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2024 – Mai-Törn is „My turn“

Tag 01: Agios Nikolaos

Tag 02: Agios Nikolaos

Tag 03: Krios Bay (Kreta)

Tag 04: Krios Bay (Kreta) => Namenlose Bucht vor der Insel Armathia bei Kasos

Tag 05: Namenlose Bucht vor der Insel Armathia bei Kasos => Eristos Bay (Tilos)

Tag 06: Eristos Bay (Tilos) => Namenlose Bucht vor der Insel Gyali bei Kos

Tag 07: Namenlose Bucht vor der Insel Gyali bei Kos => Kefalos Golf (Kos)

Tag 08: Kefalos Golf (Kos)

Tag 09: Kefalos Golf (Kos) => Analipsi (Astypalaia) – Ort: Maltezana

Tag 10: Analipsi (Astypalaia) – Ort: Maltezana

Tag 11 Analipsi (Astypalaia) – Ort: Maltezana => Ios

Tag 12 Ios => Anaphi

Tag 13 Anaphi => Siteia (Kreta)

Tag 14 Siteia

Tag 15 Siteia => Krios Bay (zu rollig) => Spinalonga

Tag 16 Spinalonga

Tag 17 Spinalonga => Agios Nikolaos

Tag 18 Agios Nikolaos

Fazit nach 18 Tagen Segeln im Mai: Mai-Törn is „My turn“.


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2024 – Nachtrag Tag 11: wie die Irrfahrten des Odysseus

Der Sonntag beschert uns Aprilwetter im Mai. Nieselregen und Sonnenschein, Windböen und Windstille wechseln sich regelmäßig ab, und es ist einfach kalt. Wir bleiben vor Anker in Astypalaia. Nicht nur des Wetters wegen, auch der gestrige Tavernenbesuch hängt uns noch nach. Wie zwei Verhungernde sind wir über die drei großen Teller griechischer Köstlichkeiten hergefallen, die uns die nette Wirtin gebracht. Alles, sogar das gesamte Brot haben wir verputzt. Nach Tagen der „eiserenen Reserve“ waren wir auf die Völlerei nicht vorbereitet.

Dafür starten wir am Montag ausgeruht und zeitig, kurz nach 5:00 Uhr in der Früh.

Unser Ziel: die Insel Amorgos, nördwestlich von Astyplaia. Wir müssen hoch am Wind fahren, um die Insel zu erreichen. Gleich nach dem Kap luven wir an und schaffen gute Höhe. 12-14 Knoten Wind, vorhersagegemäß nimmt der Wind etwas ab und legt dann wieder zu.

Es trennen uns gerade einmal 6 Seemeilen bis zur Spitze von Amorgos, da müssen wir uns eingestehen, dass wir bei diesen Bedingungen die Insel nicht erreichen werden. Mittlerweile haben wir 20-22 Kn gegenan, segeln im dritten Reff und der Wind (möglichweise durch die Insel beeinflusst) kommt viel westlicher. Auch wenn durch die vorgelagerte Insel die Wellenhöhe abnimmt, die Insel selbst bietet wieder jede Menge Fallböen und somit mehr als 20-22 kn gegenan.

Wohin also? Irgendwie irren wir zwischen den Inseln umher.

Zurück ist eine Option, aber besser ist die nächste erreichbare Insel: Ios – 20 Seemeilen entfernt, 28 Seemeilen bis zu Südspitze, die für die heutige windstarke Nacht eine akzeptable Ankerbucht bietet. Genaugenommen, die einzige Ankerbucht. Ich schätze 5 Stunden bis zur Ankunft, aber revidiere meine Schätzung bald. Wir erreichen durchgehend 6,5 kn SOG, oft auch 7,0.

Wir umrunden das Kap, vor uns liegt eine der schönsten Sandbuchten der griechischen Inseln. 6 Jachten ankern bereits, wir legen uns mitten ins Ankerfeld mit 50 m Kette auf 7 m Tiefe. Viel Platz um uns herum.

Der einzige Nachteil dieser wunderschönen Bucht ist, dass sie besonders anfällig auf Fallböen ist. Unseren Plan, zum Abendessen in die örtliche Taverne zu fahren, geben wir bald auf. Das große und schwere Dinghi mit dem Spinnakerfall von Vordeck ins Wasser zu hieven, ist schon bei wenig Wind herausfordernd. Beim Abendessen im Salon steigt der Wind auf 28 Knoten. Zu Sicherheit (eigentlich zur Schonung der Ankerwinsch) führen wir einen Metallstift durch die Ankerkette und das Ankergeschirr, für den Fall, dass die Ankerkralle reißt.

Wir sind vom Segeltag super müde, wollen aber weiterhin die Entwicklung des Windes und die Stabilität der Ankerkralle beobachten. Wir nicken immer wieder im Salon ein. Um 23 Uhr sind die Böen bereits bei 36 Knoten angelangt. Mit jeder Böenwalze fliegt ein Düsenjet im Landeanflug über uns – das Geräusch ist fürchterlich laut. Die Ankerkralle hält, die Böen nehmen noch mehr zu. Wir kontrollieren nochmals um 0:45 und um 2 Uhr. Dann siegt die Müdigkeit. Und um ehrlich zu sein, schlafen wir die restliche Nacht total tief und wachen sehr erholt auf.


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2024 – Trainingslager

Weil wir schon am Mittwoch von Anaphi nach Siteia segeln, bleiben uns – auch wegen des nunmehr eingetretenen Windmangels – einige segelreduzierte Tage auf Kreta. Wir ankern in einer kleinen Bucht in der Lagune Spinalonga.

Schlecht? Nein!

Endlich haben wir Zeit für ein Trainingslager. Wir holen das knallorange Sturmsegel und das etwas größere Kuttersegel aus der Backbordkabine und schlagen diese erstmals nach mehr als 10 Jahren an. Dazu müssen wir das Babystag wieder in Verwendung bringen.

Und wie gut es ist, dass wir uns damit beschäftigen, zeigen die gesammelten Erkenntnisse:

  • Wir brauchen einen zusätzlichen Schäkel für beide Segel, damit sie nicht auf das Stag zuviel Druck ausüben.
  • Um die schon vorhandenen Parasailor Schoten zu verwenden, brauchen wir Dynemaschlingen am Schothorn beider Segel.
  • Wir müssen uns die Schotenführung – getrennt für beide Segeln – überlegen. Weil die beiden Segel deutlich kleiner sind, können wir den Traveller für die Genuaschoten nur einsetzen, wenn wir zusätzliche Umlenkrollen von Wichard verwenden.
  • Wir bringen auch gleich eine Leine an der Sicherung des Babystags bei den Wanten an, sonst würde diese ständig schlagen.
  • Wir überlegen uns die Schritte zum Anschlagen beider Segel und zum gleichzeitigen „Stilllegen der Genuaschoten“.

Ich hoffe, dass wir das Sturmsegel nie und das Kuttersegel nur aus Ehrgeiz einsetzen müssen, bin aber nach dem Trainingslager guter Dinge, dass ich im Ernstfall mit Schwimmweste und Lifebelt in der Sorgleine die notwendigen Schritte auch bei schweren Bedingungen und dem wenigen Platz auf dem Vordeck erledigen werde können.


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2024 – „Du, das ist eigenartig….“

Wenn es schon so beginnt, dann sind wir zumeist einem noch nicht identifizierten Problem auf der Spur.

Die ersten beiden Male „eigenartig“ fallen in Astypalaia. In der Früh sind die TK-Fächer beider Kühlschränke leicht abgetaut und die Batterieanzeige der Servicebatterie zeigt 90%. Das ist eigenartig und deutet eigentlich darauf hin, dass die Batterien in der Nacht zu wenig Leistung abgeben (können). Denn normalerweise – vor Anker – landen wir bei 85% oder 86%. und die TK-Fächer sind eisigst. Aber untertags arbeiten die Kühlschränke ausgezeichnet, und so notieren wir diese Auffälligkeit gedanklich, unternehmen aber nichts.

Vor Anker in Spinalonga fällt mir auf, dass es im Bereich des Niedergangs irgendwie faulig stinkt. Wie ein Trüffelschwein versuche ich, auf den Bodenbrettern liegend zu orten, woher der Geruch kommt. Eindeutig aus den Ritzen der Bodenplatten nahe den Batterien. Recht zeitgleich schlägt der Gasmelder zweimal kurz an.

Jetzt sind wir alarmiert. Und zur Bestätigung, dass etwas nicht stimmt, zeigt die Batterieanzeige an, dass die Batterien 14,4 V aufweisen. Viel zu viel für unsere Batterien. Wir unterbrechen die Ladung durch die Solarpanele.

Alle Symptome deuten auf ein Batterieproblem hin.

Wir öffnen die Bodenplatten. Die Anzeige von drei Batterien ist grün. Die vierte lässt sich farblich nicht einordnen, aber die Wärme der Batterie sagt alles. Wir haben ein Batterieproblem. Möglicherweise ist diese eine Batterie kaputt. Wir nehmen diese Batterie aus der Serienschaltung, prüfen sie und stellen fest: 11 V. Ja. Die ist hinüber. Die drei anderen arbeiten ohne Probleme weiter. Jetzt haben wir „nur“ 435 ApH zur Verfügung, was für unsere Zwecke ausreichend ist. Die Batterieanzeige am nächsten Tag in der Früh zeigt 85% und 12,3 V, also wieder Normalbereich.

Aber wieso konnte das passieren, dass eine Batterie eingeht? Und müssen wir nun die Sorge haben, dass die drei anderen in Kürze ihren Geist aufgeben.

Aktuell ist unsere Theorie, dass ein Zusammenhang mit unserem Starterbatterieproblem beim Crossing von MdR nach Pylos zusammenhängt. Letztes Jahr ist uns kurz vor der Einfahrt in den Naturhafen von Pylos die Starterbatterie ausgefallen, und zum Starten des Motors haben wir diese eine Servicebatterie abgehängt und verwendet. Wir hatten damals keine Starterkabel, was die Last des Startens auf alle 4 Batterien umgelegt hätte, sondern eben nur diese eine verwendet. Vielleicht war das das Problem.