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nothing's gonna stop us now


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12.11: Get ready for the ARC – Safety Check!

Um für die Teilnahme an der ARC zugelassen zu werden, muss man neben einer Reihe von anderen Vorrausetzungen (wie zB 500 Seemeilen-Nachweis, Boot muss Las Palmas auf eigenem Kiel erreicht haben, ISAF-Sicherheitstrainings-Nachweis) auch einen Sicherheitscheck bestehen. 5 Seiten Checkliste sind zu erfüllen. Die meisten Punkte hatten wir schon vor der Abfahrt in Belgien erledigt, einige Punkte müssen wir noch in Las Palmas überprüfen.

Montag am Nachmittag richten wir dann alles für die Überprüfung im Salon her. Der Salon sieht aus wie eine Mini-Chandlery.

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Handfackeln, Automatikwesten, diverse Ersatzpatronen, Lifelines in allen Größen, Epirb, Grabbag, Notantenne, diverse Taschenlampen, Taschenmesser, Signalspiegel, zusätzlicher passiver Radarreflektor, Notrationen für Wasser, alle möglichen Zertifikate und Nachweise. Alles da.

Joel nimmt die Überprüfung bei uns vor.

Zwei Lampen sind noch zu tauschen – eine Kleinigkeit. Die einzig größere Feststellung ist, dass unser Gasherd an der einen Seite zu locker sitzt. Starker Wellengang könnte ihn aus der Verankerung reißen. Da müssen wir uns noch eine Halterung überlegen.

Also kramen wir in unseren Backskisten und finden eine Lösung. Ein kleines Holzstück auf beiden Seiten hält den Gasherd nun auch bei hohem Wellengang.

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Aber sonst –alles ok. Ein gutes Gefühl.

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11.11: Get ready for the ARC!

Las Palmas ist der Startpunkt der ARC (Atlantik Ralley for Cruisers), an der wir neben rund 230 anderen Yachten aus den unterschiedlichsten Ländern teilnehmen.

Die ARC ist eine der bekanntesten Segel-Ralleys der Welt. Es geht aber weniger darum, als erster in Saint Lucia zu sein (jedenfalls nicht für uns), sondern es ist vielmehr ein riesengroß angelegter Event rund um die Atlantikquerung. Das beginnt schon bei umfangreichen Unterlagen zur Anmeldung, Flaggen, die man in jedem Hafen hießt, Merchandisingprodukten, diversen Newslettern von April bis August, den beiden Vorbereitungswochen in Las Palmas mit Seminaren, Sicherheitsveranstaltungen und Sicherheitschecks, aber auch Grillpartys, Kidsclub und diversen Kulturangeboten und endet mit einer guten Woche Programm und der Abschiedsveranstaltung mit Preisverleihung in Saint Lucia. Dazu gibt es Foto- und Malwettbewerbe, ein Kostümfest, eine Perückenparty und eine Salsaparty.

Großartig, wir haben über zwei Wochen Zeit, es gibt viel Programm, nur ein kleiner Hinweis lässt uns aufhorchen. Der tägliche ARC Sundowner sei die richtige Gelegenheit, nach einem anstrengenden Tag abzuschalten.

Wie ist denn das gemeint?

Nun jetzt in Las Palmas – 2 Wochen vor dem Start – herrscht reges Treiben auf allen Stegen. Es gilt die letzten Vorbereitungen für die Querung vorzunehmen.

Die Liste der „letzten“ Vorbereitungen ist bei uns ganz besonders lang. Und was für ein Glück ist es auch, dass die „Chandleries“ und „Ferreterias“ hier in Las Palmas de Gran Canaria so ziemlich alles auf Lager haben, was das SeglerInnenherz begehrt.

  1. Die Kissen, um im Salon ein Doppelbett zu machen (für alle Fälle), sind zu hoch. Wir müssen sie kürzen.IMG_0381
  2. Wir müssen noch Leesegel nähen, damit wir nicht bei hohen Wellen und Rollen des Bootes aus den Kojen fallen.
  3. Wir brauchen eine Halterung für die Bugkabinentür, damit sie auch bei Wellengang offen bleibt.
  4. Wir müssen eine Halterung für 5l-Flaschen beim Watermaker anbringen.
  5. Eine Spritzwasserabdeckung für den Dinghimotor ist zu nähen.
  6. Beschriftungen für den Großbaum müssen wir auch noch aufbringen.
  7. Und weil das noch nicht genug ist: Der Stutzen für die Zufuhr des Salzwassers in der Toilette in der Bugkabine ist zum zweiten Mal abgerissen. Wir entscheiden uns dafür, den ganzen Teil der Toilette auszutauschen. Und zwar:
    => Entfernen des Stutzens in der Bugtoilette
    => Abbau des Stutzens in der Hecktoilette und Einbau in der Bugtoilette
    => Einbau des neuen Stutzens in der Hecktoilette
    Alleine dieser Umbau dauert natürlich wieder einen Nachmittag lang, auch wenn Lukas und Katharina brav mithelfen. Die Hecktoilette funktioniert jetzt großartig. Nur leider – als wir dann die Probepumpung bei der Bugtoilette ausführen – spritzt das Wasser  – oder was auch immer das alles war 😦 –  nur so aus allen Ritzen. Die Schrauben halten nicht mehr. Die Gewinde sind verrostet. Gut, da hilft nichts mehr. Also eine neue Toilette muss her.
  8. Und das heißt jetzt wieder: Bugtoilette ausbauen, neue Bugtoilette einbauen. Dazwischen x-mal reinigen, weil die Geruchsentwicklung wirklich schrecklich ist.

Somit sind schon wieder einige Tage wie im Flug vergangen (denn es ist ja auch noch Bordschule im Programm unterzubringen, Wäsche zu waschen, Bordeinkauf zu erledigen und regelmäßiger Bootsputz zu machen).

Und wir verstehen jetzt die Anmerkung im Programmtext sehr gut:  Der tägliche ARC Sundowner sei die richtige Gelegenheit, nach einem anstrengenden Tag abzuschalten. Wie wahr. Wenn man dann überhaupt noch die Kraft hat, hinzugehen.


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10.11: Atlantic Crossing – Kommunikationstest

Unser Boot liegt nun in der Marina Las Palmas und die Vorbereitungen auf das Atlantic Crossing im Rahmen der ARC 2013 laufen an.

Der Countdown dafür läuft – neuer Stand: 14 Tage. Das ist nicht mehr viel. Unsere Checklisten werden sukzessive abgearbeitet.
Morgen steht die Überprüfung aller Sicherheitsmittel am Boot durch die Regattaorganisation an. Wir sind zuversichtlich, alles gut vorbereitet zu haben.

Auch ein Test der Kommunikation steht auf unserer Checkliste. Für die offshore Kommunikation – also außerhalb der Reichweite von Mobilfunksendemasten und Wireless-LAN-Routern – haben wir uns für ein Satellitentelefon entschieden. Das Abrufen von Wettermails über die Iridium-Verbindung funktioniert bereits, aber lässt sich auch unser Blog damit updaten?

Die gute Nachricht an alle Leser: da dieser Eintrag vorhanden ist, war der Test erfolgreich!

Also weiter zum nächsten Thema ….


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06.11: „Polizeikontrolle, bitte rechts ransegeln“

Fast pünktlich – um 13:03 – legen wir von der Marina del Sur ab. Der Abschied von Hans, Katrin, Fien und Seppe fällt uns schwer.

Kurz nach der Hafenausfahrt geht es los. Natürlich nicht 13 kn so wie in der Wettervorhersage, sondern 13 Kn + 10 Kn Accelerationzuschlag + 3 Kn Böenzuschlag und alles gegenan. Genua und Großsegel im dritten Reff. Dass man damit kaum Höhe laufen kann, ist klar.

Die geplante Route über den Norden von Gran Canaria ist unmöglich. Was bleibt, ist die längere Südroute.

Weil die Wellen gar so unangenehm sind und uns alle wie üblich mit Salzwasser duschen, müssen wir auch noch auf den Autopiloten verzichten und selbst steuern.

Traude geht es ganz besonders schlecht. Florian hängt auch etwas schief, nur Katharina und Lukas sind motiviert genug, die Schleppangel rauszuhängen. Und kaum eine halbe Stunde später hören wir erstmals das langersehnte Ratschen. „Ein Fisch!!!!“ Unser erster Fisch. Mit vereinten Kräften holen wir das Prachtexemplar mit 40 cm Länge und 1 kg Gewicht an Bord.

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Nochmals, es dämmert schon, kommt die Angel ins Wasser, und abermals macht es nach kurzer Zeit „RATSCH“. Wieder einer. Dieses Mal ein kleiner silberner, der sich leicht ins Boot holen lässt. Lukas ist überglücklich.

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Die Nacht bricht ein, Wind und Welle bleiben. Dietmar und ich sind längst in der Schwerwetterbekleidung samt Stiefeln, Haube und Kopflampe. Die regelmäßigen Salzwasserduschen und der starke Wind lassen einen die Kälte der Nacht ganz schön spüren. Unter Deck hingegen ist es kuschelig warm. Lukas kann unter Deck schlafen, Traude und Florian bleiben im Cockpit. Katharina erbricht zum ersten Mal. Aber nicht wegen der Wellen, sondern wegen der Mischung aus Speck, 2 Äpfeln und hinterher einem Vanillejoghurt mit Schokolade. Gut – diese Mischung würde wohl keinem auf See bekommen – ja nicht einmal an Land.

Dann um 22:00 Uhr ist der Wind weg. Wir sind an der Westküste von Gran Canaria angelangt. Windstille, keine Welle. Wir reffen aus in der Hoffnung, ohne Motor weiter zu kommen. Aber nein, unter Motor legen wir die nächsten drei Stunden zurück. Dietmar kann eine halbe Stunde tunken, ich sogar eineinhalb.

Dann gegen 01:00 früh – wir haben gerade die Bettenburg Maspalomas hinter uns gelassen – nähert sich uns ein Schnellboot mit Suchscheinwerfer. Zunächst glauben wir, dass es sich um einen Fischer handelt, aber als dann unser Boot mehrmals mit dem starken Suchscheinwerfer abgeleuchtet wird, stellen wir unsere Annahme sehr in Frage. Das Polizeiboot kommt längsseits auf einige Meter heran. Und dann hören wir schon über Funk Kanal 16, dass es sich um eine Kontrolle handelt und wir auf Kanal 08 wechseln sollen.

Nombre und numero del barco? De que vienen Usted? Proximo Puerto?

Dietmar und ich sind einigermaßen perplex, beantworten aber alles auf Spanisch über Funk.

Que tengan buen viaje, wünschen sie uns zum Abschied. Und so schnell wie das Polizeiboot herangedüst ist, so schnell zieht es auch wieder ab. Das ist uns auch noch nicht passiert.

Kurz darauf sehen wir, dass sich die Windanzeige erstmals wieder bewegt. Recht schnell drei Knoten mehr. Das muss jetzt die Accelerationzone von Gran Canaria sein. Wir reffen sofort. Dank Kopflampen können wir auch in der Nacht ausreichend gut sehen, um die Manöver schnell abzuwickeln. Gut erkannt – denken wir uns beide – keine 10 Minuten später haben wir wieder 25 kn Wind und 2m hohe Wellen.

Und jetzt beginnt der harte Teil. Wir müssen in den Norden und haben den Wind genau auf die Schnauze. Aufkreuzen, regelmäßige Wenden, weil der Wind genauso regelmäßig dreht und wir regattagleich um jeden cm geizen.. Somit ist auch klar, dass keiner von uns beiden noch schlafen kann. Der erste Schlag bringt uns noch einiges an Strecke, die nächsten Schläge sind zermürbend. Wir verlieren oftmals über 20 Grad an Strömung und Abdrift, weil wir bei diesen Bedingungen nicht schnell genug werden.

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Erst als die Sonne aufgeht, wird die See ruhiger, wir lassen das dritte Reff raus und dann auch noch das zweite und endlich schaffen wir so viel Speed, dass wir sowohl auf Steuerbord- als auch auf Backbordbug gute Höhe schaffen.

Die letzten Meilen vor Las Palmas schaffen wir unter Motor, auch weil wir nochmals den Watermaker anwerfen müssen. Um 13:00 sind wir in der Marina. 24 harte Stunden.

Aber wir sind auch sehr glücklich.

Einerseits waren das 24 sehr interessante Segelstunden, die uns wieder viel Gelegenheit gegeben haben, unsere Manöver zu optimieren, unsere Segel zu trimmen und einmal mehr ein Gefühl zu bekommen, wie unsere Starship mit diesen Bedingungen zurechtkommt.

Und andererseits haben wir hiermit die erste Etappe unserer Reise abgeschlossen. Wir sind in Las Palmas. Von hier startet die Atlantik Rally for Cruisers von Las Palmas nach St. Lucia, an der wir teilnehmen werden.

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Aber das ist eine andere Geschichte.


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05.11: Abschied von Tenerife

Eigentlich wollen wir ja schon am Sonntag nach Gran Canaria segeln. Aber hier in diesem winzigen Hafen in Las Galletas gefällt es uns wider Erwarten sehr gut. Die Rahmenbedingungen passen einfach:

  • Kleine Marina
  • Netter und untouristischer Ort mit allem, was man/frau so braucht
  • und das Beste: die belgische SY Nautilus mit Katrin, Hans, Seppe und Fien

Die Kinder spielen am Nachmittag immer zusammen, gehen angeln, erhalten von Hans Tauchunterricht oder streunen einfach herum.  Wir kümmern uns einstweilen darum, die STARSHIP „atlantiktauglich“ zu machen. Das heißt: Proviant nochmals zählen, Ergänzungslisten für den Großeinkauf in Las Palmas schreiben, Proviant neu sortieren, alles wegpacken, was wir in den drei Wochen nicht brauchen werden, etc.

Und am Abend gibt es gelegentlich einen Sundowner mit den Belgiern.

Aber die Wettervorhersagen meinen es nicht so gut mit uns:

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Der Wind kommt genau aus der Richtung, in die wir wollen. Das einzige vernünftige Wetterfenster für die 18-Stunden-Etappe bis Las Palmas ist der 5.11.

Also planen wir den Start für heute 13 Uhr.

Tenerife

Geplante Ankunft in Las Palmas: Morgen in der Früh.


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01.11: Tenerife

Die Marina San Miguel verlassen wir am nächsten Morgen. Ziel ist die nur 2 sm weiter südwestlich gelegene Marina del Sur.

Zwei Telefonate bestätigen uns, dass es Platz gibt. Aber als wir dann bei starkem Wind in der kleinen Hafeneinfahrt stehen, winken uns die Marineros „FULL“. Was?  Über Funk haken wir mehrmals nach und unsere Hartnäckigkeit wird belohnt. Nach „cinco minutos“ – die charmante spanische Umschreibung für 15 – 30 Minuten – dürfen wir trotzdem in die Marina und erhalten am letzten Pontoon einen Platz – aber was für einen. Römisch-katholisch ohne Fingersteg mit Mooring und bei starkem Seitenwind. Die ersten beiden Versuche, in die enge Lücke zu manövrieren, bricht Dietmar ab. Beim dritten Versuch passt es super gut und die Starship liegt ohne „Feindberührung“ sicher im Hafen.

Kaum, dass wir mit dem Anlegen fertig sind, springt Katharina auch schon von Bord. Sie hat am Nachbarpontoon die SY Nautilus entdeckt. Und damit ihre allerbeste belgische Freundin Fien. „Sie ward seitdem nicht mehr gesehen“.

Nach Graciosa, Lanzarote, La Palma und  La Gomera ist es schwierig, Tenerife etwas abzugewinnen. Aber der Pico de Teide ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

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Außerdem finden Lukas und Florian dort ihre MEGA-Bockerln.

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