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nothing's gonna stop us now


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2025 – Soh-sahnt say-mähj schpettähr

Wir wollen in den Westen. Um bei den vorherrschenden Winden in den Westen zu kommen, müssen wir zuerst in den Norden.

Die nächste Station nach Leros ist die Insel Patmos und da eine kleine Bucht im Norden. Für die kurze Strecke Leros-Patmos von 12 Seemeilen brauchen wir 4 Stunden. 5 kn Wind (also praktisch Flaute) reichen selbst bei 40 Grad Windwinkel nur für 2-3 Kn SOG. Die letzten 3 Seemeilen nehmen wir den Motor dazu. Gut so, denn die Einfahrt zur Bucht ist tricky. Recht mittig in der Einfahrt ragt ein winziger Felsen aus der Wasseroberfläche, der nicht in allen Seekarten aufscheint. Bei mehr Wind und Welle würde man den Felsen vermutlich gar nicht sehen. Wir halten uns daher sehr westlich, fahren in die Bucht ein, werfen den Anker und genießen einen chilligen Nachmittag mit Unterwasserschiffputzen und „Planungen“ für die nächste Etappe. Das Abendprogramm ist auch schon fix. 50 m vom Strand entfernt ist eine Taverne. Unsere Putzaufgaben (und die Überwindung im kalten Wasser den Rumpf zu reinigen) sollen ja belohnt werden. Nach und nach mehren sich aber die Anzeichen, dass die Taverne nicht in Betrieb ist. Geh, wie schade. Um 19 Uhr erwägen wir dann, Anker auf zu gehen und die nächste Bucht aufzusuchen, wo es eine offene Taverne geben soll. Der Gedanken wird wieder verworfen, es beginnt zu regnen.

5 Uhr Tagwache. 5:30 Uhr Ankerauf. Wir müssen so früh raus. Laut den diversen Wettervorhersagen gibt es bis 11 Uhr Wind mit 10 Kn aus Nordost, dann eine breite Flaute von 2 Stunden, und schließlich starker Wind aus Nordwest mit Böen bis 25 Kn. Unser Ziel: Die Insel Donousa – 40 Seemeilen entfernt. Mit 10 Kn Wind aus Nordost können wir nur max. 4 Seemeilen Strecke pro Stunde einplanen. Dazu die angesagt Flaute. 40 Seemeilen sind realistisch.

Die üblichen 4 Schichten Gewand werden um eine weitere Hosenschicht ergänzt. Das heißt, Schwerwetterhose und Schwerwetterjacke, Haube, Handschuhe. Es ist kalt, bedeckt und nieselt gelegentlich.

Patmos liegt keine 2 Seemeilen hinter uns, da setzt der Wind schon ein. 10 kn? Nein, es weht ein konstanter Wind von 18 Kn mit gelegentlichen Böen bis 23 Knoten. Wir segeln ungerefft mit bis zu 8 Kn SOG.

Die Wellenhöhe steigt ein wenig, vielleicht 1,5 Meter. Aber nicht ungut. Wir richten den Kurs so ein, dass wir recht angenehm dahin gleiten können. Wir kommen sehr gut voran. Viel schneller als gedacht. Der Wind wird immer östlicher und nimmt gegen 11 Uhr langsam ab.

Um 11:30 Uhr trennen uns nur noch wenige Seemeilen von Donousa. Das war nicht geplant. Jetzt hier stoppen? Nein. Lassen wir die Insel steuerbord (lee) oder backbord (luv) liegen? Steuerbord bei dem abnehmenden Wind und den Wellen hieße „platt vor dem (ohne) Wind“. Backbord hieße: eine Chance auf etwas Wind und eine gute Ausgangsposition für die Strecke nach der Insel.

Wir entscheiden uns für Backbord, bereuen die Entscheidung unterwegs (aber wäre die andere besser gewesen?) und sind am Schluss wieder zufrieden.

Genau bei der Passage der Insel lässt der Wind dann nach. 5 Knoten aus irgendwo, 1,5 bis 2 m hohe Wellen. Der Baum schlägt, die Genuaschoten schlagen. Es ist nicht auszuhalten. Wir steuern von Hand. Ich sitze bei der Großschot und hole an bei Wellen und fiere wieder auf. Streckenweise halte ich den Großbaum, damit das Schlagen ein Ende hat. Genua weg. Großsegel niedergezurrt. Der Motor muss her. 6 Seemeilen, die sich wie im Schleudergang einer Waschmaschine anfühlen.

Kaum haben wir die Insel passiert, sind die Wellen wie von Zauberhand weg. Der Wind hat nun gedreht, weht aus Norden und nimmt sofort an Stärke zu. Da sind sie wieder die 18-20 Knoten. Wir segeln raumschot. Aber wohin eigentlich? Die nächsten Tage ist viel Wind angesagt. Naxos, die nächste große Insel, ist bekannt für Fallböen. Ungefähr genau so weit entfernt ist Koufonisia. Eine Insel, flach wie eine Palatschinke, also nicht so fallböenanfällig. 30 Grad abfallen und neuer Kurs „Koufonisia“. Keine 15 Seemeilen entfernt, einen Delphin-Sprung entfernt sozusagen.

Begleitet von 2 Delphinen segeln wir die letzten Seemeilen. Die beiden tauchen ständig unter dem Boot durch. Ich würde ihnen ja gerne zuschauen, aber die Böen vor der Einfahrt zur Bucht lassen das nicht zu.

Um 16:15 fällt der Anker in der großen Bucht vor Koufonisia.

60 Seemeilen später.


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2025 – Kreta – Astypalea – Leros

Wir haben ja nie einen Plan. Wir segeln dem Wind nach.

Dienstag früh starten wir kurz nach 6 Uhr. Mit 4 Schichten Gewand inkl. Schwerwetterjacken. Die erste Stunde unter Motor aus der Lagune heraus ist mühsam. Am Kap erwartet uns die unruhige See. Hohe Wellen, unbeständiger Wind. Kurz verlässt mich der Mut. Aber wir setzen Segel im dritten Reff, schalten den Motor aus, und sobald die Starship in Fahrt kommt, sind alle Bedenken weg.

15-18 Knoten sehr stetiger wahrer Wind aus WNW und Böen bis 22 Knoten bieten schließlich großartige Bedingungen, um Astypalea anzusteuern. Wir reffen nach und nach aus, dann binden wir wieder ein Reff ein, wir sind ständig in Bewegung. Im WIndschatten unter der Sprayhood ist es angenehm, im WInd selbst braucht man 4 Schichten, Haube und Handschuhe. Um 20 Uhr erreichen wir die Südspitze von Astypalea. Hier kennen wir uns aus. Noch 45 Minuten, dann fällt der Anker in der Bucht von Maltezana.

Am Mittwoch in der Früh wird ein Platz an der Mole frei. Wir verlegen uns an die Mole, organisieren ein Taxi, fahren zur Chora, gönnen uns ein üppiges Mittagessen, erledigen Einkäufe und verbringen den späteren Nachmittag an Board.

Donnerstag gehen wir es gemütlich an. Eigentlich wollen wir erst am Freitag in Richtung Amorgos (also in den Westen) segeln. Aber der Wind eröffnet eine andere Option. Wir legen nach dem Frühstück ab und wollen in den Norden von Kalamos. Wieder herrliche Segelbedingungen. 12 Knoten Wind aus WNW. Damit können wir viel höher segeln als geplant und peilen die Nordspitze von Leros an. Um 17 Uhr fällt der Anker in der wunderschönen Bucht von Archangelos South. Das Dinghi wird gewassert. der Außenboarder angebracht und wir genießen ein herrliches Abendessen in der kleine Taverne am Strand.


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2025 – Zum Glück

Plötzlich sind wir in Kreta.

So fühlt es sich an. Wegen anderer Projekte haben wir einen Winter lang nicht an die Starship gedacht. Keine Vorbereitungen, keine Pläne, keine Vorfreude.

Dann braucht man Glück.

Zum Glück herrscht bei der Ankunft Windstille. Innerhalb von 3 Stunden sind die Segel angeschlagen und die wichtigsten Kontrollen erledigt. So schnell waren wir noch nie.

Zum Glück liegt am Skippertisch ein Zettel „Motoröl nachfüllen. Mindestens 1,5l“. Wir erledigen den Provianteinkauf, besorgen Motoröl, reinigen die Wassertanks, putzen das Boot außen gründlichst.

Zum Glück weht mittlerweile am Samstag Südwind mit über 35 Knoten. Damit können wir uns in Ruhe um den Einbau der neuen Salzwasserarmatur kümmern und das Kühlschrankdilemma erfolgreich lösen. Zur Erinnerung: seit Beginn arbeiten beide Kühlschränke super, aber der eine baut innerhalb von wenigen Tagen super viel Eis im Kühlfach auf, ein Zeichen, dass ständig Luft in den Kühlschrank kann und die Feuchtigkeit in der Luft gefriert. Ich hatte schon gar keine Lust mehr, den Kühlschrank überhaupt zu verwenden. Neue Dichtungen (gleich unterschiedliche Sorten) brachten keine Verbesserung. Nun bringt Dietmar eine zweite Verriegelung am unteren Ende des Kühlschrankes an. MacGyver-mäßig verwendet er ein Holzstück aus einem Moskitonetz. Und das wirkt. Mit dieser zusätzlichen Verriegelung dichtet der Kühlschrank besser, und das Tiefkühlfach bleibt eisfrei.

Zum Glück lässt der Wind am Sonntag ein wenig nach. Wir verlassen die Marina, motoren – wie üblich in die Krios Bay -und verlegen uns gegen 19 Uhr aus einem Bauchgefühl heraus in die Lagune. Gute Entscheidung, denn kurz vor 2 Uhr früh starten die Böenwalzen. Wieder deutlich über 30 kn. Wir bergen das Bimini, kontrollieren mehrmals den Anker und verbringen eine durchwachsene Nacht.

Der Wind hält an. Auch noch den Montag liegen wir in der Lagune. Wir putzen das Unterwasserschiff, putzen nochmals das ganze Boot, weil es durch den Saharasand rostbraun überzogen ist, und kochen für Dienstag vor.


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2024 – Saisonende

5 Tage Kreta – aber leider mit wenig Wind am Anfang und viel Wind zu Ende der 5 Tage – verschaffen uns ausreichend Zeit, das Einwintern des Bootes mit dem Abarbeiten der langen „ToDo“-Liste zu verbinden. Die „Todo“-Liste ist eine Sammlung aus

Regelmäßige Wartungsarbeiten, Reparaturen, Verbesserungen

Regelmäßige Wartungsarbeiten

Wir wechseln das Motoröl, den Ölfilter und den Dieselfilter. Wir ziehen alle Schrauben am Ankergeschirr nach.

Reparaturen:

Die Kunststoff-Endstücke der Genuatravellerschienen sind ständig der Sonne ausgesetzt. Kein Wunder, dass sie sich mittlerweile fast vollständig aufgelöst haben. Sehr verwundert und zufällig haben wir diese Endstücke als Ersatzteile bei einem deutschen Bootshändler gefunden. Deswegen verwundert, weil laut Information von Lewmar diese Serie schon seit Jahren eingestellt ist. Aber egal. Schnell montiert und eine Gefahrenquelle an Board weniger.

Die nächste Reparatur fällt in die Kategorie „Was ewig nervt, wird endlich gut!“. 2019 fällt die LCD Anzeige für Treibstoff, Wasser und Batteriestand am Panel im Salon aus. Wir ermitteln mühsam, wie die Platine heißt, kaufen genauso mühsam diese Platine über einen italienischen Beneteauhändler (500 Euro) und sind entsprechend entmutig, als nach Einbau der neuen Platine die Anzeige noch immer nicht funktioniert. Also bauen wir die alte Platine wieder ein und verstauen die neue. 5 Jahre lange verbringen wir in jedem Bootsurlaub mehrere Stunden damit, zu überlegen, woran es liegen kann, dass die Anzeige nicht mehr geht. Wir verbringen Stunden damit, in Foren nach Erklärungen zu suchen, wie wir über Messungen mit dem Multimeter das Problem finden können. Nichts, null, niente.

Im Juli 2024 – gerade vom Boot zurück – erwähne ich beiläufig bei einem Event, dass unsere Panelanzeige nicht funktioniert und einer aus der Runde antwortet: „Hatte ich auch, bei mir war der Tankgeber kaputt!“.

Im August 2024 checken wir sofort, ob bei allen Tankgebern ausreichend Strom anliegt und kommen dabei drauf, dass auf der benachbarten Platine eine Sicherung durchgebrannt ist. Leider haben wir keine 1A Sicherung an Bord.

Und dann endlich im Oktober 2024 (mit 20 neuen 1A Sicherungen ausgestattet) finden wir den Übeltäter und Auslöser für 5 Jahre Panelanzeigeunterbrechung. Der Stromanschluss des Tankgebers für den Wassertank 2 war korrodiert. 15 Minuten Putzaufwand mit Rostlöser, Salzlöser, Kontaktspray, eine neue 1A Sicherung und nach 5 Jahren funktioniert die Anzeige wieder – als wäre nie etwas gewesen.

Folge 2 „Was ewig nervt, wird endlich gut!“:

2016 geht unsere Salzwasserpumpe ein.. Die Salzwasserpumpe ist super praktisch, weil wir – um Süßwasser zu sparen – vor Anker das Geschirr zunächst mit Salzwasser waschen und dann mit Süßwasser spülen. Der erste Versuche in 2017, eine neue Pumpe einzubauen, scheitert, weil wir beim Einbau die Pumpe beschädigen und diese dann nicht mehr dicht ist. Somit überlassen wir den nächsten Versuche (2018) einem spanischen Fachmann, der ebenso scheitert. Und somit sind wir seit 6 Jahren ohne Salzwasserpumpe. Gelegenltich hole ich Salzwasser mit Plastikflaschen vom Heck, oder spüle das Geschirr gleich am Heck. Aber das ist alles ein „Schmarrn“.

Jetzt starten wir einen neuen Versuch. Und machen es gleich gescheit. Damit der Einbau besser klappt, schneiden wir aus der Verkleidung ein größeres Loch aus. Die Wasserschläuche lassen sich einfach verbinden. Die Montage der Pumpe klappt. Alles gut. Salzwasser fließt endlich wieder in der Pantry.

Unsere Fender erhalten erstmals graue Fendersocken aus Polarfleece. Mit der bestellten Menge (10m a 1,60m Breite) habe ich es etwas zu gut gemeint. 3 m reichen vollkommen aus. Mit den restlichen 7m könnte ich noch zwei weitere Boote versorgen.

Die beiden Türen unterhalb der Abwasch haben in den Jahren gelitten. Die Furnier an den Kanten ist schon gar nicht mehr síchtbar. Wir bügeln neue Umleimer auf.

Mit weißer Farbe spritzen wir die Innenseite der „Putzmittelablage“.

Bald bleibt von der Todo Liste nichts mehr übrig.


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2024 – Sommertörn in Zahlen, Daten, Fakten

TAG (1) Österreich => Agios Nikolaos-KRETA

Tag (2) Agios Nikolaos => Krios Bay (Ankern auf 6 m Sand) => Spinalonga (Ankern auf 5 m Schlamm)

Tag (3) Spinalonga => Sitia-KRETA (Ankern auf 9 m Sand und danach Stadtkai)

Tag (4) Sitia-KRETA

Tag (5) Sitia-KRETA => Nachtfahrt

Tag (6) Bucht Vathy-ASTIPALEA (Ankern auf 7 m Sand) => Bucht bei der Ortschaft Maltezana-ASTIPALEA (Ankern auf 7 m Sand)

Tag (7) Maltezana-ASTIPALEA => Pothia-KALYMNOS (Stadtkai)

Tag (8) Pothia-KALYMNOS

Tag (9) Pothia-KALYMNOS => Bucht Vathi-PSERIMOS (Ankern auf 8 m Sand)

Tag (10) Bucht Vathi-PSERIMOS => Bucht Zephyr-PSERIMOS (Ankern auf 8 m Sand) => KOS MARINA-KOS

TAG (11) KOS MARINA-KOS => Bucht Vathi-PSERIMOS (Ankern auf 4,5 m Sand)

TAG (12) Bucht Vathi-PSERIMOS => Xirokampos-LEROS (Ankern auf 7 m Sand)

TAG (13) Xirokampos-LEROS => Levrossos Beach-AMORGOS (Ankern auf 5 m Sand)

TAG (14) Levrossos Beach-AMORGOS => Koufonissia-KOUFONISI (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (15) Koufonissia-KOUFONISI => Detis Bay-KATO KOUFONISI (Ankern auf 5 m Sand)

TAG (16) Detis Bay-KATO KOUFONISI => Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (17) Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA => Fidoussa Beach-SCHOINOUSSA (Ankern auf 5 m Sand) => Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (18) Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA

TAG (19) Tsigouri Beach-SCHOINOUSSA => Kolitsani Cove-IOS (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (20) Kolitsani Cove-IOS => Manganari-IOS (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (21) Manganari-IOS (Ankern auf 6 m Sand)

TAG (22) Manganari-IOS => Papas Beach-IOS (Ankern auf 6 m Sand) => Manganari-IOS (Ankern auf 5 m Sand)

TAG (23) Manganari-IOS => Anafi Port-ANAFI (Stadtkai)

TAG (24) Anafi Port-ANAFI => Agios Nikolaos-KRETA

TAG (25) Agios Nikolaos => Österreich


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2024 – Vom Endspurt zu „Ready to go“

3 Tage bleiben uns noch bis zum Rückflug, und endlich ist wieder „richtig“ Wind angesagt. Richtig, weil genug, und richtig, weil die Richtung stimmt. Rechtzeitig dafür haben wir unser Radar wieder zum Laufen gebracht. Denn mit dem Wind sind auch Gewitter und Regen nahe der Insel Kreta angesagt.

Den Schlag von Ios nach Anafi kennen wir schon, 6 Stunden mit achterlichem Wind. Auf unseren Platz an der Mole des „Stadthafens“ in Anafi müssen wir zwar zwei Stunden warten, bis das Ausflugsschiff ablegt, aber dafür liegen wir sehr mittig und ruhig und können einen sehr schönen Abend in Chora genießen.

Sonntag in der Früh geht es noch vor Sonnenaufgang los. Für heute ist mehr Wind angesagt. Vor uns blitzt es – dunkle Wolken und Wetterleuchten begleiten uns in den ersten Stunden.

Wir starten verhalten im dritten Reff und reffen dann – nachdem sich die Wolken immer mehr verziehen – nach und nach aus. Volle Besegelung bei 18 – 20 Knoten raumen Wind verhelfen uns zu Spitzengeschwindigkeiten von über 8 Kn SOG. Für die Strecke Anafi-Agios Nikolaos von 75 Seemeilen würden wir vorsichtig 15 Stunden schätzen und liegen zur Halbzeit bei einer Prognose von 12 Stunden. Das Segler:innenherz lacht.

Im Laufe des Nachmittages nimmt der Wind zu, dreht mehr westlich, und die Wolkendecke wird wieder dichter. In der Ferne sehen wir, wie sich erste Wolken entladen. Das Radar bestätigt unsere Wahrnehmung. Dicke Flecken zeigen, wo es gerade regnet und welche Gebiete wir besser umfahren sollten. Mit den Wolken wird der Wind auch böiger, und nahe der Küste Kretas nimmt die Wellenhöhe zu.

Mit meinem Wunsch „Ich würde gerne reffen, und zwar gleich ins dritte Reff“, einige Seemeilen vor dem Kap überrasche ich Dietmar, der nicht so begeistert ist, denn die Geschwindigkeit sinkt gleich auf 5,8 Kn SOG. „Keine Ahnung, wie sich der Wind am Kap verhält, und auch die Wellenhöhe ist jetzt fürs Reffen noch angenehm“, füge ich erklärend dazu.

Am Kap angelangt ist der Wind weg, und nach wenigen Minuten bin ich fast schon versucht, eher kleinlaut ein Ausreffen anzubieten, als uns die erste Böenwalze der typischen kretischen Fallwinde erreicht. 28 Kn Wind aus dem Nichts. Die folgenden 6 Seemeilen zählen zu den Schnellsten der Überfahrt. 32 Kn Wind sind Tageshöchstwert.

Wir erreichen unsere Marina um 18:30 Uhr und starten sofort, unsere Checkliste für das Sommertörn-Ende abzuarbeiten. 9 Stunden brauchen wir, dann ist die STARSHIP wieder „Ready to go“.


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2024 – Silicon-Galley

Zwei schöne Segeltage führen uns von Schinoussa nach Ios – zuerst in eine Bucht nahe der Stadt Ios und dann in jene Bucht im Süden von Ios, in der wir im Mai bei rund 35 Kn -40 Kn eine Nacht verbringen mussten.

Jetzt lernen wir das Kontrastprogramm kennen – wenig Wind und Flaute.

Macht nichts. Wir haben Marinesilikon für uns entdeckt und beginnen, jede erdenkliche Stelle neu zu silikonisieren. In Etappen (Schwimmen-Relaxen-Arbeiten) kratzen wir alte, graue Silikonreste heraus und verfugen mit dem neuen, strahlendweißen Marinesilikon. Zunächst die Bäder, dann den Niedergang und schließlich die Küche. Wie frisch das gleich wirkt.


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2024 – Windfenster und Wartungsfenster

Windfenster sind die optimale Gelegenheiten für Segeletappen. So ein Windfenster beschert uns eine anspruchsvolle, aber schnelle Überfahrt von Leros nach Amorgos.

Bei Wartungsfenstern wartet man auf Windfenster und nutzt die Zeit optimal für Wartungsarbeiten am Boot.

Flaute rund um Schinoussa beschert uns in einer großartigen Bucht ein Wartungsfenster zur rechten Zeit, weil genug zu tun ist.

Schon seit einigen Jahren (!!!) beobachten wir, dass der Decksbeschlag für das Babystag, wenn es nicht genutzt wird, sehr locker erscheint. Die Überfahrt von Leros nach Amorgos hat uns zusätzlich nasse Pölster im Salon beschert, weil der Decksbeschlag nicht mehr dicht ist. Wir montieren den Lautsprecher im Salon ab und erkennen das Ausmaß der Bescherung.

Der Beschlag wurde nicht unterfüttert, das heißt, es gibt weder Metall noch Holz unterhalb des Decks, um dem Druck des Babystags entgegen zu wirken. Wir haben nichts passendes zur Hand, behelfen uns mit einem Plastikstück, in das wir Löcher bohren, und kleben es mit sehr viel Marinesilikon von innen an. Schrauben und Muttern drauf, von außen abdichten und es sitzt wieder superfest.

Beim Maitörn haben wir geringe Mengen Salzwasser im Motorraum entdeckt. Nicht viel, vielleicht 100 ml bei 2 Stunden Fahrt unter Motor, aber genug, um sich wie eine dunkle, schmierige Masse durchs Boot in die Bilge zu ziehen. Das Leck ist gefunden. Der Auspuffschlauch wird an der Biegung porös. Und fällt nicht viel besseres ein, als das Marinesilikon, das bis 90 Grad hitzebeständig ist, zu verwenden, die undichten Stellen zu füllen und mit Gewebeband zu umhüllen. Der erste Test (wieder einmal zwei Stunden unter Motor) ist positiv. Kein Tropfen Salzwasser zu entdecken.

Ja, und dann wird auch noch unser Mai-Hoppala ersetzt. Die Traveller-Umlenkrolle auf der Backbordseite wird durch eine neue ersetzt. Marinesilikon und drei neue Schrauben, die wir extra in Wien besorgt haben, kommen zum Einsatz.


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2024 – Auf unseren Wassermacher ist Verlass

Kaum ein anderer Teil des Bootes funktioniert so einwandfrei und zuverlässig wie er.

Kristine, Traude und Florian haben die Heimreise angetreten. Dietmar und ich sind wieder alleine und starten den Weg nach Westen (Kos-Psermimos-Leros-Amorgos-Kofounisi). Um sicherzustellen, dass wir ausreichend Süßwasser haben, will ich den Wassermacher starten.

Nach der langen Winterpause ist zunächst „SPÜLEN“ angesagt. 1) Bootsauslass öffnen. 2) Wasserzulauf auf Süßwasser einstellen. 3) Wasser aufdrehen. 2 Minuten gluckert alles friedlich vor sich hin, dann ist auch der letzte Rest „Sterilisation“ aus den Leitungen gespült.

Dann geht es ans „WASSERMACHEN“. 1) Bootseinlass öffnen. 2) Wasserzulauf auf Salzwasser einstellen. 3) Schlauch in die vorbereiteten Plastikflaschen stecken, damit die ersten 2-3 Liter Wasser nicht in den Tank gehen. 4) Dieselmotor starten, weil der Wassermacher so viel Energie braucht. 5) Schalter auf ON.

Es tut sich nichts. Ich stelle nochmals auf OFF, dann auf ON. Nichts. Der Wassermacher springt nicht an.

Motor aus, Dietmar und ich begeben uns auf Fehlersuche. Und da haben wir ja schon einiges in 12 Jahren STARSHIP gelernt.

SCHRITT A: Gibt es eine Sicherung, die korrodiert ist? In der Explosionszeichnung finden wir keine Sicherung, obwohl eine erwähnt ist. Also „Schritt A“ überspringen.

SCHRITT B: Liegt Strom an? Mit dem Multimeter messen wir an der Druckpumpe. 12,8 Volt. Passt also. Dann kann es nur an der Verbindung vom „ON“ Schalter zur Pumpe liegen.

SCHRITT C: Ist sonst wo eine Verbindung korrodiert oder hat „Kontaktprobleme“? Zentimeter für Zentimeter folgen wir unter den Bodenplatten den hellgrauen Schläuchen, in denen die Leitungen für den Wassermacher liegen. Und siehe da, genau bei der Verbindung von Filter zu Panel finden wir eine kaum abgedichtete Steckklemme. Dietmar öffnet sie – vollkommen korrodiert.

Batterieschalter aus. Kabeln kürzen. Neue Klemmen verwenden. Gut abdichten.

Wir starten den zweiten Versuch.

Dieselmotor starten. Schalter auf ON. Der Wassermacher springt an. Druck erhöhen. Und schon hören wir, wie sich die Plastikflaschen füllen.

Auf unseren Wassermacher ist Verlass.


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2024 – KALYMNOS – a day ashore

Wir liegen „römisch-katholisch“ im Stadthafen von Pothia (KALYMNOS). KALMYNOS ist die Insel der Schwammtaucher. Den vielen schönen Stadtvillen nach zu urteilen, muss das wohl einst ein gutes Einkommen gesichert haben. Viele Häuser sind hellblau angemalt, um den nahen Türken zu zeigen, wie griechisch-patriotisch man ist.

Florian soll heute Abend mit der Fähre von MASTICHARION (KOS) ankommen. Was tun mit diesem Tag an Land? Wir mieten uns kurzerhand ein kleines Auto und fahren die Insel der Schwammtaucher im Uhrzeigersinn ab.

Argionata

Emporios

Vathys

Um 20 Uhr holen wir Florian vom Hafen ab und genießen einen lauschigen Abend in einem netten Lokal in einer Seitengasse in Pothia.