sy starship

nothing's gonna stop us now


Ein Kommentar

02.09: Cascais

Traumhaftes Wetter, Sonne, kein Wind. Wir liegen vor Anker in Cascais (etwa 12 nm vor Lissabon).

Die Kinder üben für die sehr umfassende Dinghi-Prüfung. Dazu gehört auch: Dinghi ohne Hilfe der Eltern wassern.
Dinghi 2

Dinghi 1

Dann rudern sie zwischen den einzelnen Booten umher (muss ja bekanntlich auch beherrscht werden), besuchen die Bootskinder von Enterprise und HeckoGecko und genießen endlich einmal „Urlaub“. Traude wird zum Ufer gerudert und erledigt den „kleinen“ Bordeinkauf – mittlerweile fixer Bestandteil von Traudes Aufgaben.

Und Dietmar und ich?

Wir liegen im Motorraum.

Gestern beim Ablegen von Peniche hat der Motor schon bei geringer Tourenanzahl neben dem dumpfen und uns sehr bekannten Motorgeräusch ein hohes Klirren (u) / Klinsern (d) von sich gegeben. Nachdem wir keinen offensichtlichen Mangel finden konnten, fuhren wir vorsichtshalber nur mit 1.000 bis 1.400 Touren. Leider ging dann auch das Kontrolllicht des Ladereglers an und die Anzeige der Starterbatterie blieb auf mageren 12,4 V stehen (wo sie doch unter Motor auf 12,8 V klettern sollte). Und „on Top“ sank die Tourenanzeige auf „0“. Einfach so.

Über Funk hielten wir Rücksprache mit Sven und Olaf. Deren Tipp bestätigte Dietmars Einschätzung: „Der Keilriemen“.

Wir kamen daher viel später als die anderen in Cascais an.

Heute widmen wir uns dem Problem. Dazu müssen wir die Hinterwand im Innenraum der Spüle abmontieren, denn nur über den Innenraum der Spüle kommen wir zu jenen beiden Schrauben an der Lichtmaschine, mit denen man den Keilriemen spannen kann. Dietmar zwängt sich in den engen Innenraum und spannt den Keilriemen um insgesamt 3 mm an.

Motor 1

Motor 2

Das, was sich hier in 2 Sätzen beschreiben lässt, dauert natürlich wieder 2 Stunden. Wir testen danach den Motor bei Leerlauf, die Starterbatterie lädt wieder auf 12,8 V, der Keilriemen quietscht doch noch ein wenig. Das müssen wir weiter beobachten.

Aber gut! Jetzt, wo wir schon im Motor sitzen, kontrollieren wir gleich auch noch den Getriebeteil, die Anschlüsse bei der Lichtmaschine, putzen den Motorraumboden und fertigen eine neue Halterung für die Lärmdämmung an. Mit Sägen, Schrauben, Bohren, Kleben. Wie üblich sieht es im Salon und im Cockpit aus wie in einer Werkstätte. Schließlich ist es fast 15 Uhr.

Da ist schon etwas Wahres dran an dem gängigen Seglerspruch:“ Eine Segelyacht zu besitzen heißt, an den schönsten Orten der Welt zu reparieren“.


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30.08: Ilha de Berlenga

Am späten Nachmittag erreichen wir die Ilha de Berlenga – leider 20 nm unter Motor, weil einfach zu wenig Wind ist.

SY sMILES ankert bereits in der Bucht.

SY sMILES Ilha

Die deutsche SY ENTERPRISE hat sich eine Mooring geschnappt. Kurz nachdem wir zwischen den beiden Yachten geankert haben (mit 80 m Ankerkette auf 20 m Tiefe), kommt die Crew der Enterprise auf einen kurzen Besuch zu uns.

Besuch Enterprise

Besuch Enterprise 01

Der Ankerplatz ist idyllisch – keine Frage. Der Schwell vom Atlantik ist aber – ehrlich gesagt – schon eine Bürde. Obwohl unsere STARSHIP für gewöhnlich sehr ruhig im Wasser liegt, schaukelt es uns hier wie in einer Kinderwiege.

Für die Nacht teilen wir Ankerwache ein: zu dritt alle halbe Stunde, sodass jeder von uns zwischen den Kontrollen 1 ½ Stunden Schlaf hat. Aber es kommt anders. Gegen 23 Uhr – bevor wir zu Bett gehen wollen – spüren wir ein Rucken im Anker. Der Wind hat zugenommen. Wir sind unsicher, ob der Anker hält. Mit 80 m Ankerkette haben wir überhaupt keine Erfahrung, kein Gespür dafür, wie sich die Ankerkette und die entsprechenden Geräusche verhalten sollen. Also ändern wir den Modus der Ankerwache. Abwechselnd für 1 1/2 Stunden schlafen Dietmar und ich an Deck. Gegen die Kälte tragen wir Schwerwettergewand und Stiefel und decken uns mit dem Schlafsack zu. Der Wecker auf dem Handy ist auf 20 Minuten eingestellt. 20 Minuten Schlaf, dann Sichtkontrolle und Plotterkontrolle. Dann wieder 20 Minuten Schlaf bis 1 ½ Stunden vorbei sind. Zu wirklich viel Schlaf kommen wir nicht. Vor allem auch deswegen, weil der Wind ab 2 Uhr früh zu drehen beginnt. Der Wind dreht dann in den nächsten Stunden um 120 Grad, zum Glück immer ablandig. Trotzdem zieht die STARSHIP aufgrund der langen Ankerkette große Halbkreise um den Anker (rot/orange Markierung), umso mehr als wir den Anker bei wenig Wind ausgebracht hatten und die Ankerkette, als der Wind zunimmt, viel mehr auf Spannung geht.

Plotter

In der Früh stehen wir genau wieder dort, wo die nächtliche Wanderung ihren Ausgangspunkt genommen hatte. Kein Wind mehr, sonnig und alles bestens. Aber wir sind etwas geschafft – Schwell und Ankerwache zusammen ermüden sehr.

Nach Bordschule am Vormittag (Perfekt und Präsens) gibt es einen Dinghiausflug zur Cova do Sono und zum Forté de Sao Joao Batista.

Ilha_03 Ilha_02 Ilha_01 Fort Ilha

Beim Ablegen am Nachmittag zeigt sich, dass unsere Sorge um den Anker unbegründet war. Sogar als nur noch 40 m Ankerkette draußen sind, ist es Schwerstarbeit, den Anker einzuholen. Aber besser einmal so als anders.