Weil wir schon am Mittwoch von Anaphi nach Siteia segeln, bleiben uns – auch wegen des nunmehr eingetretenen Windmangels – einige segelreduzierte Tage auf Kreta. Wir ankern in einer kleinen Bucht in der Lagune Spinalonga.
Schlecht? Nein!
Endlich haben wir Zeit für ein Trainingslager. Wir holen das knallorange Sturmsegel und das etwas größere Kuttersegel aus der Backbordkabine und schlagen diese erstmals nach mehr als 10 Jahren an. Dazu müssen wir das Babystag wieder in Verwendung bringen.
Und wie gut es ist, dass wir uns damit beschäftigen, zeigen die gesammelten Erkenntnisse:
- Wir brauchen einen zusätzlichen Schäkel für beide Segel, damit sie nicht auf das Stag zuviel Druck ausüben.
- Um die schon vorhandenen Parasailor Schoten zu verwenden, brauchen wir Dynemaschlingen am Schothorn beider Segel.
- Wir müssen uns die Schotenführung – getrennt für beide Segeln – überlegen. Weil die beiden Segel deutlich kleiner sind, können wir den Traveller für die Genuaschoten nur einsetzen, wenn wir zusätzliche Umlenkrollen von Wichard verwenden.
- Wir bringen auch gleich eine Leine an der Sicherung des Babystags bei den Wanten an, sonst würde diese ständig schlagen.
- Wir überlegen uns die Schritte zum Anschlagen beider Segel und zum gleichzeitigen „Stilllegen der Genuaschoten“.
Ich hoffe, dass wir das Sturmsegel nie und das Kuttersegel nur aus Ehrgeiz einsetzen müssen, bin aber nach dem Trainingslager guter Dinge, dass ich im Ernstfall mit Schwimmweste und Lifebelt in der Sorgleine die notwendigen Schritte auch bei schweren Bedingungen und dem wenigen Platz auf dem Vordeck erledigen werde können.

