Wir sind nun 10 Tage unterwegs. 10 Segeltage, an denen wir unsere jeweilige Destination ohne jedes Segelmanöver erreicht haben. Segel setzen, x-mal einreffen und ausreffen, Segel einholen. Das war’s! Kein einziges Segelmanöver ist notwendig. Selbst wenn wir zwischendurch denken, dass wir das Ziel nicht ohne Aufkreuzen erreichen werden, ist uns dann doch der Wind gnädig und passt sich unseren Zielwünschen an.
Heute ist der Tag der Wende gekommen.
Wir wollen in die lagunenartige Meerenge zwischen Antiparos und Despotika. Woher kommt der Wind? Genau von dort.
Klar, wir können so wie praktisch alle anderen Boote den Motor anwerfen und die 4 Seemeilen mit der Dieselfock bewältigen.
Aber nein: „Wir sind ein Segelboot“, sagen wir uns mehr als einmal und gehen es an. 8-14 Kn Wind und keine Welle sind perfekt. Genua und Großsegel so dicht wie möglich kreuzen wir auf.
Die Wenden machen wir im Regatta-Style (mit Unterstützung des Autopiloten). Klar zur Wende. +1 und +10 gleichzeitig gedrückt. Sofort setzt der Autopilot zum 100 Grad Kurswechsel an. Genua rüber. Kaum ist die Genuaschot wieder dichtgeholt, wird der Großbaumtraveller in Luv gebracht. Wir verlieren nur wenig Fahrt. Da wird auch kein Grad hergeschenkt.
Voller Stolz sind wir 4 Wenden später am Ziel. Wie Sieger segeln wir über die imaginäre Ziellinie in der Lagune.