IOS – ANAFI ist uns schon gut bekannt. Die Strecke (rund 25 sm) lief bisher immer so ab.
*) Ablegen in IOS bei 25 Knoten Wind und null Welle.
*) Auf dem Weg nach Anafi nimmt der Wind kontinuierlich ab und die Wellenhöhe steigt.
*) ungefähr 8 sm vor Anafi gibt es keinen segelbaren Wind mehr und wir müssen den Motor dazunehmen, weil das Geschaukel nicht auszuhalten ist.
Dieses Mal ist es wieder genau so.
Bis auf die Ankunft in Anafi. Denn bisher war immer sehr wenig Wind beim Ankommen. Dieses Mal erreichen wir Anafi unter Böen von 25 Knoten und mehr. Wir ankern vor dem kleinen Hafen.
Am späten Nachmittag wird es besser. Wir wassern schnell das Dinghi, Dietmar fährt in den Hafen und prüft, ob noch Platz ist. Passt, ein Platz an der Mole ist frei. Motor rauf, Dinghi rauf, wir sind schon richtig geübt.

Das Anlegen im Hafen gestaltet sich einfach. Wir chillen und genießen einmal mehr einen schönen Abend in der Chora.
Das Ablegen für die letzte Etappe nach Kreta ist für 9:00 geplant. 11 Stunden für die Strecke sollte sich gut für eine Ankunft bei Tageslicht ausgehen. Aber an Ablegen um 9:00 ist nicht zu denken. Böen mit über 30 Knoten stehen in den kleinen Hafen. Wir brechen unsere Versuche ab und warten. Endlich gegen 14:30 lassen die Böen nach, sowohl in der Stärke (dann nur mehr 20 Knoten) und in der Häufigkeit (nur mehr alle 6-8 Minuten). Wir legen um 15 Uhr ab.
Damit ist klar, die letzte Etappe ist eine Nachfahrt.
Wir schaffen anfangs nur 4-5 Seemeilen pro Stunde. 12-14 Knoten raumschots reichen nicht für mehr. Aber je näher wir Kreta kommen, desto westlicher wird der Wind und nimmt im Schnitt um 2 Knoten zu. Damit steigt unser Speed auf 6,5 – 7 Seemeilen pro Stunde. Mit Sonnenuntergang wird es spürbar kälter und nässer. Schwerwettergewand muss her, heißer Kakao und Kekse.


Um 1 Uhr in der Früh sind es noch 4 Seemeilen bis Kreta. Der Wind liegt bei 18 Knoten. Die Wellenhöhe bei 1,5 Meter. Wir setzen das zweite Reff. Das nimmt uns zwar gleich einiges an Geschwindigkeit, aber wir fühlen uns deutlich wohler.
Nach dem Kap sind die Wellen weg, aber die typischen Böenwalzen begleiten uns die letzten Seemeilen bis in die Lagune. An unserem Stammplatz im kretischen Neusiedlersee fällt der Anker um 2:20 und wenig später wir ins Bett.