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2024 – Vom Endspurt zu „Ready to go“

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3 Tage bleiben uns noch bis zum Rückflug, und endlich ist wieder „richtig“ Wind angesagt. Richtig, weil genug, und richtig, weil die Richtung stimmt. Rechtzeitig dafür haben wir unser Radar wieder zum Laufen gebracht. Denn mit dem Wind sind auch Gewitter und Regen nahe der Insel Kreta angesagt.

Den Schlag von Ios nach Anafi kennen wir schon, 6 Stunden mit achterlichem Wind. Auf unseren Platz an der Mole des „Stadthafens“ in Anafi müssen wir zwar zwei Stunden warten, bis das Ausflugsschiff ablegt, aber dafür liegen wir sehr mittig und ruhig und können einen sehr schönen Abend in Chora genießen.

Sonntag in der Früh geht es noch vor Sonnenaufgang los. Für heute ist mehr Wind angesagt. Vor uns blitzt es – dunkle Wolken und Wetterleuchten begleiten uns in den ersten Stunden.

Wir starten verhalten im dritten Reff und reffen dann – nachdem sich die Wolken immer mehr verziehen – nach und nach aus. Volle Besegelung bei 18 – 20 Knoten raumen Wind verhelfen uns zu Spitzengeschwindigkeiten von über 8 Kn SOG. Für die Strecke Anafi-Agios Nikolaos von 75 Seemeilen würden wir vorsichtig 15 Stunden schätzen und liegen zur Halbzeit bei einer Prognose von 12 Stunden. Das Segler:innenherz lacht.

Im Laufe des Nachmittages nimmt der Wind zu, dreht mehr westlich, und die Wolkendecke wird wieder dichter. In der Ferne sehen wir, wie sich erste Wolken entladen. Das Radar bestätigt unsere Wahrnehmung. Dicke Flecken zeigen, wo es gerade regnet und welche Gebiete wir besser umfahren sollten. Mit den Wolken wird der Wind auch böiger, und nahe der Küste Kretas nimmt die Wellenhöhe zu.

Mit meinem Wunsch „Ich würde gerne reffen, und zwar gleich ins dritte Reff“, einige Seemeilen vor dem Kap überrasche ich Dietmar, der nicht so begeistert ist, denn die Geschwindigkeit sinkt gleich auf 5,8 Kn SOG. „Keine Ahnung, wie sich der Wind am Kap verhält, und auch die Wellenhöhe ist jetzt fürs Reffen noch angenehm“, füge ich erklärend dazu.

Am Kap angelangt ist der Wind weg, und nach wenigen Minuten bin ich fast schon versucht, eher kleinlaut ein Ausreffen anzubieten, als uns die erste Böenwalze der typischen kretischen Fallwinde erreicht. 28 Kn Wind aus dem Nichts. Die folgenden 6 Seemeilen zählen zu den Schnellsten der Überfahrt. 32 Kn Wind sind Tageshöchstwert.

Wir erreichen unsere Marina um 18:30 Uhr und starten sofort, unsere Checkliste für das Sommertörn-Ende abzuarbeiten. 9 Stunden brauchen wir, dann ist die STARSHIP wieder „Ready to go“.

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