In den letzten Tagen hat der Wind nachgelassen. 3-7 Kn sind das Maximum. Die Windrichtung: Von irgendwo – jedenfalls nicht so wie die Wettervorhersage.
Mit so wenig Wind müssen wir einmal mehr unsere Pläne umwerfen und den Wind bestimmen lassen, wohin wir segeln. Denn nur hart am „Wind“ (hahaha), können wir mit dem scheinbaren Wind segeln.
Ziel 1: Die Insel SIFNOS
Nie zuvor gehört. Die Insel SIFNOS reiht sich nahtlos in die lange Liste der „uns unbekannten“ Inseln. Wo fange ich an, wo höre ich auf? Amorgos, Koufonisia, Anafi, Astypalea, Despotika und jetzt Sifnos fallen mir sofort ein.
Von Antiparos bis Sifnos sind es nur 12 Seemeilen. Aber mit 2-3 Knoten Wind eine wahre Geduldsprobe. Mit 1,5 bis 1,7 Knoten SOG schleichen wir dahin. Das Wasser ist glatt. Jede kleinste Kräuselung lässt unsere Hoffnung aufkeimen, dass mehr Wind kommt. 1,8 oder gar 1,9 Knoten SOG sind Hoffnungsschimmer. Noch 9 Seemeilen bis zur Insel. Noch 8 Seemeilen bis zur Insel. Noch 7 Seemeilen bis zur Insel. Wir mühen uns ab.
Dann endlich: der Wind steigt auf 5-6 Knoten. Ein spürbarer Ruck geht durch die Genuaschot. 3 Knoten Fahrt, 4 Knoten Fahrt. Jetzt kann man dem Entfernungsmesser mit Freude zusehen, Die Distanz zur Insel sinkt rapide.
Die Geduld wird belohnt. Die Bucht „GIALOS BEACH“ erweist sich als Glücksgriff. Glasklares Wasser, Sandboden, Sandstrand und viele kleine Tavernen am Strand.
Ziel 2: Die Insel KIMOLOS
Der nächste Tag, das selbe Schauspiel. Praktisch kein Wind.
Die nächst gelegene Insel, auch wieder nur 12 Seemeilen entfernt ist Kimolos. Ein weitere Name in der langen Liste.
Die ersten 3 Seemeilen halten wir tapfer durch. 4 Knoten Wind, 2 Knoten SOG. Dann spielt es Windkarussell. Das bisschen Wind kommt ständig woanders her. Es ist keine konstante Windrichtung mehr feststellbar. Geduldig wären wir und würden gerne weiter segeln. Aber wir drehen uns mit 1 Knoten im Kreis.. Die Genua steht ständig „back“. Schweren Herzens holen wir die Genua ein und werfen wieder den Motor an.
Erst die letzten Seemeilen kommt wieder ein wenig Wind auf. Der Anker fällt in der Rema Bay. Wieder Jackpot: Sandboden, kein Schwell und netter Ausflug in die Chora.




Ziel 3: Die Insel IOS
Endlich eine bekannte Insel. Aber auch nur, weil uns der Wind für die eigentliche Destination, nämlich die Insel Sikinos ausgeht.
Voller Hoffnung freuen wir uns auf diesen Tag. Konstanter Wind aus Nord mit 10-12 Knoten sind angesagt. Für die Etappe mit fast 35 Seemeilen brauchen wir auch etwas Wind. Wir starten gegen 9:30 mit 10 Knoten, dann ist der Wind weg, die Wellen bleiben. Wir versuchen es eine Zeit lang mit 3 kn SOG, aber dann ist Schluss. Das erste Mal muss der Motor aushelfen. Sobald der Windanzeiger bei 7 Knoten ist, schalten wir den Motor ab und segeln wieder. Das geht im 1,5 Stunden-Takt so weiter. Mal segeln, mal motoren. Bis dann um 15 Uhr gar nichts mehr von Wind über ist. 3 Kn Wind von achtern. Selbst die wellige Wasseroberfläche ist glatt.
Wir ankern in der Mylopotas Bay. Es ist 17:45. Nein, da fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Wir wassern nur schnell das Dinghi, bringend en Motor an, fahren in den Ort, machen einen Minieinkauf (das übliche: Brot, Tomaten, Avocado, Schafkäse und Obst), rasen zurück, nehmen das Dinghi und den Motor wieder rauf und legen um 18:45 wieder ab. Neues Ziel: Magganari Bay im Süden von Ios. Wir ankern um 20:00. Duschen, umziehen, Dinghi wassern, Motor anbringen und um 20:00 sitzen wir schon in der Taverne am Strand. Die Geduld hat sich gelohnt.