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2025 – der Weg zurück – IOS- ANAFI – KRETA

IOS – ANAFI ist uns schon gut bekannt. Die Strecke (rund 25 sm) lief bisher immer so ab.

*) Ablegen in IOS bei 25 Knoten Wind und null Welle.
*) Auf dem Weg nach Anafi nimmt der Wind kontinuierlich ab und die Wellenhöhe steigt.
*) ungefähr 8 sm vor Anafi gibt es keinen segelbaren Wind mehr und wir müssen den Motor dazunehmen, weil das Geschaukel nicht auszuhalten ist.

Dieses Mal ist es wieder genau so.

Bis auf die Ankunft in Anafi. Denn bisher war immer sehr wenig Wind beim Ankommen. Dieses Mal erreichen wir Anafi unter Böen von 25 Knoten und mehr. Wir ankern vor dem kleinen Hafen.

Am späten Nachmittag wird es besser. Wir wassern schnell das Dinghi, Dietmar fährt in den Hafen und prüft, ob noch Platz ist. Passt, ein Platz an der Mole ist frei. Motor rauf, Dinghi rauf, wir sind schon richtig geübt.

Das Anlegen im Hafen gestaltet sich einfach. Wir chillen und genießen einmal mehr einen schönen Abend in der Chora.

Das Ablegen für die letzte Etappe nach Kreta ist für 9:00 geplant. 11 Stunden für die Strecke sollte sich gut für eine Ankunft bei Tageslicht ausgehen. Aber an Ablegen um 9:00 ist nicht zu denken. Böen mit über 30 Knoten stehen in den kleinen Hafen. Wir brechen unsere Versuche ab und warten. Endlich gegen 14:30 lassen die Böen nach, sowohl in der Stärke (dann nur mehr 20 Knoten) und in der Häufigkeit (nur mehr alle 6-8 Minuten). Wir legen um 15 Uhr ab.

Damit ist klar, die letzte Etappe ist eine Nachfahrt.

Wir schaffen anfangs nur 4-5 Seemeilen pro Stunde. 12-14 Knoten raumschots reichen nicht für mehr. Aber je näher wir Kreta kommen, desto westlicher wird der Wind und nimmt im Schnitt um 2 Knoten zu. Damit steigt unser Speed auf 6,5 – 7 Seemeilen pro Stunde. Mit Sonnenuntergang wird es spürbar kälter und nässer. Schwerwettergewand muss her, heißer Kakao und Kekse.

Um 1 Uhr in der Früh sind es noch 4 Seemeilen bis Kreta. Der Wind liegt bei 18 Knoten. Die Wellenhöhe bei 1,5 Meter. Wir setzen das zweite Reff. Das nimmt uns zwar gleich einiges an Geschwindigkeit, aber wir fühlen uns deutlich wohler.

Nach dem Kap sind die Wellen weg, aber die typischen Böenwalzen begleiten uns die letzten Seemeilen bis in die Lagune. An unserem Stammplatz im kretischen Neusiedlersee fällt der Anker um 2:20 und wenig später wir ins Bett.


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2025 – Geduldsproben

In den letzten Tagen hat der Wind nachgelassen. 3-7 Kn sind das Maximum. Die Windrichtung: Von irgendwo – jedenfalls nicht so wie die Wettervorhersage.

Mit so wenig Wind müssen wir einmal mehr unsere Pläne umwerfen und den Wind bestimmen lassen, wohin wir segeln. Denn nur hart am „Wind“ (hahaha), können wir mit dem scheinbaren Wind segeln.

Ziel 1: Die Insel SIFNOS

Nie zuvor gehört. Die Insel SIFNOS reiht sich nahtlos in die lange Liste der „uns unbekannten“ Inseln. Wo fange ich an, wo höre ich auf? Amorgos, Koufonisia, Anafi, Astypalea, Despotika und jetzt Sifnos fallen mir sofort ein.

Von Antiparos bis Sifnos sind es nur 12 Seemeilen. Aber mit 2-3 Knoten Wind eine wahre Geduldsprobe. Mit 1,5 bis 1,7 Knoten SOG schleichen wir dahin. Das Wasser ist glatt. Jede kleinste Kräuselung lässt unsere Hoffnung aufkeimen, dass mehr Wind kommt. 1,8 oder gar 1,9 Knoten SOG sind Hoffnungsschimmer. Noch 9 Seemeilen bis zur Insel. Noch 8 Seemeilen bis zur Insel. Noch 7 Seemeilen bis zur Insel. Wir mühen uns ab.

Dann endlich: der Wind steigt auf 5-6 Knoten. Ein spürbarer Ruck geht durch die Genuaschot. 3 Knoten Fahrt, 4 Knoten Fahrt. Jetzt kann man dem Entfernungsmesser mit Freude zusehen, Die Distanz zur Insel sinkt rapide.

Die Geduld wird belohnt. Die Bucht „GIALOS BEACH“ erweist sich als Glücksgriff. Glasklares Wasser, Sandboden, Sandstrand und viele kleine Tavernen am Strand.

Ziel 2: Die Insel KIMOLOS

Der nächste Tag, das selbe Schauspiel. Praktisch kein Wind.

Die nächst gelegene Insel, auch wieder nur 12 Seemeilen entfernt ist Kimolos. Ein weitere Name in der langen Liste.

Die ersten 3 Seemeilen halten wir tapfer durch. 4 Knoten Wind, 2 Knoten SOG. Dann spielt es Windkarussell. Das bisschen Wind kommt ständig woanders her. Es ist keine konstante Windrichtung mehr feststellbar. Geduldig wären wir und würden gerne weiter segeln. Aber wir drehen uns mit 1 Knoten im Kreis.. Die Genua steht ständig „back“. Schweren Herzens holen wir die Genua ein und werfen wieder den Motor an.

Erst die letzten Seemeilen kommt wieder ein wenig Wind auf. Der Anker fällt in der Rema Bay. Wieder Jackpot: Sandboden, kein Schwell und netter Ausflug in die Chora.

Ziel 3: Die Insel IOS

Endlich eine bekannte Insel. Aber auch nur, weil uns der Wind für die eigentliche Destination, nämlich die Insel Sikinos ausgeht.

Voller Hoffnung freuen wir uns auf diesen Tag. Konstanter Wind aus Nord mit 10-12 Knoten sind angesagt. Für die Etappe mit fast 35 Seemeilen brauchen wir auch etwas Wind. Wir starten gegen 9:30 mit 10 Knoten, dann ist der Wind weg, die Wellen bleiben. Wir versuchen es eine Zeit lang mit 3 kn SOG, aber dann ist Schluss. Das erste Mal muss der Motor aushelfen. Sobald der Windanzeiger bei 7 Knoten ist, schalten wir den Motor ab und segeln wieder. Das geht im 1,5 Stunden-Takt so weiter. Mal segeln, mal motoren. Bis dann um 15 Uhr gar nichts mehr von Wind über ist. 3 Kn Wind von achtern. Selbst die wellige Wasseroberfläche ist glatt.

Wir ankern in der Mylopotas Bay. Es ist 17:45. Nein, da fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Wir wassern nur schnell das Dinghi, bringend en Motor an, fahren in den Ort, machen einen Minieinkauf (das übliche: Brot, Tomaten, Avocado, Schafkäse und Obst), rasen zurück, nehmen das Dinghi und den Motor wieder rauf und legen um 18:45 wieder ab. Neues Ziel: Magganari Bay im Süden von Ios. Wir ankern um 20:00. Duschen, umziehen, Dinghi wassern, Motor anbringen und um 20:00 sitzen wir schon in der Taverne am Strand. Die Geduld hat sich gelohnt.


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2025 – Nichts zu reparieren?

Auf Holz klopf.

Wir haben letztes Jahr vieles erledigt.

Die offenen Aufgaben sind nicht dringlich. Und Kleinigkeiten sowie übliche Wartungstätigkeiten machen wir nebenbei.

Nochmals „auf Holz klopf“. Alles funktioniert.

Das Einzige, was uns derzeit zu denken gibt, ist der Autopilot. Zweimal ist es uns nun passiert, dass der Autopilot vollkommen grundlos und unvermittelt eine Kurskorrektur von mehr als 20 Grad vorgenommen hat. Dietmar studiert nun, woran es liegen kann. Naheliegend wäre eine Alterserscheinung der beteiligten Devices (Kompass, GPS-Maus, Autopilot selbst, etc. Oder vielleicht einfach nur das übliche Korrosionsthema.

Mal sehen. Stay tuned.


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2025 – Die (große) Wende

Wir sind nun 10 Tage unterwegs. 10 Segeltage, an denen wir unsere jeweilige Destination ohne jedes Segelmanöver erreicht haben. Segel setzen, x-mal einreffen und ausreffen, Segel einholen. Das war’s! Kein einziges Segelmanöver ist notwendig. Selbst wenn wir zwischendurch denken, dass wir das Ziel nicht ohne Aufkreuzen erreichen werden, ist uns dann doch der Wind gnädig und passt sich unseren Zielwünschen an.

Heute ist der Tag der Wende gekommen.

Wir wollen in die lagunenartige Meerenge zwischen Antiparos und Despotika. Woher kommt der Wind? Genau von dort.

Klar, wir können so wie praktisch alle anderen Boote den Motor anwerfen und die 4 Seemeilen mit der Dieselfock bewältigen.

Aber nein: „Wir sind ein Segelboot“, sagen wir uns mehr als einmal und gehen es an. 8-14 Kn Wind und keine Welle sind perfekt. Genua und Großsegel so dicht wie möglich kreuzen wir auf.

Die Wenden machen wir im Regatta-Style (mit Unterstützung des Autopiloten). Klar zur Wende. +1 und +10 gleichzeitig gedrückt. Sofort setzt der Autopilot zum 100 Grad Kurswechsel an. Genua rüber. Kaum ist die Genuaschot wieder dichtgeholt, wird der Großbaumtraveller in Luv gebracht. Wir verlieren nur wenig Fahrt. Da wird auch kein Grad hergeschenkt.

Voller Stolz sind wir 4 Wenden später am Ziel. Wie Sieger segeln wir über die imaginäre Ziellinie in der Lagune.


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2025 – Soh-sahnt say-mähj schpettähr

Wir wollen in den Westen. Um bei den vorherrschenden Winden in den Westen zu kommen, müssen wir zuerst in den Norden.

Die nächste Station nach Leros ist die Insel Patmos und da eine kleine Bucht im Norden. Für die kurze Strecke Leros-Patmos von 12 Seemeilen brauchen wir 4 Stunden. 5 kn Wind (also praktisch Flaute) reichen selbst bei 40 Grad Windwinkel nur für 2-3 Kn SOG. Die letzten 3 Seemeilen nehmen wir den Motor dazu. Gut so, denn die Einfahrt zur Bucht ist tricky. Recht mittig in der Einfahrt ragt ein winziger Felsen aus der Wasseroberfläche, der nicht in allen Seekarten aufscheint. Bei mehr Wind und Welle würde man den Felsen vermutlich gar nicht sehen. Wir halten uns daher sehr westlich, fahren in die Bucht ein, werfen den Anker und genießen einen chilligen Nachmittag mit Unterwasserschiffputzen und „Planungen“ für die nächste Etappe. Das Abendprogramm ist auch schon fix. 50 m vom Strand entfernt ist eine Taverne. Unsere Putzaufgaben (und die Überwindung im kalten Wasser den Rumpf zu reinigen) sollen ja belohnt werden. Nach und nach mehren sich aber die Anzeichen, dass die Taverne nicht in Betrieb ist. Geh, wie schade. Um 19 Uhr erwägen wir dann, Anker auf zu gehen und die nächste Bucht aufzusuchen, wo es eine offene Taverne geben soll. Der Gedanken wird wieder verworfen, es beginnt zu regnen.

5 Uhr Tagwache. 5:30 Uhr Ankerauf. Wir müssen so früh raus. Laut den diversen Wettervorhersagen gibt es bis 11 Uhr Wind mit 10 Kn aus Nordost, dann eine breite Flaute von 2 Stunden, und schließlich starker Wind aus Nordwest mit Böen bis 25 Kn. Unser Ziel: Die Insel Donousa – 40 Seemeilen entfernt. Mit 10 Kn Wind aus Nordost können wir nur max. 4 Seemeilen Strecke pro Stunde einplanen. Dazu die angesagt Flaute. 40 Seemeilen sind realistisch.

Die üblichen 4 Schichten Gewand werden um eine weitere Hosenschicht ergänzt. Das heißt, Schwerwetterhose und Schwerwetterjacke, Haube, Handschuhe. Es ist kalt, bedeckt und nieselt gelegentlich.

Patmos liegt keine 2 Seemeilen hinter uns, da setzt der Wind schon ein. 10 kn? Nein, es weht ein konstanter Wind von 18 Kn mit gelegentlichen Böen bis 23 Knoten. Wir segeln ungerefft mit bis zu 8 Kn SOG.

Die Wellenhöhe steigt ein wenig, vielleicht 1,5 Meter. Aber nicht ungut. Wir richten den Kurs so ein, dass wir recht angenehm dahin gleiten können. Wir kommen sehr gut voran. Viel schneller als gedacht. Der Wind wird immer östlicher und nimmt gegen 11 Uhr langsam ab.

Um 11:30 Uhr trennen uns nur noch wenige Seemeilen von Donousa. Das war nicht geplant. Jetzt hier stoppen? Nein. Lassen wir die Insel steuerbord (lee) oder backbord (luv) liegen? Steuerbord bei dem abnehmenden Wind und den Wellen hieße „platt vor dem (ohne) Wind“. Backbord hieße: eine Chance auf etwas Wind und eine gute Ausgangsposition für die Strecke nach der Insel.

Wir entscheiden uns für Backbord, bereuen die Entscheidung unterwegs (aber wäre die andere besser gewesen?) und sind am Schluss wieder zufrieden.

Genau bei der Passage der Insel lässt der Wind dann nach. 5 Knoten aus irgendwo, 1,5 bis 2 m hohe Wellen. Der Baum schlägt, die Genuaschoten schlagen. Es ist nicht auszuhalten. Wir steuern von Hand. Ich sitze bei der Großschot und hole an bei Wellen und fiere wieder auf. Streckenweise halte ich den Großbaum, damit das Schlagen ein Ende hat. Genua weg. Großsegel niedergezurrt. Der Motor muss her. 6 Seemeilen, die sich wie im Schleudergang einer Waschmaschine anfühlen.

Kaum haben wir die Insel passiert, sind die Wellen wie von Zauberhand weg. Der Wind hat nun gedreht, weht aus Norden und nimmt sofort an Stärke zu. Da sind sie wieder die 18-20 Knoten. Wir segeln raumschot. Aber wohin eigentlich? Die nächsten Tage ist viel Wind angesagt. Naxos, die nächste große Insel, ist bekannt für Fallböen. Ungefähr genau so weit entfernt ist Koufonisia. Eine Insel, flach wie eine Palatschinke, also nicht so fallböenanfällig. 30 Grad abfallen und neuer Kurs „Koufonisia“. Keine 15 Seemeilen entfernt, einen Delphin-Sprung entfernt sozusagen.

Begleitet von 2 Delphinen segeln wir die letzten Seemeilen. Die beiden tauchen ständig unter dem Boot durch. Ich würde ihnen ja gerne zuschauen, aber die Böen vor der Einfahrt zur Bucht lassen das nicht zu.

Um 16:15 fällt der Anker in der großen Bucht vor Koufonisia.

60 Seemeilen später.