der Bugkabine. „Geh‘, Florian, hast du das Radio laufen lassen,“ denke ich mir und suche nach dem gerät. Aber die Geräusche kommen vom Bug selbst. „Der Anker!“ schießt es mir durch den Kopf. Ich stürze förmlich zurück in den Salon, öffne den Hauptschalterschrank und stelle die Ankerwinsch ab.

„Dietmar, ich muss zum Anker vor!“. Und tatsächlich, die Ankerwinsch hat sich selbstständig gemacht und Kette abgespult. Was für ein Glück. Wir dürften es sehr zeitig bemerkt haben, es ist nur ein Meter Kette, der an Deck liegt. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir das Geräusch überhört hätten. Und was für ein Glück, dass wir noch eine zusätzliche Sicherung am Anker selbst angebracht hatten; die Ankerwinsch war uns schon in Port Ginesta eigenartig vorgekommen.

Endlich, um 4:30 früh lässt der Wind nach. Wir glauben schon, es geschafft zu haben, da baut sich vor uns die nächste super dunkle Gewitterfront auf.

Darf das wahr sein? Die Windanzeige klettert auf 35 knoten, auf 38 Knoten, in den Böen auf 40 Knoten – 40 Knoten direkt auf die Nase. Wo – bitte – bleibt die Flaute?

Das Großsegel können wir nicht mehr bergen. Was jetzt? Ablaufen, das ist unsere einzige Chance.

Wir fallen ab auf Halbwindkurs, fieren Großsegel und Genua so sehr, dass der Wind durchpfeift und halten Kurs auf den Norden von Mallorca.

Ich zähle die Minuten. Vielleicht noch eineinhalb Stunden, dann geht die Sonne auf. Aber auch dieser Kurs nimmt dem Starkwind nicht seine Kraft.

Das Bimini reißt einmal mehr; es schlägt und ist schrecklich laut. Wir bergen das Bimini, noch weniger Schutz.

Der Rumpf schlägt immer wieder gegen die Wellen. Ein Geräusch, das durch Mark und Bein geht. Das weckt die Kinder. „Alles okay,“ beschwichtigen wir und hoffen, ganz überzeugend zu wirken.

Endlich um 7 Uhr ist der Spuk vorbei. Wir sind beide fix und fertig. Wir haben zum Glück nur 7 Meilen Distanz verloren. Abwechselnd schlafen wir ein wenig und motoren  in der angekündigten Flaute nach Camp del Mar.

Ein Himmelreich für einen Ankerplatz.


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2017 – Das LIMA Drama

Es ist Mittwoch, der Techniker kommt erst Donnerstag früh, führt einige Messungen durch und baut schließlich die Lichtmaschine aus, um sie dann zu ERSA, einem Spezialunternehmen in Barcelona zu bringen.

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X-Mal schicken wir SMS-Nachrichten an den Techniker und Gerard, ob sie schon etwas zur LIMA wissen. Parallel sitzen wir stundenlang über Manuals um selbst an der Fehlereingrenzung zu arbeiten.

Endlich am Freitag Nachmittag gibt uns Gerard Bescheid, dass die Reparatur erfolgt ist, borgt uns sein Auto und wir holen die Lichtmaschine selbst ab.

Eigenartig ist aber, dass eigentlich kein Fehler gefunden, sondern nur eine Wartung durchgeführt wurde.

Wir bauen die Lichtmaschine selbst ein, starten den Motor und NICHTS.

Einfach NICHTS.

In unserer Enttäuschung  kontaktieren wir drei andere Techniker, aber alle sind ausgebucht. Nur einer kommt noch spät am Abend vorbei, findet den Fehler aber nicht, sondern rät uns, alles (Lichtmaschine und Laderegler) nochmals auszubauen und zu ERSA zu bringen.

Samstag und Sonntag ist es brennheiß in Port Ginesta, trotzdem überprüfen wir jedes Kabel, schrauben Innenverkleidungen herunter, immer nach der Suche, nach der schadhaften Stelle.

Endlich Montag früh baut Miguel, der Techniker nochmals beide Geräte aus, und gemeinsam fahren wir zu ERSA.

Endlich Montag am Abend erhalten wir weitere Informationen. Beide Geräte ikn Ordnung. Sogar ein Video beweist es. WAS NUN?

Pünktlich um 8:00 am Dienstag (also fast eine Woche danach) steht Miguel wieder bei uns, baut beides ein. Nichts geht. Der Fehler muss woanders liegen. Er überbrückt das Zündrelais – auf einmal funktioniert die Lichtmaschine. Er verfolgt weiter, kommt zu der kleinen 2 Amper-Sicherung, die wir gleich zu Beginn kontrolliert hatten. Die Sicherung selbst ist okay, nicht durchgebrannt, aber sie leitet nicht mehr. Er tauscht die Sicherung. Der Motor startet, die Lichtmaschine lädt. Das darf doch nicht wahr sein.

Aber die Freude überwiegt, endlich lossegeln zu können.

 

 

 

 

 

 

 


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2017 – Zurück an den Start

Bei Einbruch der Dunkelheit ist der Wind auch weg. Segel runter, Motor an, Generalkurs Menorca. Wir sind ja in den letzten 5 Stunden wegen des Windes sehr weit nördlich gelandet, weitab vom Kurs, das müssen wir jetzt aufholen.

Aber 15 Minuten nach Motor an, spüren wir Gummigeruch im Salon und die Warnleuchte des Motors, dass die Lichtmaschine nicht lädt, geht an, Motor aus. Fehlersuche.

Wir funken mit der Enterprise, dass wir einstweilen nicht weiterkönnen, sondern  erst den Fehler suchen müssen.

Aber keine Chance.

Der Mastervolt (unser Laderegler) zeigt keine grünen Lichter mehr, die Ladeanzeige ist Minus, die offensichtlichen Bruchstellen wie Sicherungen und Kabeln scheinen alle okay zu sein.

Nach mehreren Diskussionen über Funk beschließen wir gegen 23:00 Uhr schweren Herzens, dass wir nach Barcelona zurück segeln. Ohne Lichtmaschine können wir keinesfalls weiter segeln. Enterprise ist die ganze Zeit in unserer Nähe geblieben und legt Kurs in die entgegengesetzte Richtung.

Es kommt wieder ein wenig Wind auf, wir setzen Segel und ändern unseren Kurs in Richtung Barcelona. Schon bald darauf reffen wir ins erste und gleich darauf ins zweite Reff. Keine Sekunde zu früh. Denn Blitz und Donner kündigen stärken Wind und Regen an. Drei Mal werden wir so richtig geduscht. Zwischen den Gewittern herrscht für 20 Minuten Flaute, dann kommt das nächste Gewitter.

Wir reffen noch einmal.

Aber wir haben Glück im Unglück. Denn aus den letzten Jahren kannten wir nur die totale Flaute rund um Barcelona, dieses Jahr ist deutlich mehr Wind. Wir segeln in Richtung Barcelona, wenn auch nicht direkt nach Port Ginesta.

Um 4 Uhr früh dreht der Wind nochmals. Jetzt können wir direkt zur Marina segeln. Die tiefschwarze Gewitterfront über Barcelona macht uns noch Sorgen, aber mit der aufgehenden Sonne verzieht sie sich in Richtung Norden.

Um 6:30 funken wir die Marina in Port Ginesta an. „Senores, tenemos velas, pero no tenemos un motor. Por favor, pueden remolcarnos.“

Kurz von der Einfahrt in den Hafen kommen uns die Marineros entgegen und ziehen uns zu unserem Liegeplatz. Erschöpft, aber sehr froh, es in vernünftiger Zeit (gemessen an den Flautenerlebnisse der letzten Jahre ÜBERHAUPT in endlicher Zeit) geschafft zu haben, fallen wir in die Betten. Wir brauchen erst einmal Schlaf.

 


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2017 – Ansegeln mit der Enterprise

Die Enterprise-Crew, die am gegenüberliegenden Steg ihr Boot liegen hat, kommt am Montag Abend an. Wir essen beim Lieblingsitaliener und schmieden Pläne für die Abfahrt am nächsten Tag. Wie in alten Zeiten in der Karibik.

Wir starten um 10.30 (die Enterprise wird am Nachmittag starten). Wir sind ja langsamer und brauchen den Vorsprung.

Aber nach 2 Seemeilen kehren wir um. Das Ruder, das wir erst reparieren haben lassen, hat viel zu viel Spiel. Außerdem macht der Motor eigenartige Geräusche.

Wieder im Hafen holen wir Ivan, den Techniker. Er stellt das Ruder erneut ein, deutlich besser.

Auch die Enterprise hat ein weiteres Problem entdeckt. Ein Reelingdraht ist gerissen. Auch hier ist Ivan der Mann der Stunde.

Gegen 15:00 starten wir gemeinsam  erneut.

Ein traumhafter Segeltag. Dank des guten Windes können wir sogar mit der Enterprise mithalten und flitzen mit 7 Knoten dahin.

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So soll der Sommertörn beginnen.

 

 


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2017 – Nachspielzeit

In Bezug auf unser verlängertes Wochenende in Port Ginesta sind wir nun schon in der „Nachspielzeit“.

Die STARSHIP wird in unserer Abwesenheit erfolgreich gewassert. Mit neuer Anode am Propeller und neuem Antifouling.

Auch in Wien sind wir nicht untätig, sondern bestellen Ersatzteile für die nächsten Wartungsarbeiten im Sommer:

  • eine HARKEN Motor Control Box für die elektrische Winsch,
  • ein HARKEN Pawl Oil,
  • ein Servicekit für die Salzwasserpumpe  in der Pantry,
  • ein YANMAR-Service-Kit 011 für unseren Dieselmotor sowie einen zusätzliche Keilriemen und einen zusätzlichen O-Ring für den Impeller,
  • eine neue Bilgepumpe von RULE-MAT,
  • neue Lüfter für den Kompressor des Kühlschrankes,
  • zwei neue Halogen-Wandlampen für die Heckkabinen,
  • zwei Zündkerzen,
  • Stoff zur Innenauskleidung samt Spezialkleber und
  • Sterilisationsmittel für unseren verlässlichen Watermaker

 


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2017 – der Tag könnte 48 Stunden haben

Wir sind wieder auf der STARSHIP.

Es gibt doch noch jede Menge zu erledigen, bevor wir zum Sommertörn ablegen können. Wir arbeiten von früh bis spät. Der kulinarische Höhepunkt des Tages findet kaum vor 21:30 statt.

Neben den üblichen Arbeiten wie Segel anschlagen, Bimini und Sprayhood setzen, nehmen wir vor ein paar Verbesserungen, Wartungen und Reparaturen vor.

Die Bilgepumpe hat uns in den letzten beiden Jahren schon Kopfzerbrechen bereitet. Sie arbeitet – wenn erforderlich -, aber hört nicht auf. Der Sensor dürfte beschädigt sein.

Wir haben eine neue besorgt. Der Einbau gestaltet sich einfach. Und die alte Bilgepumpe von RuleMate wollen wir bei Gelegenheit reparieren.

Beim Anschlagen der Genua macht die elektrische Winsch schlapp. Das macht uns schon mehr Sorgen. Ohne elektrische Winsch ist an ein Ablegen nicht zu denken. Es dürfte jedoch an den „Pulsadoren“ liegen, die Druckknöpfe im Cockpit. Sie sind von der Sonneneinstrahlungen sehr stark abgenutzt. Wir haben Glück und finden genau die richtigen (nicht von Harken, aber Quick) in Weiß.

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Der Toploader-Kühlschrank erhält eine neue Lüftung.

Wir tauschen zwei Lampen in den Heckkabinen.

Der Versuch, die neue Salzwasserpumpe einzubauen, scheitert leider daran, dass wir dazu die gesamte Spüler abbauen müssten. Ein anderes Mal.

Und wir beginnen damit, die Salonpölster neu zu überziehen.

Natürlich erledigen wir auch den Einkauf bei Lidl (Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst und Käse) und besorgen die Orange-Karte, um immer und überall erreichbar zu sein. 🙂

Es ist Sonntag Nachmittag, wir wollten schon starten, aber wegen des starken Windes aus Frankreich wollen wir nun doch noch warten, bis die Enterprise am Montag Abend kommt und mit Ihnen gemeinsam lossegeln. Das hat auch den Vorteil, dass wir ein weiteres Päckchen mit Ersatzteilen, das erst am Montag von der Post zu holen ist, in Empfang nehmen können.