Sollen wir heute, Samstag, den Schlag nach Astypalaia wagen, oder morgen?
Die Wettervorhersage ist für beide Tage recht ähnlich. Wind aus NNW mit 15 kn und Böen bis 22 kn, der im Laufe des Tages westlicher (und damit für uns ungünstiger) wird.
Wir entscheiden uns für „heute“, weil der Wind am Samstag etwas nördlicher beginnt und weil „was weiß man schon, wie es morgen wirklich ist“.
Die ersten 3 Seemeilen an der Küste von Kos sind geprägt von starken Fallböen, aber achterlichem Wind. Wir testen das neu konfigurierte dritte Reff. Passt.


Nach dem Kap luven wir an. Tatsächlich, der Wind kommt nördlich, damit können wir Höhe schaffen. Wir reffen aus, zweites Reff. Der Wind pendelt sich auf 17 Kn ein, manche Böen gehen bis 22 kn. Mit dem hohen Kurs zwischen 35 und 40 Grad ergibt das regelmäßig 20 kn scheinbaren Wind. Das zweite Reff ist ideal. Einzig die hohe Welle bremst immer wieder.
Prognosegemäß dreht der Mitte und wird westlicher. Wie gut, dass wir im ersten Drittel der Passage an Höhe gewinnen konnten, mit dem neuen Kurs steuern wir nun direkt die Insel an. Auf halber Strecke lässt der Wind nach, wir reffen aus, um keine 30 Minuten später schon wieder einzureffen.
Es ist ein traumhaft schöner Tag, sonnig, keine einzige Wolke, aber kalt. Wir haben Fleecejacken, Segeljacken, Haube und Handschuhe an.
Wenige Seemeilen vor Astypalaia, bereits in der Abdeckung der Insel, sinkt die Wellenhöhe und die Fallböendynamik setzt ein. Wir wollen ziemlich genau in die Mitte der schmetterlingsförmigen Insel. Genua weg, drittes Reff und Motor an, um die letzten 4 Seemeilen zu nehmen. Motor an, weil wir durch eine enge Passage müssen und uns nicht alleine auf das Großsegel verlassen können.
Der Anker fällt um 14.20 Uhr in der Bucht von Maltezana auf 7 m Sand. 40 m Kette versprechen eine ruhige Nacht, auch wenn Fallböen weiterhin über uns drüber ziehen.
6:12 Stunden, 32,07 Seemeilen, Durchschnittsgeschwindigkeit 5,17 kn, Höchstgeschwindigkeit 8,3 kn.
Und endlich gönnen wir uns einen Abend in einer griechischen Taverne.







