sy starship

nothing's gonna stop us now

13.08: …das war knapp….

Ein Kommentar

Trotz der Windvorhersage von 20-30 kn wollen wir heute nach Laxe weitersegeln. Gegen 8:15 sind wir bereit, abzulegen. Schwerwettergewand, Stiefeln, Schwimmwesten, es kann losgehen. Ein letzter Check der Falle am Mast, da entdecken wir, dass alle Nieten am zum Mast gerichteten Teil des Baumes auf beiden Seiten gerissen sind.

IMG_0130

Was jetzt?

Es ist 8:20 Uhr. Wir brauchen einen Spengler oder Schlosser. Aber vor 9:00 brauchen wir uns gar nicht um eine Lösung bemühen, da hat ohnehin nichts offen in Spanien.

Bevor wir noch um 9:00 ins Marinaoffice gehen können, kommt Sven von der HeckoGecko vorbei und begutachtet den Schaden. „Da habt ihr aber Glück gehabt!“, stellt auch er sofort fest,  „Wenn der Baum aus dem Schaftstück fährt, reißt er euch gleich noch das Großsegel in zwei Teile!“. Und von den sonstigen Beschädigungen ganz zu schweigen.

Der Baum muss runter. Und wir müssen irgendwie die Befestigungen wieder herstellen. Glück im Unglück. Sven hat das richtige Werkzeug, nämlich eine übergroße Nietenzange für die Nieten, die wir mithaben.

Zunächst hängen wir die Lazyjacks aus, dann alle Reffleinen und nehmen dann Großsegel herunter.

IMG_0132

Der Großbaum wird mit der Dirk angehoben, der Baumniederholer entspannt und abmontiert.

IMG_0136

Kurz vor 12 Uhr heben wir den Baum aus der Verankerung und legen ihn auf den Steg. Noch immer bläst der Wind sehr kräftig, was das Arbeiten nicht unbedingt erleichtert. Nahezu jeder Arbeitsschritt muss extra abgesichert werden.

Baum am Steg

Mit einem schweren Hammer schafft es Sven, den Schaftteil wieder in den Baum hineinzudrücken.

Baum wird repariert

Jetzt kommt Svens Mega-Nietenzange zum Einsatz. Und die Nieten, die mein Vater vor sicherlich 20 Jahren für die Sidonia, unsere kleine Sunbeam 25,  gekauft hat.

Nietenzange

Super, alles passt.

Oder doch nicht? Zwei Nieten lösen sich gleich wieder. Die Löcher müssen vergrößert werden, damit wir stärkere Nieten verwenden können. Der Makita-Akkubohrer, ein Erbstück von Georg, leistet wieder einmal gute Dienste.

Endlich, um 13:30, ist der Baum wieder am Mast fixiert.

Dann – nach einer kurzen Mittagspause – beginnt die wirklich mühsame Arbeit.

Großschot wieder einfädeln, Baumniederholer setzen, Lazybag montieren, Mastrutscher des Großsegels fetten und einfädeln. Das ist kein einfaches Unterfangen; die 55 m2 Segel wiegen ganz schön viel.

Um 17:00 brauchen wir abermals eine Pause. Mittlerweile hat der starke Wind alle Wolken weggeblasen und die Sonne brennt vom Himmel.

Dann binden wir die Lazyjacks wieder ein, ziehen die Reffleinen provisorisch nach.

Aber wie sollen wir nun das Großsegeln setzen? Nur mit gesetztem Großsegel können wir die Reffleinen wieder einbinden. Der Wind kommt von querab.

Uns bleibt nichts anderes über, als die Starship in der Doppelbox quer zu stellen. Alle Fender versetzen, Festmacher neu legen und die Starship quer verholen.

Dann können wir endlich die Großschot fieren, das Großsegel setzen, die Reffleinen neu ziehen (wozu wir aber vorher noch die Sprayhood abbauen müssen, damit wir an Deck genug Platz haben) und schließlich das Großsegel einigermaßen gut wieder bergen und im Lazybag verstauen, und natürlich wieder die Sprayhood aufbauen. Und dann – erneut – die Starship verholen, wieder Fender setzen, wieder Festmacherleinen legen. Bei wenig Wind ist das alles ein Kinderspiel – aber bei starkem Seitenwind …

Endlich – um 21 Uhr – sind wir fertig. Und müde. Das waren nahezu 12 Stunden Arbeit am Stück. Alles tut uns weh. Jedoch sind wir sehr froh, dass wir den Schaden mit der großen Hilfe von Sven selbst reparieren konnten.

Deutschland – Österreich steht somit 1:1.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Werbeanzeigen

Ein Kommentar zu “13.08: …das war knapp….

  1. Das war wirklich knapp. Super Job von den Männern – sieht sehr professionell aus.
    Ich hab mit Felix dem Bootbauer gesprochen. Diese Situation ist ein Standardschaden der häufig vorkommt. Laut Felix wird der Schaden durch den zu fest getrimmt Baumniederholer bei Halsen ausgelöst. Immer den Niederholer vor der Halse lösen – Patenthalsen meiden!

    Weiterhin guten Trip. LG Mathias

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s