sy starship

nothing's gonna stop us now


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2025 – Zum Glück

Plötzlich sind wir in Kreta.

So fühlt es sich an. Wegen anderer Projekte haben wir einen Winter lang nicht an die Starship gedacht. Keine Vorbereitungen, keine Pläne, keine Vorfreude.

Dann braucht man Glück.

Zum Glück herrscht bei der Ankunft Windstille. Innerhalb von 3 Stunden sind die Segel angeschlagen und die wichtigsten Kontrollen erledigt. So schnell waren wir noch nie.

Zum Glück liegt am Skippertisch ein Zettel „Motoröl nachfüllen. Mindestens 1,5l“. Wir erledigen den Provianteinkauf, besorgen Motoröl, reinigen die Wassertanks, putzen das Boot außen gründlichst.

Zum Glück weht mittlerweile am Samstag Südwind mit über 35 Knoten. Damit können wir uns in Ruhe um den Einbau der neuen Salzwasserarmatur kümmern und das Kühlschrankdilemma erfolgreich lösen. Zur Erinnerung: seit Beginn arbeiten beide Kühlschränke super, aber der eine baut innerhalb von wenigen Tagen super viel Eis im Kühlfach auf, ein Zeichen, dass ständig Luft in den Kühlschrank kann und die Feuchtigkeit in der Luft gefriert. Ich hatte schon gar keine Lust mehr, den Kühlschrank überhaupt zu verwenden. Neue Dichtungen (gleich unterschiedliche Sorten) brachten keine Verbesserung. Nun bringt Dietmar eine zweite Verriegelung am unteren Ende des Kühlschrankes an. MacGyver-mäßig verwendet er ein Holzstück aus einem Moskitonetz. Und das wirkt. Mit dieser zusätzlichen Verriegelung dichtet der Kühlschrank besser, und das Tiefkühlfach bleibt eisfrei.

Zum Glück lässt der Wind am Sonntag ein wenig nach. Wir verlassen die Marina, motoren – wie üblich in die Krios Bay -und verlegen uns gegen 19 Uhr aus einem Bauchgefühl heraus in die Lagune. Gute Entscheidung, denn kurz vor 2 Uhr früh starten die Böenwalzen. Wieder deutlich über 30 kn. Wir bergen das Bimini, kontrollieren mehrmals den Anker und verbringen eine durchwachsene Nacht.

Der Wind hält an. Auch noch den Montag liegen wir in der Lagune. Wir putzen das Unterwasserschiff, putzen nochmals das ganze Boot, weil es durch den Saharasand rostbraun überzogen ist, und kochen für Dienstag vor.


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2024 – Saisonende

5 Tage Kreta – aber leider mit wenig Wind am Anfang und viel Wind zu Ende der 5 Tage – verschaffen uns ausreichend Zeit, das Einwintern des Bootes mit dem Abarbeiten der langen „ToDo“-Liste zu verbinden. Die „Todo“-Liste ist eine Sammlung aus

Regelmäßige Wartungsarbeiten, Reparaturen, Verbesserungen

Regelmäßige Wartungsarbeiten

Wir wechseln das Motoröl, den Ölfilter und den Dieselfilter. Wir ziehen alle Schrauben am Ankergeschirr nach.

Reparaturen:

Die Kunststoff-Endstücke der Genuatravellerschienen sind ständig der Sonne ausgesetzt. Kein Wunder, dass sie sich mittlerweile fast vollständig aufgelöst haben. Sehr verwundert und zufällig haben wir diese Endstücke als Ersatzteile bei einem deutschen Bootshändler gefunden. Deswegen verwundert, weil laut Information von Lewmar diese Serie schon seit Jahren eingestellt ist. Aber egal. Schnell montiert und eine Gefahrenquelle an Board weniger.

Die nächste Reparatur fällt in die Kategorie „Was ewig nervt, wird endlich gut!“. 2019 fällt die LCD Anzeige für Treibstoff, Wasser und Batteriestand am Panel im Salon aus. Wir ermitteln mühsam, wie die Platine heißt, kaufen genauso mühsam diese Platine über einen italienischen Beneteauhändler (500 Euro) und sind entsprechend entmutig, als nach Einbau der neuen Platine die Anzeige noch immer nicht funktioniert. Also bauen wir die alte Platine wieder ein und verstauen die neue. 5 Jahre lange verbringen wir in jedem Bootsurlaub mehrere Stunden damit, zu überlegen, woran es liegen kann, dass die Anzeige nicht mehr geht. Wir verbringen Stunden damit, in Foren nach Erklärungen zu suchen, wie wir über Messungen mit dem Multimeter das Problem finden können. Nichts, null, niente.

Im Juli 2024 – gerade vom Boot zurück – erwähne ich beiläufig bei einem Event, dass unsere Panelanzeige nicht funktioniert und einer aus der Runde antwortet: „Hatte ich auch, bei mir war der Tankgeber kaputt!“.

Im August 2024 checken wir sofort, ob bei allen Tankgebern ausreichend Strom anliegt und kommen dabei drauf, dass auf der benachbarten Platine eine Sicherung durchgebrannt ist. Leider haben wir keine 1A Sicherung an Bord.

Und dann endlich im Oktober 2024 (mit 20 neuen 1A Sicherungen ausgestattet) finden wir den Übeltäter und Auslöser für 5 Jahre Panelanzeigeunterbrechung. Der Stromanschluss des Tankgebers für den Wassertank 2 war korrodiert. 15 Minuten Putzaufwand mit Rostlöser, Salzlöser, Kontaktspray, eine neue 1A Sicherung und nach 5 Jahren funktioniert die Anzeige wieder – als wäre nie etwas gewesen.

Folge 2 „Was ewig nervt, wird endlich gut!“:

2016 geht unsere Salzwasserpumpe ein.. Die Salzwasserpumpe ist super praktisch, weil wir – um Süßwasser zu sparen – vor Anker das Geschirr zunächst mit Salzwasser waschen und dann mit Süßwasser spülen. Der erste Versuche in 2017, eine neue Pumpe einzubauen, scheitert, weil wir beim Einbau die Pumpe beschädigen und diese dann nicht mehr dicht ist. Somit überlassen wir den nächsten Versuche (2018) einem spanischen Fachmann, der ebenso scheitert. Und somit sind wir seit 6 Jahren ohne Salzwasserpumpe. Gelegenltich hole ich Salzwasser mit Plastikflaschen vom Heck, oder spüle das Geschirr gleich am Heck. Aber das ist alles ein „Schmarrn“.

Jetzt starten wir einen neuen Versuch. Und machen es gleich gescheit. Damit der Einbau besser klappt, schneiden wir aus der Verkleidung ein größeres Loch aus. Die Wasserschläuche lassen sich einfach verbinden. Die Montage der Pumpe klappt. Alles gut. Salzwasser fließt endlich wieder in der Pantry.

Unsere Fender erhalten erstmals graue Fendersocken aus Polarfleece. Mit der bestellten Menge (10m a 1,60m Breite) habe ich es etwas zu gut gemeint. 3 m reichen vollkommen aus. Mit den restlichen 7m könnte ich noch zwei weitere Boote versorgen.

Die beiden Türen unterhalb der Abwasch haben in den Jahren gelitten. Die Furnier an den Kanten ist schon gar nicht mehr síchtbar. Wir bügeln neue Umleimer auf.

Mit weißer Farbe spritzen wir die Innenseite der „Putzmittelablage“.

Bald bleibt von der Todo Liste nichts mehr übrig.


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2024 – Sommertörn in Zahlen, Daten, Fakten

TAG (1) Österreich => Agios Nikolaos-KRETA

Tag (2) Agios Nikolaos => Krios Bay (Ankern auf 6 m Sand) => Spinalonga (Ankern auf 5 m Schlamm)

Tag (3) Spinalonga => Sitia-KRETA (Ankern auf 9 m Sand und danach Stadtkai)

Tag (4) Sitia-KRETA

Tag (5) Sitia-KRETA => Nachtfahrt

Tag (6) Bucht Vathy-ASTIPALEA (Ankern auf 7 m Sand) => Bucht bei der Ortschaft Maltezana-ASTIPALEA (Ankern auf 7 m Sand)

Tag (7) Maltezana-ASTIPALEA => Pothia-KALYMNOS (Stadtkai)

Tag (8) Pothia-KALYMNOS

Tag (9) Pothia-KALYMNOS => Bucht Vathi-PSERIMOS (Ankern auf 8 m Sand)

Tag (10) Bucht Vathi-PSERIMOS => Bucht Zephyr-PSERIMOS (Ankern auf 8 m Sand) => KOS MARINA-KOS

TAG (11) KOS MARINA-KOS => Bucht Vathi-PSERIMOS (Ankern auf 4,5 m Sand)

TAG (12) Bucht Vathi-PSERIMOS => Xirokampos-LEROS (Ankern auf 7 m Sand)

TAG (13) Xirokampos-LEROS => Levrossos Beach-AMORGOS (Ankern auf 5 m Sand)

TAG (14) Levrossos Beach-AMORGOS => Koufonissia-KOUFONISI (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (15) Koufonissia-KOUFONISI => Detis Bay-KATO KOUFONISI (Ankern auf 5 m Sand)

TAG (16) Detis Bay-KATO KOUFONISI => Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (17) Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA => Fidoussa Beach-SCHOINOUSSA (Ankern auf 5 m Sand) => Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (18) Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA

TAG (19) Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA => Kolitsani Cove-IOS (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (20) Kolitsani Cove-IOS => Manganari-IOS (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (21) Manganari-IOS (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (22) Manganari-IOS => Papas Beach-IOS (Ankern auf 6 m Sand) => Manganari-IOS (Ankern auf 5 m Sand)

TAG (23) Manganari-IOS => Anafi Port-ANAFI (Stadtkai)

TAG (24) Anafi Port-ANAFI => Agios Nikolaos-KRETA

TAG (25) Agios Nikolaos => Österreich


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2024 – Vom Endspurt zu „Ready to go“

3 Tage bleiben uns noch bis zum Rückflug, und endlich ist wieder „richtig“ Wind angesagt. Richtig, weil genug, und richtig, weil die Richtung stimmt. Rechtzeitig dafür haben wir unser Radar wieder zum Laufen gebracht. Denn mit dem Wind sind auch Gewitter und Regen nahe der Insel Kreta angesagt.

Den Schlag von Ios nach Anafi kennen wir schon, 6 Stunden mit achterlichem Wind. Auf unseren Platz an der Mole des „Stadthafens“ in Anafi müssen wir zwar zwei Stunden warten, bis das Ausflugsschiff ablegt, aber dafür liegen wir sehr mittig und ruhig und können einen sehr schönen Abend in Chora genießen.

Sonntag in der Früh geht es noch vor Sonnenaufgang los. Für heute ist mehr Wind angesagt. Vor uns blitzt es – dunkle Wolken und Wetterleuchten begleiten uns in den ersten Stunden.

Wir starten verhalten im dritten Reff und reffen dann – nachdem sich die Wolken immer mehr verziehen – nach und nach aus. Volle Besegelung bei 18 – 20 Knoten raumen Wind verhelfen uns zu Spitzengeschwindigkeiten von über 8 Kn SOG. Für die Strecke Anafi-Agios Nikolaos von 75 Seemeilen würden wir vorsichtig 15 Stunden schätzen und liegen zur Halbzeit bei einer Prognose von 12 Stunden. Das Segler:innenherz lacht.

Im Laufe des Nachmittages nimmt der Wind zu, dreht mehr westlich, und die Wolkendecke wird wieder dichter. In der Ferne sehen wir, wie sich erste Wolken entladen. Das Radar bestätigt unsere Wahrnehmung. Dicke Flecken zeigen, wo es gerade regnet und welche Gebiete wir besser umfahren sollten. Mit den Wolken wird der Wind auch böiger, und nahe der Küste Kretas nimmt die Wellenhöhe zu.

Mit meinem Wunsch „Ich würde gerne reffen, und zwar gleich ins dritte Reff“, einige Seemeilen vor dem Kap überrasche ich Dietmar, der nicht so begeistert ist, denn die Geschwindigkeit sinkt gleich auf 5,8 Kn SOG. „Keine Ahnung, wie sich der Wind am Kap verhält, und auch die Wellenhöhe ist jetzt fürs Reffen noch angenehm“, füge ich erklärend dazu.

Am Kap angelangt ist der Wind weg, und nach wenigen Minuten bin ich fast schon versucht, eher kleinlaut ein Ausreffen anzubieten, als uns die erste Böenwalze der typischen kretischen Fallwinde erreicht. 28 Kn Wind aus dem Nichts. Die folgenden 6 Seemeilen zählen zu den Schnellsten der Überfahrt. 32 Kn Wind sind Tageshöchstwert.

Wir erreichen unsere Marina um 18:30 Uhr und starten sofort, unsere Checkliste für das Sommertörn-Ende abzuarbeiten. 9 Stunden brauchen wir, dann ist die STARSHIP wieder „Ready to go“.


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2024 – Silicon-Galley

Zwei schöne Segeltage führen uns von Schinoussa nach Ios – zuerst in eine Bucht nahe der Stadt Ios und dann in jene Bucht im Süden von Ios, in der wir im Mai bei rund 35 Kn -40 Kn eine Nacht verbringen mussten.

Jetzt lernen wir das Kontrastprogramm kennen – wenig Wind und Flaute.

Macht nichts. Wir haben Marinesilikon für uns entdeckt und beginnen, jede erdenkliche Stelle neu zu silikonisieren. In Etappen (Schwimmen-Relaxen-Arbeiten) kratzen wir alte, graue Silikonreste heraus und verfugen mit dem neuen, strahlendweißen Marinesilikon. Zunächst die Bäder, dann den Niedergang und schließlich die Küche. Wie frisch das gleich wirkt.


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2024 – Windfenster und Wartungsfenster

Windfenster sind die optimale Gelegenheiten für Segeletappen. So ein Windfenster beschert uns eine anspruchsvolle, aber schnelle Überfahrt von Leros nach Amorgos.

Bei Wartungsfenstern wartet man auf Windfenster und nutzt die Zeit optimal für Wartungsarbeiten am Boot.

Flaute rund um Schinoussa beschert uns in einer großartigen Bucht ein Wartungsfenster zur rechten Zeit, weil genug zu tun ist.

Schon seit einigen Jahren (!!!) beobachten wir, dass der Decksbeschlag für das Babystag, wenn es nicht genutzt wird, sehr locker erscheint. Die Überfahrt von Leros nach Amorgos hat uns zusätzlich nasse Pölster im Salon beschert, weil der Decksbeschlag nicht mehr dicht ist. Wir montieren den Lautsprecher im Salon ab und erkennen das Ausmaß der Bescherung.

Der Beschlag wurde nicht unterfüttert, das heißt, es gibt weder Metall noch Holz unterhalb des Decks, um dem Druck des Babystags entgegen zu wirken. Wir haben nichts passendes zur Hand, behelfen uns mit einem Plastikstück, in das wir Löcher bohren, und kleben es mit sehr viel Marinesilikon von innen an. Schrauben und Muttern drauf, von außen abdichten und es sitzt wieder superfest.

Beim Maitörn haben wir geringe Mengen Salzwasser im Motorraum entdeckt. Nicht viel, vielleicht 100 ml bei 2 Stunden Fahrt unter Motor, aber genug, um sich wie eine dunkle, schmierige Masse durchs Boot in die Bilge zu ziehen. Das Leck ist gefunden. Der Auspuffschlauch wird an der Biegung porös. Und fällt nicht viel besseres ein, als das Marinesilikon, das bis 90 Grad hitzebeständig ist, zu verwenden, die undichten Stellen zu füllen und mit Gewebeband zu umhüllen. Der erste Test (wieder einmal zwei Stunden unter Motor) ist positiv. Kein Tropfen Salzwasser zu entdecken.

Ja, und dann wird auch noch unser Mai-Hoppala ersetzt. Die Traveller-Umlenkrolle auf der Backbordseite wird durch eine neue ersetzt. Marinesilikon und drei neue Schrauben, die wir extra in Wien besorgt haben, kommen zum Einsatz.


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2024 – Auf unseren Wassermacher ist Verlass

Kaum ein anderer Teil des Bootes funktioniert so einwandfrei und zuverlässig wie er.

Kristine, Traude und Florian haben die Heimreise angetreten. Dietmar und ich sind wieder alleine und starten den Weg nach Westen (Kos-Psermimos-Leros-Amorgos-Kofounisi). Um sicherzustellen, dass wir ausreichend Süßwasser haben, will ich den Wassermacher starten.

Nach der langen Winterpause ist zunächst „SPÜLEN“ angesagt. 1) Bootsauslass öffnen. 2) Wasserzulauf auf Süßwasser einstellen. 3) Wasser aufdrehen. 2 Minuten gluckert alles friedlich vor sich hin, dann ist auch der letzte Rest „Sterilisation“ aus den Leitungen gespült.

Dann geht es ans „WASSERMACHEN“. 1) Bootseinlass öffnen. 2) Wasserzulauf auf Salzwasser einstellen. 3) Schlauch in die vorbereiteten Plastikflaschen stecken, damit die ersten 2-3 Liter Wasser nicht in den Tank gehen. 4) Dieselmotor starten, weil der Wassermacher so viel Energie braucht. 5) Schalter auf ON.

Es tut sich nichts. Ich stelle nochmals auf OFF, dann auf ON. Nichts. Der Wassermacher springt nicht an.

Motor aus, Dietmar und ich begeben uns auf Fehlersuche. Und da haben wir ja schon einiges in 12 Jahren STARSHIP gelernt.

SCHRITT A: Gibt es eine Sicherung, die korrodiert ist? In der Explosionszeichnung finden wir keine Sicherung, obwohl eine erwähnt ist. Also „Schritt A“ überspringen.

SCHRITT B: Liegt Strom an? Mit dem Multimeter messen wir an der Druckpumpe. 12,8 Volt. Passt also. Dann kann es nur an der Verbindung vom „ON“ Schalter zur Pumpe liegen.

SCHRITT C: Ist sonst wo eine Verbindung korrodiert oder hat „Kontaktprobleme“? Zentimeter für Zentimeter folgen wir unter den Bodenplatten den hellgrauen Schläuchen, in denen die Leitungen für den Wassermacher liegen. Und siehe da, genau bei der Verbindung von Filter zu Panel finden wir eine kaum abgedichtete Steckklemme. Dietmar öffnet sie – vollkommen korrodiert.

Batterieschalter aus. Kabeln kürzen. Neue Klemmen verwenden. Gut abdichten.

Wir starten den zweiten Versuch.

Dieselmotor starten. Schalter auf ON. Der Wassermacher springt an. Druck erhöhen. Und schon hören wir, wie sich die Plastikflaschen füllen.

Auf unseren Wassermacher ist Verlass.


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2024 – KALYMNOS – a day ashore

Wir liegen „römisch-katholisch“ im Stadthafen von Pothia (KALYMNOS). KALMYNOS ist die Insel der Schwammtaucher. Den vielen schönen Stadtvillen nach zu urteilen, muss das wohl einst ein gutes Einkommen gesichert haben. Viele Häuser sind hellblau angemalt, um den nahen Türken zu zeigen, wie griechisch-patriotisch man ist.

Florian soll heute Abend mit der Fähre von MASTICHARION (KOS) ankommen. Was tun mit diesem Tag an Land? Wir mieten uns kurzerhand ein kleines Auto und fahren die Insel der Schwammtaucher im Uhrzeigersinn ab.

Argionata

Emporios

Vathys

Um 20 Uhr holen wir Florian vom Hafen ab und genießen einen lauschigen Abend in einem netten Lokal in einer Seitengasse in Pothia.


Ein Kommentar

2024 – Kasos, Tylos oder …

Endlich können wir SITIA verlassen. Es ist 16 Uhr an Nachmittag. Es ist Wind aus WNW mit ca. 10 Knoten angesagt. Wohin wir segeln, haben wir noch nicht festgelegt. Wir wollen uns erst entscheiden, wenn wir beim berüchtigten Starship-Kap angelangt sind und sehen, wie die Welle ist und welchen Kurs wir segeln können.

Kasos ist nur 30 Seemeilen entfernt, aber mit 10 Knoten Wind aus achtern kommen wir nicht vom Fleck.

Tylos ist 95 Seemeilen entfernt, 15-20 Stunden zu segeln, aber bietet für den Wind der nächsten Tage keine gute Ausgangsposition.

Was ist mit Astipalea? 80 Seemeilen entfernt, ein Kurs mit 60 Grad, viele gut geschützte Ankerplätze und eine gute Ausgangsposition für Kos.

Wir legen Kurs und segeln die Nacht durch. Der Wind weht gleichmäßig mit 8-10 Knoten, die Welle ist gering, es gibt kaum Böen. Wir sind so schnell, dass wir 10 Seemeilen vor Astipalea die Genua wegreffen, um bei Tageslicht anzukommen. Um 7 Uhr fällt der Anker in der Bucht von Vathi.


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2024 – Mayday, Mayday, Mayday

August 2024:

„Mayday, Mayday, Mayday!“

Dass ich das einmal durch den Funk sprechen würde. Aber der Reihe nach:

Traude und Kristine begleiten uns die ersten 10 Tage beim Sommertörn. Wir starten mit einem lauschigen Abend im „Lieblings-Lokal“ in Agios Nikolaus, genießen einen Badetag in der Krios Bay, erleben eine stürmische Nacht in der geschützten Bucht in Spinalonga und wollen als ersten Schlag mit achterlichem Wind die 20 Seemeilen nach Sitia zurücklegen.

20 – 25 Knoten achterlicher Wind und Wellen von 1-2 m sind gelegentlich nervig, aber kein Problem, vor allem, wenn man das Großsegel im dritten Reff fährt und kaum Genua nutzt. Wir segeln problemlos bis kurz vor Sitia. Wir reffen die Genua weg, um das letzte Stück nur noch mit dem Großsegel zu bewältigen.

Eine Q-Wende ist notwendig, um auf den Backboardbug zu kommen. Halsen bei 20-25 Knoten Wind und einer mittlerweile kabeligen (2-3m hohen) See wäre unklug. Die Wende bedeutet, ein kurzes Stück gegenan zu fahren. Ich stehe bei der Großschot, um in der Wende den Großbaum mit der Großschot anzuholen und dann wieder zu fieren. Kristine bei Dietmar neben dem Steuerstand. Die Wende misslingt mittendrin. Dietmar schreit: „Wir haben kein Ruder mehr!“ Das Steuerrad dreht sich durch. Wir schauen Dietmar im ersten Moment alle ungläubig an. Ohne Vorzeichen, ohne irgendwas, auf einmal ist die Starship nicht mehr steuerbar. 2 sm trennen uns von den leeseitigen Steilküsten, auf die wir wegen Wind und Welle unweigerlich zusteuern.

Gerade noch sind wir entspannt dahin gesegelt, jetzt sind wir im Krisenmodus. „Segel runter“, schreit Dietmar. Ich löse das Großfall und stehe schon beim Mast. Das schwere Segel herunter zu bekommen, wenn man nicht im Wind steht, geht kaum. Dietmar hilft, schreit um Seile, um das Segel Stück für Stück festzuzurren. Der Motor läuft schon. Aber die Starship dreht sich wie ein Kreisel im tiefen Wellengang. „Setz ein Mayday ab!“ Ich stehe am Funk, „Mayday, Mayday, Mayday, this is SY STARSHIP“! Es meldet sich irgendeine Stimme, die mich schlecht versteht, genau so wenig, wie ich sie. Dazwischen dreht sich die Starship munter im Kreis, Welle rauf, Welle runter. Ich soll meine Handynummer nennen, sie melden sich per Telefon. Traude sitzt im Cockpit, ist total ruhig und bewacht das Telefon. Es meldet sich niemand. Die Starship dreht den 20-ten Kreis. Dietmar ist noch immer damit beschäftigt, das Segel zu bändigen. Kristine und ich schauen uns an: warum dreht sich die Starship. Doch nur mit Ruder. Dann haben wir ein Ruder, aber die Übersetzung Steuer zu Ruder geht wohl nicht. Alle Fender aus der Backskiste. Ich tauche mit dem Kopf in die steuerboardseitige Backskiste, sehe aber nichts. Jedenfalls keinen Wassereintritt und auch keinen Riss in den Stahlseilen.

Unser Notruder! Kristine hilft mir, die andere Backskiste auszuräumen. Leinen raus, Besen raus, Bord raus. Die Starship ist bei der 30-ten Pirouette. Das Cockpit ist vollgeräumt mit Fendern, Seilen, dazwischen sitzt Traude. Das Notruder ist an der Innenseite der Backskistenwand befestigt. Ich tauche wieder kopfüber hinunter, um das Notruder aus der Verankerung zu ziehen. Irgendwie schaffen wir es, das Notruder herauszuziehen. Wir stecken es fest. Für mich ist es zu schwer, das Ruder zu betätigen.

Dietmar ist mit dem Segelreffen fertig. Das Großsegel ist mit Seilen heruntergebunden. Ein paar Mastrutscher und Segelschäkel werden dabei geopfert.

Endlich eine Stimme am Telefon. Ob wir das Schiff aufgeben wollen, wie viele Leute an Board sind, was überhaupt das Problem ist. Und außerdem ist der Seegang zu schwer, um ein Boor zur Hilfe hinauszuschicken,. Beim ersten und zweiten Mal erzähle ich noch geduldig, beim dritten Mal reißt mir die Geduld. Ich habe jetzt keine Zeit, irgendwas zu erzählen. Ich muss mich um das Schiff kümmern.

Dietmar kann das Boot mit dem Notruder unter Kontrolle bringen. Wir schaffen es unter Motor bis zum Kap. Dort wird es schlagartig ruhiger. Ich informiere über Funk, dass wir keine Hilfe mehr brauchen. Wind und Welle sind gefühlt vorbei. Noch eine halbe Seemeile und wir werfen den Anker vor Sitia. Ankerkralle setzen, Motor aus. Wir sind erleichtert, vor Anker zu liegen. 2 Minuten durchschnaufen im Cockpit, ein Glas Wasser trinken, die Schwimmweste ausziehen.

Problemsuche starten wir sofort. Die Backskisten sind ohnehin schon ausgeräumt. Beide klettern wir in die Backskisten. Ruder und Stahlseile sehen vollkommen in Ordnung aus. Ich ziehe an den Stahlseilen. Dietmar ruft in die Backskiste: „Das Backboardsteuerrad dreht mit!“. Tatsächlich – also hat nur das Steuerboardsteuer etwas. Während wir hoch erfreut sind, das Problem lokalisiert zu haben, kommt ein Fischerboot mit Polizeibesatzung vorbei und will uns zum Stadtkai abschleppen. Das ist nicht notwendig. Wir können die Starship ja mit dem Backboardruder steuern..

Die Polizei macht kurzen Prozess. Das Boot ist defacto beschlagnahmt, bis wir den Nachweis über einen Sachverständigen erbringen können, dass das Boot wieder einwandfrei funktioniert. Die Botschaften werden informiert. Die Adresse einer Gutachterin erhalten wir zusätzlich.

Das Steuerrad ist schnell repariert – dauert 5 Minuten. Kleiner Fehler – große Wirkung. Dass wir einfach gleich auf die Backboardseite wechseln oder den Autopiloten einschalten, daran haben wir gar keinen Gedanken verloren. Naheliegender war leider, anzunehmen, dass tatsächlich die Steuerseile gerissen sind und das Ruder feststeckt.

Auf die Gutachterin warten wir einen Tag, auf ihr Gutachten einen weiteren halben Tag. Zeit, die wir in Sitia gut nützen können. Dienstag zu Mittag haben wir das Gutachten und kurz darauf die Freigabe der Hafenpolizei. Am Dienstag Nachmittag, also genau 48 Stunden nach Mayday, geht die Reise weiter.