sy starship

nothing's gonna stop us now

21.09 – 27.09: Madeira

Ein Kommentar

Allgemeine Aufbruchsstimmung in Porto Santo. Die Fahrtenseglergemeinde zieht weiter, aber zu unterschiedlichen Orten.

Nach einem fast tränenreichen Abschied motoren wir mangels Wind zum Ostzipfel von Madeira,um in der wunderschönen Bucht Baia da Abra eine Nacht zu ankern.

Baia

Aber Tränen trocknen schnell, wenn, sobald der Anker fest ist, das nächste Kinderdinghi anlegt. Filao mit Zachary, Eve und Kim. Damit sind Nachmittag, Abend und nächster Tag gerettet. Ein traumhafter, sonniger Sonntag mit Baden, Faulenzen, Malen, Vollkornbrot backen und Angeln. Sogar die Bordschule fällt einmal aus.

Nach mehrmaligen Telefonaten können wir dann auch noch einen Platz in der Luxusmarina „Quinta do Lorde“ ergattern. In der angrenzenden Bucht wurde ein Luxusresort samt Marina gebaut, das jedoch unter starken Gästemangel leidet. Die meisten villenartigen Gästebungalows stehen leer.

QUinta

Für zwei Tage mieten wir uns zwei kleine Nissan Micra, deutlich billiger als ein großer Wagen und sicherlich einfacher in den engen und steilen Straßen der Insel. Und das Autofahren nach 2 autolosen Monaten erweist sich als „Erfahrung der besonderen Art“. Die ersten Kilometer zuckeln wir so dahin. 40 kmh Maximum.

Die Insel Madeira zeigt sich uns von der besonders wetterlaunischen Seite. Im Süden heiß und sonnig, im Norden bewölkt, nebelverhangen und regnerisch. Dazwischen ein Tunnel von vielleicht 15 Minuten.

Norden

Wir spazieren durch Machico, lassen uns ganz gemütlich in einem Hafenlokal in Camara de Lobos nieder,

Lobos

wandern („resp. „Lassen-Wandern“) zum Cabo Girao (der zweithöchsten Steilküste der Welt, 580 m)

Uschi & Kathi Girao

und erkunden Ribeira Brava. Von dort queren wir die Insel bis Sao Vincente, schlängeln uns wagemutig entlang der alten Küstenstraße

Küstenstraße

bis Santana, wo wir die alten traditionellen Bauernhäuser besichtigen

Bauern

und kehren am frühen Abend nach Quinta zurück.

Uns beeindruckt, wie nahezu jeder cm2 der an sich schroffen Insel mittels Steingärten genutzt wird. Die zur Bewässerung notwendigen Levadas wurden vor 300 Jahren von Sklaven gebaut.

IMG_8760

Der nächste Tag ist für Funchal reserviert. Funchal ist „herrschaftlich“ – kein anderes Wort kann diese Stadt für uns besser beschreiben.

Funchal

Wir spazieren durch die engen Gassen, besuchen den Blumenmarkt und den Fischmarkt,

Fischmarkt

ruhen uns zu Mittag in einem der vielen Parks aus

UschiFlo

und machen natürlich auch am Hafen halt. Kurzes Hafenradar: wir kennen zumindest ein Boot im Hafen.

Aber Funchal ist auch eine Reise in die Geschichte Österreichs.

Karl I. war von 1916 bis 1918 der letzte Kaiser von Österreich und als Karl IV. König von Ungarn (bis November 1921) und Kroatien und als Karel III. König von Böhmen.

Karl

Nach seiner Verzichtserklärung 1918 fanden er und seine Familie zunächst Zuflucht in der Schweiz, mussten dann aber 1921 ins Exil nach Madeira, wo Karl nur wenige Monate danach mit 35 Jahren starb. Sein Leichnam wurde in der Kirche Nossa Senhora in Monte (oberhalb der Stadt Funchal) begraben.

Karl 1a

Am späten Nachmittag kehren wir nach Quinta zurück.

Dort informiert uns das Marinaoffice sofort, dass wir uns umlegen müssen. Aufgrund des starken Windes, der für die nächsten Tage angesagt ist, ist der Pontoon A zu unsicher und sie weisen uns einen Platz am Ende der Marina zu. Mit Hans (SY Nautilus) und Bruce (SY Maranne) ist der Job trotz des mittlerweile stärkeren Windes schnell erledigt. Jetzt liegen wir sehr angenehm und ruhig.

Aber der starke Wind ist es auch, der aktuell unserer Pläne etwas durchkreuzt.

Wie aus den Grib-Files ersichtlich, erwischen uns gerade die Randerscheinungen eines mächtigen Tief über den Azoren (dort mit 50 Kn Wind und 6 m hohen Wellen).

Unbenannt

Für uns heißt das ab Donnerstag rund 30 kn Wind aus Südwest und 3 m hohe Wellen. Die Windstärke würden wir gerne nehmen, auch die Windrichtung wäre für uns (zur Not) ok, aber mit gut 3 m hohen Wellen ….. Diese Erfahrung hatten wir bereits in Südengland und können wir gerne auslassen.

Also sieht es aktuell danach aus, dass wir noch bis zumindest Freitag zu Mittag zuwarten. Dann sollten die Wellen auf nur noch 2 -2,5 Meter gesunken sein. Zu lange wollen wir natürlich auch nicht warten, denn ein wenig „Randerscheinung“ hätten wir doch gerne, damit wir die nächste große Etappe bis zu den Kanaren ohne Motor in 48-50 Stunden schaffen.

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Ein Kommentar zu “21.09 – 27.09: Madeira

  1. Hallo liebe Starshipper, wir freuen uns sehr wieder von euch zu hören, da wir seit gestern das volle Programm erhalten. Ihr seid also auf Madeira und habt bereits eine Rundreise per Mietwagen gemacht. Wenn wir Funchal, Monte, Santana, Levadas, Quintas etc. hören, würden wir gerne bei euch sein. Wir waren ja schon 2 x auf dieser wunderschönen Insel und es gibt immer wieder was Neues zu sehen.
    Erholt euch noch gut, bevor ihr eure Reise Richtung Kanaren fortsetzen könnt.
    Bei uns ist es recht herbstlich und wir waren heute bei Bekannten lesen. Die Trauben sind heuer sehr süß und das Picknick zwischen den Weinstöcken und den Lesern ist für uns immer Natur pur.
    Wir wünschen euch für die Weiterfahrt guten Wind und keine zu hohen Wellen, denken viel an euch alle und freuen uns schon auf eure nächsten Blogs.
    Boa noite und Busse an unsere Drei
    Willi und Traude

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